Schlagwort-Archiv: Coping

Bewältigungsweisen kritischer Ereignisse

„Ungesunde“ Bewältigungsweisen:
– Unterlassen einer Problemanalyse
– Vermeidung, Verleugnung und Wunschdenken
– Ausblenden negativer Emotionen oder deren Projektion auf andere
– unstrukturierter Aktionismus oder Untätigkeit
– keine Bereitschaft zur Annahme von Hilfe
– stereotype und unflexible Anwendung von Problemlösungsversuchen

„Gesunde“ Bewältigungsweisen:
– realistische Problemanalyse
– Annahme und Kommunikation negativer Emotionen
– aktives und strukturiertes Handeln
– Aufrechterhaltung der personalen Integrität
– strukturierter Wechsel zwischen Aktivität und Inaktivität
– Offenheit für neue Wahrnehmungen
– Bereitschaft zum Zurückstecken bei unvermeidlichen Verlusten
– grundsätzliches Vertrauen in sich und andere
– Existenz von Hoffnung

(nach Caplan, zitiert u.a. in Ulich, D. [1987] Krise und Entwicklung. Zur Psychologie der seelischen Gesundheit)

Bewältigungsprozess – die zwei ‚groben‘ Umgangsweisen mit Krisen

Als Bewältigung einer Belastung [auch ‚Coping‘ genannt] versteht man mentale Prozesse, bestehende oder zu erwartende Krisen emotional und verstandesbezogen zu verarbeiten oder durch zielgerichtetes Handeln auszugleichen. In diesen Prozessen werden dabei Ressourcen zweckdienlich genutzt, innerpsychische wie soziale.

Menschen, die auf ihre Ressourcen selbstbewusst zurückgreifen können, die sich aktiv, beharrlich und überlegt den Bedingungen stellen, zuweilen auch nicht vermeidbare Belastungen annehmen, ohne ihnen größere Bedeutung beizumessen und die in einem stabilen sozialen Gefüge eingebunden sind, scheinen Krisen besser zu meistern.

Anders jene Menschen, die sich hilflos oder schuldig einer unkontrollierbaren Situation ausgesetzt fühlen, die mehr darauf warten, dass sich die Lage um sie herum ‚von alleine‘ ändern wird, die vornehmlich reagieren oder resignieren oder die Möglichkeiten verpassen, sich rechtzeitig sozialer Unterstützung anzunehmen.