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	<title>Verhaltensmuster &#8211; KrisenPraxis</title>
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	<description>Krisenkompetenz und Krisenprävention. Blog über Krisen, Krisentheorien, Krisenmodelle, Krisenintervention und individuellem Umgang mit Lebenskrisen, Umbrüchen und psychischen Belastungen.</description>
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		<title>Enantiodromie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ralph Schlieper-Damrich]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Apr 2026 12:10:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Menschenkunde]]></category>
		<category><![CDATA[Verhalten]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn ein Mensch sein Verhalten ins ‚Gegenteil umschlagen‘ lässt, also ‚andere Saiten aufzieht‘, vielleicht gar vom Saulus zum Paulus wird, dann entspricht diese Interdependenz der Gegensätze dessen, was Heraklit &#8211; der überragende Philosoph des Wandels &#8211; mit Enantiodromie bezeichnete. Dieser Begriff fand seinen Einzug in die &#8218;komplexe Psychologie&#8216; von Carl Gustav Jung, der ihn als [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wenn ein Mensch sein Verhalten ins ‚Gegenteil umschlagen‘ lässt, also ‚andere Saiten aufzieht‘, vielleicht gar vom Saulus zum Paulus wird, dann entspricht diese Interdependenz der Gegensätze dessen, was Heraklit &#8211; der überragende Philosoph des Wandels &#8211; mit Enantiodromie bezeichnete.</strong></p>
<p>Dieser Begriff fand seinen Einzug in die &#8218;komplexe Psychologie&#8216; von Carl Gustav Jung, der ihn als einen grundlegenden Mechanismus der Psyche ansah. Für Jung hat jedes psychologische Extrem insgeheim seinen Gegensatz verfügbar. Jedes Extrem erhält förmlich aus diesem Gegensatz seine erforderliche Dynamik. Es gibt somit keinen psychischen Prozess, der sich nicht gegebenenfalls in ein Gegenteil verkehrt und je extremer sich der Prozess zeigt, desto eher ist seine Verkehrung ins Gegenteil zu erwarten. Beispiel: Ein vor einer eingetretenen Krise entscheidungsstarker Mensch <em>verkehrt</em> sich mit der Situation in einen handlungsgelähmten Menschen. Oder er <em>verkehrt</em> sich zu einem hyperreaktiven Menschen mit unbedachter Spontaneität.</p>
<p>Beide Formen liegen bei genauer Betrachtung überraschend nahe beieinander. Beide verengen zum Beispiel auf je unterschiedliche Weise die Perspektive, beide verursachen einen hohen psychischen Energieaufwand zum Wiedererlangen innerer Stabilität, beide erzeugen systemisch eine extreme Dynamik, um mit dem Zustand fertig zu werden.</p>
<p>Um der Enantiomerie zu ‚entgehen‘, stehen drei Wege offen:</p>
<p>– die Person im oben genannten Beispiel kann sich (jenseits seiner Entscheidungsstärke) auf neue Art organisieren und damit neue Wege des Ressourceneinsatzes gehen<br />
– die Person überdauert die Zeit der Störung und kehrt danach zwar zum vorherigen Zustand zurück, ohne jedoch eine Reifung seines Persönlichkeitsmerkmals &#8218;Entscheidungsstärke&#8216; vorgenommen zu haben<br />
– die Person übersteht die Krise nicht und zerbricht an seiner <em>Verkehrung.</em></p>
<p>Eine schöne Übung für regennasse Tage: Beschreiben Sie irgendein persönliches Verhaltensmerkmal und führen es in die beiden Extreme &#8211; wie im Beispiel vorgestellt. Können Sie sich erinnern, eines oder beide Extreme schon einmal gezeigt zu haben? Wie sind Sie damit umgegangen und welche Reaktionen gab es in Ihrem Umfeld?</p>
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