Ansprache des Peinlichen

Wie soll ich einen Mitarbeitenden auf eine ‚Körper-Peinlichkeit‘ aufmerksam machen?
* zum Beispiel: jemand aus meinem Arbeitsteam riecht unangenehm nach Schweiß
* ich bin als Chef vielleicht bereits auch von Kollegen dazu angesprochen worden
* das Thema ist schwierig, tabuisiert, störend
* der oder die Betroffene hat womöglich hier einen „blinden Fleck“

Bewährt hat sich:
* frühzeitige Ansprache bevor sich das Verhalten oder das Körperphänomen manifestiert
* vertrauliches Gespräch unter vier Augen
* Wertschätzung und Ernsthaftigkeit gleichermaßen: ‚Weil Sie mir wichtig sind und weil Betriebsabläufe gestört werden, führe ich dieses Gespräch.‘
* in Ich-Aussagen sprechen
* keinen ‚Zeugen‘ nennen
* persönliches Gefühl aussprechen: ‚Ich fühle mich gestört …‘, Es ist mir unangenehm …. Ich bin irritiert…‘
* Beschreiben Sie Ihre Wahrnehmung konkret und nachvollziehbar: ‚Ich habe am … gemerkt …, Mir ist aufgefallen … ‚, Ich beobachte seit … ‚
* Brücken zur Selbsterkenntnis: ‚Man selbst merkt das häufig ja gar nicht…‘, sprechen Sie einmal mit Ihrem Partner, Freund, Freundin darüber … ‚
* Bieten Sie progressive Hilfestellung an: ‚Wie kann ich Sie unterstützen…‘
* Vereinbarung: ‚Wollen wir in vier Wochen noch einmal darüber sprechen …‘, ‚Soll ich Ihnen eine Rückmeldung geben, ob es sich verbessert hat oder nicht?‘

zu erwägen:
* gibt es eine noch geeignetere Person, die ein solches Gespräch führen könnte? Wichtig aber, dass die Person nicht erst aufmerksam gemacht werden muss, sondern die Störung selbst bereits artikuliert hat. Fehlt dies, führt man das Gespräch besser selbst.
* es mag besser sein, wenn Frau mit Frau und Mann mit Mann ins Gespräch über solche Themen gehen. Jedoch: Wenn Sie Ihrer Vorgesetztenrolle gerecht werden wollen, dann gehört ein solches Gespräch zu Ihrem Verantwortungsbereich.