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Kleine Krisenpräventionsübung – IV

Stil 11: Ich finde meinen Platz im Leben durch Charme und Witz. Oft sind die anderen damit ganz leicht dazu zu bewegen, das zu tun, was mir nützlich ist. Ich gleiche einem Nesthäkchen in einer Familie, dem alles irgendwie zugetragen wird.

Stil 12: Nichts gelingt mir richtig gut. Ich habe zwei linke Hände und ich bin unbeholfen. Deshalb beschränke ich mich, wenn irgend möglich auf das, womit ich Erfolg habe. Verantwortung kann mich so sehr belasten, dass ich gerade dann besonders versage. Andere nehmen mir vieles ab, da es ihnen ja leichter fällt. Ich fühle mich weniger fähig als die anderen und ihnen unterlegen.

Stil 13: Ich halte meine Gefühle und spontanen Reaktionen zurück. Ich fürchte, dass ich sonst die Situation vielleicht nicht mehr kontrollieren könnte. Ich verlasse mich lieber auf meinen Verstand. Probleme sind eben nur mit Vernunft zu lösen. Ich schätze den Intellekt, die Logik und eine vernünftige — nicht gefühlsbestimmte — Sprache. Gemeinschaft bedeutet mir nicht allzu viel.

Stil 14: Ich hasse Routine und suche Abwechslung, Spannung, Abenteuer. Ich könnte ein Spieler sein. Wenn das Leben monoton wird, scheue ich oft keine Mühe, damit wieder etwas los ist. Ich brauche andere Menschen, die für mich interessant sind und von denen ich Spannung und Abenteuer erwarten kann. Manchmal ziehe ich mich auch von anderen Menschen zurück und suche Aufregung in Träumereien oder Phantasien.

Gut, nun sind Sie dran. Viel Freude bei Ihrer Reflexion.

Kleine Krisenpräventionsübung – III

Stil 8: Anforderungen des Lebens gegenüber bin ich häufig negativ eingestellt. Ich weiß stets eher wogegen ich bin, als wofür. Ich kann dabei meine Ablehnung offen zeigen. Ich kann sie aber auch zum Ausdruck bringen, indem ich mich passiv verhalte und die Wünsche und Forderungen anderer überhöre oder umgehe.

Stil 9: Ich bin ein Pechvogel. Mit mir will wirklich niemand tauschen. Anscheinend bin ich etwas Besonderes. Ich bin schon zu bedauern, aber da kann man eben nichts machen. Was ich schon alles an Unglücksfällen hatte und wie oft ich nur so eben noch daran vorbeigekommen bin! Ich hätte tatsächlich oft mehr Mitgefühl verdient!

Stil 10: Ich leide ähnlich wie der Pechvogel, aber ich leide für ein hohes Ziel oder Prinzip. Ich empfinde mich manchmal als ein Opfer all des Unrechts, das es um mich herum gibt. Märtyrer könnten sich so gefühlt haben. Manchmal demonstriere ich mein Leiden vor einem gleichgültigen Publikum.

Kleine Krisenpräventionsübung – II

Stil 4: Ich muss Recht haben und Recht behalten. Auf diese Weise kann ich mich über die anderen stellen. Richtig und falsch sind für mich die eigentlichen Kriterien. Für Unklarheiten und Ziellosigkeit habe ich kein Verständnis. Es ist für mich wichtig, möglichst wenig Fehler zu machen. Werden mir aber welche nachgewiesen, suche ich mich zu verteidigen, indem ich auf die Fehler hinweise, die auch andere machen.

Stil 5: Ich bringe mich dann am besten ein, wenn ich mich überlegen fühle. Daher meide ich Situationen, in denen ich nicht im Mittelpunkt stehen kann. Um mich in solchen Fällen von den anderen fernhalten zu können, vergrabe ich mich auch schon mal für längere Zeit in ein Hobby oder tue etwas, was eigentlich nichts bringt. Wenn ich nicht unter den Ersten oder Besten sein kann, bin ich unter den Letzten oder Schlechtesten – oder ich mache überhaupt nicht mehr mit.

Stil 6: Es ist für mich ganz wichtig, dass mich alle mögen. Bereits die Ablehnung durch einzelne Personen irritiert und stört mich. Ich reagiere auf Kritik besonders empfindlich und halte es für eine Niederlage, wenn ich irgendwo keine Zustimmung finde. Ich versuche zu spüren, was anderen Menschen gefallen könnte und ändere schon mal meine Meinung, wenn ich damit mehr Zustimmung finde. Ich sehe meinen Wert abhängig von den Wertschätzungen anderer Personen.

Stil 7: Ich will ein guter Mensch sein und stelle an mich höhere moralische Maßstäbe als es die anderen bei sich tun. Manchmal sind sie übermenschlich hoch, wenn ich zum Beispiel einen Fehler von mir für völlig unverzeihlich halte. Meine überhöhten Maßstäbe können mir das Gefühl geben, den anderen moralisch überlegen zu sein. Andere Menschen fühlen sich so durch mich öfter entmutigt.

Kleine Krisenpräventionsübung – I

Heute und an den folgenden Tagen stellen wir Ihnen vierzehn individualpsychologisch geprägte Lebensstile vor und ermuntern Sie, diese zuerst dahingehend zu überprüfen, welche Ihnen selbst am ehesten entsprechen. Wenn Sie Ihre Auswahl getroffen haben, dann empfehlen wir, dass Sie aus allen ausgewählten Texten einen Gesamttext schriftlich verfassen und dabei in einem Resümee ergänzen, in welcher Krisensituation es wohl sehr unpassend wäre, würden Sie sich in der Weise verhalten, wie Sie es anhand der ausgewählten Passagen beschreiben.
Wenn Sie im Anschluss an diese Arbeit nicht vollends ausschließen können, dass diese Krisensituation in den nächsten Jahren wirklich eintritt, sollten Sie ein Krisenpräventionsgespräch auf der Basis Ihrer Überlegungen in Erwägung ziehen.

Stil 1: Ich stelle gern andere Menschen in meinen Dienst. Um dies zu erreichen, kann ich andere einschüchtern, charmant, launisch sein oder auch auf taktische Weise eine vermeintliche Schwäche zeigen. Ich sehe das Leben oft als ungerecht an, da es mir häufig versagt, was ich für mein gutes Recht halte. Ich bin eigentlich nie richtig zufrieden.

Stil 2: Ich bin fast ständig in Bewegung und habe dabei das Gefühl, ich müsse mich beeilen, um all das zu Ende zu bringen, was ich noch tun sollte. Ich bin gewissenhaft und so auf meine Ziele ausgerichtet, dass ich mir nur selten Ruhe und Muße gönne. Ich spüre dabei jedoch so etwas wie eine Angst, ich könnte ein Versager sein, und die übersteigerte Aktivität könnte vielleicht ein Mittel sein, um diese Angst zu überdecken.

Stil 3: Ich möchte mein Leben unter Kontrolle haben. Überraschungen schätze ich im allgemeinen nicht. Auch spontane Reaktionen suche ich möglichst zu vermeiden, und ich zeige auch nicht gerne meine Gefühle, da sie meine Selbstkontrolle beeinträchtigen könnten. Demgegenüber bewege ich mich lieber in geistigen Bereichen. Ich halte auf Ordnung. Von mir fordere ich, dass ich das Rechte tue, und ich stelle so hohe Erwartungen an mich, wie kein anderer. Etwas besser komme ich mir schon vor, wenn ich sehe, womit sich die anderen begnügen.