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	<title>Coaching des Todes &#8211; KrisenPraxis</title>
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	<description>Krisenkompetenz und Krisenprävention. Blog über Krisen, Krisentheorien, Krisenmodelle, Krisenintervention und individuellem Umgang mit Lebenskrisen, Umbrüchen und psychischen Belastungen.</description>
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		<title>Coaching des Todes (Psychologie des Todes)</title>
		<link>https://www.krisenpraxis.de/2026/01/coaching-des-todes-psychologie-des-todes/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ralph Schlieper-Damrich]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Jan 2026 10:54:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Coaching des Todes]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>
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					<description><![CDATA[Auch in der Psychologie nutzen neue Teildisziplinen eklektizistisch den Wissensstand der bereits etablierten Fächer, um neue anwendungsorientierte Fragen mit unbestreitbarer gesellschaftlicher Relevanz zu beantworten. So entstanden neben der Allgemeinen und Klinischen Psychologie, der Entwicklungs-, Sozial-, Persönlichkeits- und Organisationspsychologie auch neue Richtungen wie zum Beispiel die Behinderten-, Medien- oder Sportpsychologie. Im Zuge der Diskussion um die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Auch in der Psychologie nutzen neue Teildisziplinen eklektizistisch den Wissensstand der bereits etablierten Fächer, um neue anwendungsorientierte Fragen mit unbestreitbarer gesellschaftlicher Relevanz zu beantworten. So entstanden neben der Allgemeinen und Klinischen Psychologie, der Entwicklungs-, Sozial-, Persönlichkeits- und Organisationspsychologie auch neue Richtungen wie zum Beispiel die Behinderten-, Medien- oder Sportpsychologie.</p>
<p>Im Zuge der Diskussion um die älter werdende Gesellschaft, das Thema des Pflegenotstandes im Alter, und der Anstieg von Demenz- und Krebserkrankungen wurde in der Psychologie der Tod stärker ins wissenschaftliche Interesse gerückt.</p>
<p>Nachdem die Psychiatrie-Professorin der Universitätsklinik Chicago, Elisabeth Kübler-Ross, Ende der 1960er Jahre erste umfängliche Gesprächsrunden mit Menschen initiierte, die vom Thema Tod persönlich konfrontiert waren und einen Grundstein in der internationalen Sterbeforschung markierte, wurde in der deutschsprachigen Wissenschaftswelt Ende der 1970er Jahre durch <a href="https://www.amazon.de/WB-Forum-Bd-56-Psychologie-Joachim-Wittkowski/dp/3534801288">Wittkowski</a> ein erstes Grundlagenwerk zur Todespsychologie verfasst. Viele Detailarbeiten und Studien folgten, zum Beispiel über die qualitativen und quantitativen Forschungsergebnisse der <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26976293/">University of California aus 2016</a>, welche die Kriterien eines <em>guten Todes</em> zum Inhalt hatten.</p>
<p>Die Thanatopsychologie [Psychologie des Todes] hat das Erleben und Verhalten des Menschen zum Gegenstand, das durch das Wissen um die grundsätzliche Sterblichkeit allen, auch des eigenen, Lebens und durch die aktuelle Begegnung mit dem Tod anderer Menschen ausgelöst wird. Im weiteren Sinn befasst sie sich mit den Prozessen des Sterbens, der Trauer und der Begleitung mittelbar Betroffener. Sie greift dazu insbesondere Erkenntnisse aus der Analyse der Lebensspannen, der Sozial- und Gesundheitspsychologie sowie der klinischen Psychologie auf.</p>
<p>Zur Erinnerung: Wie schon erwähnt erweitere ich den Begriff Tod um die Momente im menschlichen Leben, die die Person zu einem ‚existenziellen Abschied‘ aufrufen. Diese Momente – verstanden als Tode im Leben – umfassen weit mehr Situationen als die des eigenen Todes oder des Todes einer anderen Person. Zudem wird aus dieser Betrachtung der einem Tod vorgängige Prozess [zum Beispiel Sterbeprozess, Trennungsprozess, Prozesse des Verlassenwerdens oder der Entfremdung usw.] ausgeblendet.</p>
<p>Abgesehen von der psychoanalytischen Lehre vom Todestrieb gibt es keine originäre thanatopsychologische Theorie. Das Regal bleibt also leer, wenn es um das menschliche Erleben und Verhalten <em>gegenüber</em> Tod geht. Es füllt sich, wenn es um das Thema ‚Angst <em>vor</em> Tod‘ geht. Um sich diesem Thema zu nähern, lassen sich Hypothesen bilden und empirisch messbare Kriterien destillieren. So weiß man, dass Menschen mit ausgeprägter Angst-Disposition im Kontext Tod stärkere Angstzustände entwickeln als Personen mit geringerer Angstbereitschaft. Und nach der von <a href="https://ia601401.us.archive.org/32/items/in.ernet.dli.2015.139198/2015.139198.Anxiety-And-Behavior.pdf">Spielberger</a> formulierten Zustands-Dispositions-Theorie lässt sich unter anderem antizipieren,</p>
<ul>
<li>dass Menschen die Intensität einer situativen Bedrohung mit einem zu ihr proportionalen Angstzustand <em>beantworten</em>;</li>
<li>dass die Angst zeitlich der Dauer der Bedrohungswahrnehmung entspricht;</li>
<li>dass eine Eskalation des Angstzustandes zu defensiven, angstreduzierenden Reaktionen führt [Apathie, Selbstaufgabe, Desinteresse …] und</li>
<li>dass die Konfrontation mit bedrohlichen Situationen die Entwicklung von Copingstrategien begünstigt, die die Wirkung von Angstzuständen präventiv mindern.</li>
</ul>
<p><a href="https://www.amazon.de/Psychologie-Angst-Heinz-Walter-Krohne-ebook/dp/B00SL72QT2">Krohne</a> hat ferner gezeigt, dass bestimmte Persönlichkeitseigenschaften eher dazu führen, ängstlich die Umwelt hin auf potenzielle Gefahren zu screenen, präventive Schutzmechanismen zu aktivieren oder eine verspürte Angst zum Beispiel durch Leugnung oder Verdrängung kognitiv zu vermeiden. Im Kontext Tod sind solche Abwehrmechanismen vielfach – und nahezu vollständig aus psychodynamischer Perspektive – untersucht worden. An dieser Stelle soll diesen tiefen Blicken in die menschliche Psyché als Alternative ein Blick ins <em>Geistige der Person </em>entgegengestellt werden. Als gedanklicher Impuls und fraglos weit entfernt von einer Verwissenschaftlichung im heutigen empirisch geprägten Verständnis. Als Idee für eine kleine Weiterentwicklung der Sinntheorie Viktor Frankls, entstanden aus dem individuellen Mikrokosmos eines Coachs und Therapeuten und dessen Anschauung diverser Anliegen von Klienten im Kontext Tod.</p>
<p><strong>In mancherlei Hinsicht macht der Tod</strong><br />
<strong>das Leben überhaupt erst sinnvoll.</strong><br />
Viktor E. Frankl</p>
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			</item>
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