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Selbsttäuschung – Gegenspieler der Selbstreflexivität?

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Die Selbsttäuschung gilt als eines der seltsamsten geistigen Phänomene überhaupt und ist entsprechend rätselhaft. Wie konnte dieses Phänomen in die Welt kommen? Und warum? Viele Psychologen betrachten die Selbsttäuschung als Art Immunsystem der Psyche, das uns hilft, unser Wohlbefinden gegen einprasselnde Störfaktoren zu erhalten. Doch vor allem Philosophen geben zu verstehen: Selbsttäuschung macht uns nicht dauerhaft glücklich. Evolutionsbiologen sagen, die Selbsttäuschung ist entstanden, um die Täuschung der Mitmenschen zu perfektionieren.

Die Bedeutung der Reflexivität

Ein entwickeltes Maß an Reflexivität unterstützt einen Menschen darin, sein Denken und Handeln, das in einer Krisensituation nicht oder nicht mehr zielführend ist, zu verändern. Vorrangig dient es jedoch dazu, aktuelles Denken und Handeln mit früher gemachten Erfahrungen, erlernten Prozeduren oder geglückten oder gescheiterten Handlungen zu vergleichen – aus sinntheoretischer Sicht also ein Maß an Selbsterkenntnis durch Rückblick auf die im Leben vollzogene oder verfehlte Verwirklichung von Werten aufzubauen. Der Prozess der Selbstreflexion und die damit bestenfalls gewachsene Selbsterkenntnis bereitet präventiv den Raum, künftiges Denken und Planen zu strukturieren und es gegebenenfalls neuen Situationen gegenüber anzupassen.