Schlagwort-Archiv: Datenschutz

Individuelle Digikrise

2012 betrug der tägliche digitale Fußabdruck eines Menschen, selbst derer, die gar nicht online waren, um die 500 Megabyte. In 2025, schätzt der Economist, dass der tägliche Fuß bereits 62 Gigabyte betragen wird.

Was Michal Kosinski hier in einer Google-Konferenz darstellte, meint das immer feiner werdende psychometrische Abbild des Individuums im Web. Dass jede Nutzung eines digitalen Endgerätes die virtuelle Textur eines solchen Abbildes verbessert, ist vielen Menschen durchaus bewusst. Auch, dass all diese Daten ausgeschlachtet werden – längst nicht mehr nur für Werbung für Sahnetorten, sondern auch für politische Wahlen, das Abtasten möglicher Widerstände gegen Großinvestitionen oder für die Prognose menschlicher Verhaltensmuster in Krisen. Das alles vermag die Statistik von Big Data. Sie können Avatare erzeugen, kriminelle Energien bei einzelnen Menschen herausmessen oder Personalentscheidungen bei Auswahlprozessen beeinflussen. Wie meist spannt sich der Diskurs über diese Entwicklungen auf zwischen Chance und Risiko, zwischen Staunen und Ablehnung, zwischen Whow und oh weh.

Sieht man einmal von der erforderlichen gesellschaftlichen Debatte über die Grenzen von KI, Digitalität und Virtualität ab, so stellt sich individuell die Frage, in welchem Maße man meint sich vor dem Einfluss des Big Brother schützen zu müssen. Diese Frage oszilliert je nach persönlichem Wertesystem, beruflichem Hintergrund, technologischem Knowhow und dem Grad der Grundgelassenheit. Verliert eine Person diese tiefe Gefühl der Gelassenheit, so können Angst, eine eher paranoide Wahrnehmung der Umwelt, zwanghaftes Bemühen um Sicherung der eigenen Datenhoheit oder – bei hoher IT-Affinität – überwertige Ideen im Kontext der Abwehr potenzieller Datenabgriffe oder Firewallentwicklungen stehen. In der weiteren Steigerung erleben wir im therapeutischen Feld individuelle Fehlentwicklungen in Richtung sozialer Isolierung und Zusammenbruch von Partnerschaften bei einseitiger Fokussierung auf potenzielle Gefahren durch Beobachtung und Datenauslesung sowie der Folge zuweilen stark depressiver Episoden. Hilfreich ist in einem solchen Zusammenhang eine verhaltenstherapeutische Begleitung zur Wiederherstellung eines lebensdienlichen Ausgleichs zwischen Vorsicht und Leichtigkeit – je nach Dauer, Schweregrad dieser psychischen Beeinträchtigung und der systemischen Auswirkungen auf mittelbar betroffene Personen im familiären, beruflichen und freundschaftlichen Bereich kann eine solche Begleitung sehr viel Zeit in Anspruch nehmen.

Warum Datenschutz wichtig ist, Empfehlungen aber auch

Seit dem 25. Mai 2018 ist sie auch bei uns umgesetzt – sei es für unsere Therapie-, Coaching-, Trainings-, Ausbildungs- oder Informationsdienstleistungen. Das war viel Arbeit und nun ist sie getan.

Seit jeher aber haben wir die Daten unserer Kunden, Interessenten und Freunde geschützt. Schon, weil wir nur jeweils diejenigen gespeichert haben, die wir brauchten, um unsere Arbeit zu leisten. Seit jeher haben wir darauf verzichtet, die Zahl der möglichen Wege der Kommunikation mit uns zu vergrößern. Das einzige Medium für uns ist unsere Webpräsenz und der von unseren Kunden ausgehende Kontakt via Telefon oder Mail. Das klingt und ist oldfashioned. Für uns aber der einzige Weg, uns der Qualität zu verpflichten, die wir uns selbst als Maßstab setzen. Einen grausamen Entzug der Lebensfreude, den wir zum Beispiel dann erleben, wenn sich nach einem Youtube-Film oder einem Webinar das Maß neuer Erkenntnis auf dem Boden eines Fingerhutes wiederfindet, wollen wir vermeiden.

Die Folge ist: Unsere Leistungen tauchen in den Massenmedien kaum auf. Sie sind kein Mainstream, sind kopfgemacht und leben sehr durch freudige Empfehlungen und Anregungen unserer kundigen Leser und-oder unserer lesenden Kunden. Auch sind unsere Themenbereiche und Angebote wie: Krisenprävention, Sinntheorie von Viktor Frankl, werteagile Führungskultur, Logoandragogik, Entwicklung niveauvoller Individualausbildungen usw. eher Nischen. Wir haben sie entdeckt, wir haben an ihnen geforscht und gefeilt und erfreuen uns heute der Themenführerschaft. Und das ohne Datensammelwut oder Verärgerung von Menschen durch eine Überflutung mit inhaltsleerem Gedöns. Und so wird es auch weitergehen. Ihre wenigen Daten bleiben dabei auch weiterhin geschützt – denn schließlich wollen wir ja nicht umsonst die Richtlinien Europas umgesetzt haben …