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Wenn es mal wieder einiges zu beklagen gibt

Vor kurzem habe ich einen cholerischen Klienten über seine Mitarbeitersituation sprechen hören. Da blieb kaum ein gutes Haar an jedem übrig. Da habe ich ihm eine kleine Intervention angeboten: Er wurde gebeten, sein Anliegen auf ein Blatt Papier zu schreiben und dann je nach Anzahl der mit dem Anliegen verbundenen Personen entsprechende Spalten anzulegen. In den Spalten steht für jeden Beteiligten (hier 5 Mitarbeitende, 1 Chef, 2 Kollegen) ‚Du deins‘, in der letzten Spalte dann ‚Ich meins‘
Du deinsDu deinsDu deinsDu deins ……. Ich meins
Der Klient schrieb nun genau auf, welche Anteile jeder an der Situation hatte, lernte so zu differenzieren und personenbezogen Lösungsanteile herauszuarbeiten. In der Folge hat mein Klient erkannt, dass Pauschalierungen sowieso nicht weiterbringen, sondern nur das ganze System verhärten und dass Lösungsprozess auch gut auf mehrere Personen verteilt werden können („jetzt bleibt der Scheiß wieder nur an mir hängen“ – dieses Anfangs-Empfinden des Klienten war nach dieser Intervention kein Thema mehr).

Das kleine Jammertal

Habe gestern bei einem Klienten eine einfache Intervention genutzt, um ihn aus seinem Jammertal herauszuholen. Ich habe ihn gebeten, sich wirklich alles von der Seele zu schreiben, was er bezüglich anderer Menschen oder belastender Themen zu beklagen habe, dabei aber auf keinen Fall Sätze in der Vergangenheits- oder Zukunftsform oder im Konjunktiv zu schreiben. Nur der Indikativ-Präsenz war erlaubt! Das ‚Dumme‘ dabei ist nur: In dieser Schreibform lässt sich ganz schwer klagen ….. Einfach mal selbst ausprobieren, sollten Sie sich selbst einmal auf den Geist gehen.