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Prävention oder Angstmache?

Nachdem das Innenministerium eine Aktualisierung von Hinweisen an die Bevölkerung zum individuellen Schutz vor Nahrungsmittelknappheit im Katastrophenfall angekündigt hat, hat eine irrwitzige Debatte über deren Form und Inhalt begonnen. Im Kern geht es darum, ob Deutschland derart gefährdet sei, dass solcherlei Maßnahmen wirklich erforderlich sind. Und ob die Regierung damit nicht Angstmache betreibe in einer Zeit, in der Beruhigung besser sei.

Wir fragen zurück: Haben Sie schon einmal wahrgenommen, was sich vor deutschen Supermärkten abspielt, wenn die Weihnachts- und Neujahrstage für Einkäufe im Kalender ungünstig liegen? Die Parkplätze jedes noch so kleinen Tante-Emma-Ladens quillen über, obwohl sich jeder darüber bewusst ist, dass sich in den übervollen Tüten vermutlich einiges an unnötigen Impulskäufen findet.

Was also soll dieses Gerede von übertriebenem Schutz für den wirklichen Ernstfall? Wir halten die Empfehlungen aus präventiver Perspektive für angemessen und ihre Umsetzung auch nicht für besonders schwierig. Wir empfinden unser Land als sicher – aber wir sind nicht naiv. Ein Anschlag auf das Energienetz ist von allen Szenarien, die auf weite Teile des Volkes Auswirkungen haben, womöglich das am ehesten Mögliche. Wobei, die Nähe zu einigen grenznahen Kernkraftwerken im Ausland ist für manche unmittelbaren Anwohner auch nicht gerade ein Quell der Freude. Ja, und dann sind da noch die Überflutungen, von denen wir auch nicht ausgehen können, dass wir von ihnen in den kommenden Jahren gänzlich verschont bleiben.

Es gibt also gute Gründe dafür, zumindest in diesem von der Regierung empfohlenen kleinen Rahmen nach und nach das zu tun, was jeder Bürger ohne großes Gejammer und Getöse für sich und seine Familie bewerkstelligen kann. Und das ist allemal wichtiger als ein Pokemon-Spiel auf dem Handy.

Notfallcheckliste des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe