Systemischer Denken

Alles hängt mit allem zusammen. Einen Schritt nach links zu gehen bedeutet, dass rechts ein Platz freigeworden ist. Man kann das Eine nicht ohne das Andere denken. Sätze wie diese ermuntern zu einer Denkart, die für viele Menschen ungewöhnlich, fremd, unnötig oder aber einfach nur lästig erscheint. Der, der nach einer schnellen Wenn-Dann-Antwort sucht, fühlt sich unter Stress gesetzt, wenn systemischer, in Abhängigkeiten, Ambivalenzen, Unterschieden oder Wundern gedacht wird.

Wenn ich Appetit auf ein Ei habe, aber das Eierfach im Kühlschrank ist leer, dann mag die Lösung einfach sein [so ähnlich wie hier]. Wenn das Problem aber komplex, kompliziert und womöglich  auch noch dynamisch sich verändernd ist? Dann bewährt sich die Fähigkeit zum systemischeren Denken. Ein Mangel dieser Fähigkeit zeigt sich in akuten Belastungsereignissen wie Schadensfällen, Unfällen oder Verlusten dadurch, dass die versuchten Lösungswege nicht wirklich erfolgreich sind, man sich immer häufiger von eigenen Handlungen oder Entscheidungen distanzieren oder sie revidieren muss, man sich immer mehr in Einzelheiten verstrickt. Dazu kommt oft die Vorstellung, dass dem Problem eine einzige Ursache zugrunde liege und man dieser Ursache mit einer einzigen Methode zu einer bestimmten Wirkung verhelfen könne. Die Folge von diesem Denken ist der berühmte Tunnelblick.

‚Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind‘. Das wusste schon Einstein. Anders ausgedrückt: Wenn ich A nicht erreiche, weil mir B im Wege steht, dann ist es in komplex-kompliziert-dynamischen Kontexten ungünstig zu denken, A erreichen zu können, weil mir C nicht im Wege steht. Das können Sie ja einmal durchdenken …