Schlagwort-Archiv: Elisabeth Lukas

„In Euch wohnt ein ‚Sinn-Organ’ namens Gewissen! Säubert es vom Gestrüpp sämtlicher Fremdeinflüsse und Indoktrinationen und lauscht ihm in Ruhe, Einsamkeit und absoluter Ehrlichkeit! Es wird Euch, einem inneren Navigationsgerät gleich, stets die Richtung weisen. Die eine, die gerade jetzt und exakt für Euch stimmig ist. Es lässt Euch nicht im Stich. Folgt Eurem Gewissen und blickt mutig in die Zukunft! Die Welt ist nicht heil, aber heil-bar. Sie braucht Euch, sie wartet auf Euch und Euer Engagement. Sie ist die Spielwiese und zugleich der Prüfstein des menschlichen Geistes …“

Elisabeth Lukas zum 115. Geburtstag von Viktor Frankl am 26.3.2020

 

Wie findet ein Mensch Sinn?

Sinn ist der eigentliche und tiefste Beweggrund eines Menschen, zu handeln. Dieser Urgrund mensch­lichen Strebens kann einen Menschen dazu verleiten, Sinn gleichzusetzen mit einem anzustrebenden Gefühl, Motiv, Zustand oder Ziel. Da eine entdeckte Sinnmöglichkeit zu ihrer Verwirklichung jedoch den Prozess der Selbsttrans­zendierung und damit eine Überschreitung des Egos bedarf, steht die Frage im Raum, wie ein Mensch ebendiesen Sinn findet?

Elisabeth Lukas hat hierzu ein erstes Verlaufsmodell vorgelegt, das beginnend vom Aspekt der Sinnstrebigkeit [dem Willen zum Sinn] zu­erst einen ersten Schritt in Richtung Selbsterkenntnis einleitet, dem mit einer grundsätzlichen Bereit­schaft zur Selbstoffenbarung [die Aspekte des Sich-in-Frage-Stellens und der Öffnung zu einem Wachstumsprozess beinhaltet] dann ein Schritt zur Selbstdistanzierung und letztlich ein Schritt zur Selbsttranszendenz erfolgt, durch deren Vollzug der Mensch Sinn verwirklicht.

Krisenpraxis - EliLukGraf

Lukas, E. [2002]: Lehrbuch der Logotherapie. 2.Aufl.. München: Profil, S. 62