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Gefühle in existenzieller Not

Über 150 Japaner, allesamt an Krebs erkrankt, wurden in einer Studie von Morita & Coll. im Jahr 2000 nach ihren Gefühlen befragt, die mit ihrer Erkrankung in Verbindung stehen.

39% äußerten ‚Gefühl der Abhängigkeit‘, 37% ‚Sinnlosigkeit‘, 37% ‚Hoffnungslosigkeit‘, 34% ‚Last für andere sein‘, 29% ‚Verlust der sozialen Rolle‘, 28% ‚Bedeutungslosigkeit‘.

Und 79% meinten, ein Suizid sei eine gerechtfertigte Handlung, um das persönliche Umfeld nicht durch das eigene Leid zu beeinträchtigen.

Viktor Frankl schreibt in seiner Autobiografie im Kontext seiner Erlebnisse in Konzentrationslagern – und wir laden ein zur Reflexion der Forschungsergebnisse aus Japan aus dieser Perspektive:

‚Hat dieses ganze Leiden, dieses Sterben rund um uns, einen Sinn? Denn, wenn nicht, dann hätte es letztlich auch keinen Sinn, das Lager zu überleben. Denn ein Leben, dessen Sinn damit steht und fällt, dass man mit ihm davonkommt oder nicht, ein Leben also, dessen Sinn von Gnaden eines solchen Zufalls abhängt, solch ein Leben wäre nicht eigentlich wert, überhaupt gelebt zu werden.‘