Schlagwort-Archiv: Bedürfnisbefriedigung

Menschliche Bedürfnisse – 3

Erstellen Sie sich doch einmal Ihre aktuelle Bedürfnisbefriedigungsübersicht und ergänzen Sie Ihre Überlegungen um diese Aspekte:

KP - Bild Bedürfnis 1

Was trägt bei / nicht bei zu meiner jeweiligen Einschätzung?

KP - Bild Bedürfnis 2

Worin besteht das größte Hindernis für die Verbesserung der jeweiligen Einschätzung?
Wofür wäre es gut, eine Verbesserung herbeizuführen?
Wie kann ich vorgehen, um einen besseren Zustand zu erreichen?

Bedürfnisklarheit = Eine wirksame Grundlage zur Krisenprävention.

Menschliche Bedürfnisse – 2

Richard G. Erskine fokussiert in seinem Ansatz auf Beziehungsbedürfnisse, die im Sozialkontakt mit anderen Menschen befriedigt werden.

Beziehungsbedürfnis nach Sicherheit:
Ich bin körperlich und emotional in der Beziehung sicher aufgehoben.
Ich bin gleichzeitig verletzlich und in Verbindung mit dem anderen.
Ich kann sein wer ich bin.
Ich kann mich zeigen ohne zu befürchten, die Zuneigung und den Respekt des Partners zu verlieren.
Ich weiß, woran ich bin.
Mein Partner und ich haben verlässliche Absprachen und Regeln.
Mein Partner kommuniziert wertschätzend mit mir.

Bedürfnis nach Wertschätzung
Ich werde von meinem Partner verstanden.
Ich erhalte von meinem Partner die Bestätigung, dass meine Bedürfnisse legitim sind.
Mein Partner bestätigt mir die Bedeutsamkeit meiner Gefühle, meiner Phantasien und meiner Realitätswahrnehmung.
Mein Partner ist präsent, wenn er mit mir in Kontakt ist.

Bedürfnis nach Schutz
Mein Partner nimmt mich an.
Mein Partner gibt mir Schutz, Ermutigung und Orientierung, auch wenn ich schwach bin.
Mein Partner schützt mich vor meinen eigenen übermäßigen Ansprüchen.
Mein Partner hilft mir mich zu begrenzen.
Mein Partner ist beständig, verlässlich und eine gefestigte und vertrauenswürdige Person.
Mein Partner ist eine fördernde und positiv erlebte Identifikationsfigur.

Bedürfnis nach Bestätigung persönlicher Erfahrungen
Mein Partner teilt meine Erfahrungen beziehungsweise er kann meine spezifischen Erfahrungen nachvollziehen und damit bestätigen.
Mein Partner versteht mich.
Mein Partner geht denselben Weg im Leben, er ist wie ich.
Mein Partner wertschätzt meine persönliche Erfahrung, auch wenn sie von seiner abweicht.
Mein Partner glaubt mir.
Mein Partner spiegelt meine Gefühle und Bedürfnisse.

Bedürfnis nach Selbstdefinition
Ich (er-)kenne meine persönliche Einzigartigkeit.
Ich kann in meiner Beziehung meine Einmaligkeit ausdrücken, meine ganz eigenen Bedürfnisse, meine ganz eigenen Wünsche.
Mein Partner lässt meine Sichtweisen und Meinungen zu.
Ich werde von meinem Partner in dieser Einmaligkeit wahrgenommen und akzeptiert, auch bei Meinungsverschiedenheiten.

Bedürfnis nach Einflussnahme
Ich habe Einfluss auf meinen Partner.
Ich kann Denken und Handeln meines Partners in einer gewünschten Weise beeinflussen und eine emotionale Reaktion beim anderen auslösen.
Ich kann beim Partner Veränderungen bewirken.

Bedürfnis nach Initiative
Mein Partner und ich wechseln uns ungefragt ab beim auf den anderen zukommen und beim Initiative ergreifen.
Mein Partner macht mir Angebote.

Bedürfnis nach Liebe
Ich drücke meine Liebe aus durch Fürsorge, Dankbarkeit, Wertschätzung oder indem ich für meinen Partner etwas tue.
Mein Partner nimmt meine Zuneigung und Dankbarkeit an.

Nichtbefriedigung von Beziehungsbedürfnissen => Psychische Abwehrmechanismen [siehe weitere Informationen unter diesem Stichwort in der KrisenPraxis]

Quelle: Richard G. Erskine: Beziehungsbedürfnisse, ZTA , Heft 4, 2008
R. G. Erskine, J. P. Moursund, R. L. Trautmann: Beyond Empathy – A Therapy of Contact-in-Relationship. Brunner & Mazel, New York, 1990

Menschliche Bedürfnisse – 1

Manfred Max-Neef, chilenischer Ökonom mit deutscher Herkunft, versteht die Befriedigung der je individuellen Bedürfnisstruktur als grundlegend für jede menschliche Entwicklung. Bedürfnisbefriedigung = Lebensqualität = Entwicklungsvoraussetzung. Für ihn knüpft jeder Mensch ein Bündel aus diesen Bedürfnissen:

Bedürfnis nach: körperlich und geistig gesund sein; mit sich im Gleichgewicht sein; Nahrung, ein Dach über dem Kopf und Arbeit haben; sich fortpflanzen; ein passendes Lebensumfeld haben
Bedürfnis nach: Fürsorge, Geborgenheit und Solidarität erfahren; selbstständig sein; soziale Sicherheit haben; Abgesichert sein (Ersparnisse, Versicherungen, Krankenversicherung) und Vorsorge treffen; Rechte haben; mit anderen kooperieren; helfen
Bedürfnis nach: Selbstachtung, Solidarität, Respekt, Toleranz; Partnerschaft, Familie, Freundschaft; sich lieben; sich kümmern, in Gemeinschaft sein; sich wertschätzen; Gefühle ausdrücken dürfen
Bedürfnis nach: Neugier, Vernunft, Aufnahmebereitschaft; zu forschen, experimentieren, analysieren; zu lernen, andere auszubilden;
Bedürfnis nach: sich anpassen; Solidarität zu erleben und zu leben; sich engagieren; Leidenschaft haben; Verantwortung und Pflichten übernehmen; etwas leisten; mit anderen kooperieren; etwas zustimmen; Meinungen austauschen, sich mitteilen; mitbestimmen; einer Gemeinschaft angehören (Partei, Kirche, Gemeinde, Nachbarschaft, Familie)
Bedürfnis nach: Ruhe und Beschaulichkeit, Sorglosigkeit; sich Phantasien hingeben; Spielen, Spaß haben und Feiern; in den Tag hineinträumen; sich an Vergangenes erinnern; die Freizeit genießen
Bedürfnis nach: etwas schaffen oder erfinden; sich beschäftigen; Fähigkeiten und Fertigkeiten einsetzen; produktiv sein; Rückmeldungn erfahren; frei über die eigene Zeit verfügen
Bedürfnis nach: sich abgrenzen, sich selbst achten und behaupten; in Bezugsgruppen den eigenen Platz definieren; sich selbst kennen bzw. kennenlernen; sich selbst verwirklichen; sich weiterentwickeln
Bedürfnis nach: Freiraum, Autonomie und Mut; Gleichberechtigung; Risiko; Unterschieden

 

Der Mensch und seine Zufriedenheit

Menschen handeln so, dass sie maximale Befriedigung bei minimalem Einsatz erhalten.
Menschen wählen nie etwas, wenn sie nicht die Aussicht auf Gewinn haben.
Zwischen Leidvollem und Angenehmen, wählen Menschen immer das Angenehme.

Diese Thesen, die in diesem Video vertreten werden, repräsentieren auf anschauliche Weise ein Menschenbild, dass der Sinntheorie Frankls und der Arbeit in der Logotherapie nahezu diametral gegenüber steht. Welches Bild vom Menschen zeichnen Sie?