Kategorie-Archiv: Ralph Schlieper-Damrich

Neues Buch von Ralph Schlieper-Damrich

Gerne möchte ich Ihnen mein soeben erschienenes neues Buch für Logotherapeuten und sinnorientiert arbeitende Coachs vorstellen.
Ich freue mich, wenn es auf interessierte Leserinnen und Leser trifft.

Zum Buch: Jetzt kommen Sie doch einmal auf den Punkt! Hinter diesem Appell steht meist eine bei einer Person erlebte Unklarheit, Langsamkeit, Unschlüssigkeit oder Ineffizienz. Man wünscht sich ein verbindliches und eindeutiges Wort. Was aber, wenn es einem Menschen selbst im inneren Dialog an solch deutlichen Worten fehlt? Und was, wenn dann zudem eine Situation eintritt, die sich durch einen unumkehrbaren, unwiederbringlichen, unersetzlichen Verlust oder eine sich plötzlich auftuende, einmalige Möglichkeit auszeichnet? Eine Situation, die eine klare Stellungnahme erzwingt? Ralph Schlieper-Damrich nennt diese Situationen ‚Tode im Leben‘ und das, was ihnen bestenfalls folgt ‚existenzielle Abschiede‘. Deren Besonderheiten und Hintergründe beleuchtet dieses Buch – psychologisch, auf Basis der Sinntheorie Viktor Frankls existenzphilosophisch und mit zahlreichen Fallvignetten aus der Praxis. Und es lädt ein, sich zum Prozesscharakter in Logotherapie und –coaching eine erweiterte Perspektive zu erarbeiten, denn: Problementstehungsprozess, Coach/Therapeutenauswahlprozess, Coaching/Therapieprozess, Veränderungsprozess, Lösungsprozess, wohin man auch schaut, der Prozess dominiert – nicht der Punkt. Aus gutem Grund rückt er daher in diesem Buch in den Vordergrund. Denn es geht um die Todespunkte im Leben. Besondere Punkte, die zu besonderen Abschieden führen, besondere Stellungnahmen erfordern und besondere Gefühle auslösen. Punkte, die den Klienten dazu aufrufen, sofort verantwortungsvoll und wertebasiert zu handeln. Das Buch bietet Geschichten über diese Punkte und über existenzielle Abschiede. Und es sensibilisiert für die Besonderheit existenzieller Gefühle. Es integriert eine kleine ‚Philosophie des Punktes‘, es regt zu einer Neubetrachtung der von Viktor Frankl so genannten Einstellungswerte und zu seinen Thesen zur Person an – und es versucht den Beweis anzutreten, dass jeder Mensch an ‚Leben nach Tod‘ glaubt.

Zur Person: Ralph Schlieper-Damrich zählt zu den erfahrensten Krisencoachs und Logotherapeuten im deutschsprachigen Raum. Seine Berater- und Therapeutentätigkeit umfasst bislang mehrere Hundert von ihm begleiteter akuter Krisen- und existenzieller Lebenssituationen. Er ist Autor zahlreicher Buch- und Online-Publikationen in den Themen Krise, Krisenprävention und Sinn. Als Pionier in der Transformation der Logotherapie Viktor Frankls ins Coaching positioniert er sich deutlich jenseits des aktuellen Coachingmainstreams. Zu seinen Kunden zählen große und mittelständische Industrieunternehmen, Banken und Versicherungen, Organisationen aus dem Dienstleistungs- und IT-Sektor, politiknahe Institutionen und zahllose Einzelpersonen. Ralph Schlieper-Damrich studierte Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, gefolgt von dreizehn Jahren in leitenden Funktionen im Personal-, Qualifizierungs- und Kulturmanagement von Konzernen und internationalen Bildungsinstitutionen. Er promovierte in Philosophie zum Kontext ‚logos und crisis – sinnorientierte Krisenberatung nach Viktor Frankl‘ und verfügt durch seine Vollausbildung in der originären Logotherapie mit anschließend langer klinischer Hospitation über die Erlaubnis zur Leitung einer psychotherapeutischen Praxis. Dr. Ralph Schlieper-Damrich lebt und arbeitet mit seiner Frau in Augsburg.

Die Internet-Seite zum Buch lautet: https://buecher.perspektivenwechsel.de/

 

Zum Jahresbeginn

Wenn sich Augen öffnen
und den jungen Tag begrüßen

wenn sich Lippen öffnen
und den jungen Tag begrüßen

wenn sich Herzen öffnen
und den jungen Tag begrüßen

wenn offene Arme
dem jungen Tag die Hoffnung geben

wenn offene Worte
dem jungen Tag die Wärme geben

wenn offene Herzen
dem jungen Tag die Liebe geben

Wenn sich wache Augen hoffend in den Armen liegen
wenn sich wache Lippen wärmend in die Worte fallen
wenn sich wache Herzen liebend in die Herzen schließen
wenn der junge Tag so reift, so reift, so reift.

Anonym

Wir ziehen um

Die kommenden Monate lang ruht die Krisenpraxis. Aber wir ruhen uns nicht aus, denn wir beginnen nun auch mit der Planung unseres privaten Umzugs nach Augsburg. Und da kommt mächtig Arbeit auf uns zu.

Wir melden uns zwischendurch sicher mit der ein oder anderen Nachricht. Aber offiziell dann erst wieder am 1.5.2018

Das ‚Doch‘ als Trotzmacht des Geistes

Bei der ‚Trotzmacht des Geistes‘ geht es um das ‚DOCH!‘

Mit einem ‚doch‘ sucht der Mensch nach Sinn.
Mit einem ‚doch‘ überwindet sich ein Mensch.
Mit einem ‚doch‘ positioniert er sich.

‚Doch‘ – gegen ein brüchiges, von Sinnzweifeln überschattetes Dasein.
Für ein gelingendes, orientiertes und trotz aller möglichen Hindernisse gestärktes Leben.

Ist der Quotient aus Erwartetem und Erreichtem für einen Menschen dauerhaft negativ, dann empfindet er seine Welt so, als würde sie ihm aus der Hand gleiten, wegschmelzen – wie ein Eis in der Sonne. Blickt der Mensch dann in die Zukunft, erscheint sie ihm mehr denn je als unkontrollierbar, als fragil, als sinnleer.

In der Tat: Die Komplexität nimmt zu, die Länge des Lebens nimmt gesamtgesellschaftlich zu, die Risiken nehmen zu, die Rezepte zur Lebensgestaltung auch. Wo bleibt die persönliche Ortung und Ordnung, wo das Gefühl der Genug-Tuung? Was ist bleibend, was hat für mich Substanz?

Wenn etwas gut durchdacht und gut gemacht ist, dann lassen sich Menschen auch auf neue Wege, neue Bilder, neue Geschichten ein. Eine lebensnahe und anwendungsbereite ‚Liebe zur Weisheit‘ [kurz: Philosophie] ist ein solches ‚Dreh-Buch‘. In ihm werden graue Kapitel im Leben nicht rosa gefärbt oder ‚schöngeredet‘. Philosophische Beratung gibt dem Menschen, der nicht bereit ist sich ‚abzugeben‘, neue Antworten, damit für ihn ‚Ver-Antworten‘ in freier Weise möglich bleibt. Für mich ist jeder Mensch daher ein geistiges Wesen, das mit seiner ‚Trotzmacht‘ etwas Sinnvolles bewirken kann. Viktor Frankl drückte dies einmal so aus: „Ich muss mir von mir selbst doch nicht alles gefallen lassen.“ Denn es gibt keinen Augenblick im Leben, in dem ein Mensch nicht einen neuen Weg einschlagen kann.

Da muss es ‚doch‘ noch etwas geben!

Wenn Sie diese Neugier auf Ihre persönliche Trotzmacht nicht verloren haben, steht Ihnen meine Türe von Herzen offen. Reflexionen für mutige Suchende – Erschöpfte – Re-Signierende – Herausgeforderte – Zweifelnde aus Wirtschaft, Politik, Lehre und Lebenshilfe.

Als Einzelberatung, Paargespräch oder Colloquium Privatissime. Aber immer als Folge eines persönlichen Kennenlerngesprächs, das ich Ihnen gerne kostenfrei in Augsburg anbiete.

Ich freue mich auf Sie.
Ralph Schlieper-Damrich

Liebe zur Weisheit

Liebe zur Weisheit – das meint ‚Philosophie‘. Und was ist Weisheit? Für mich die Fähigkeit, mit der Frage nach Sinn umgehen zu können. Sinn ist das Wesentliche. Wissen ist das Wichtige. Mit Weisheit vermag der Mensch, zwischen wesentlich und wichtig zu unterscheiden. Das Gehirn überführt Wichtiges in Wissen. Das Gewissen überführt Wesentliches in Weisheit. Weisheit hat Wissen integriert. Wissen jedoch noch nicht Weisheit. Was wesentlich ist, ist immer auch wichtig. Was wichtig ist, ist jedoch nicht immer auch schon wesentlich.

Weisheit ist das individuell beste angewandte Gewissen hinsichtlich des besten angewandten Wissens. Während der Mensch für sich selbst viel wissen kann, führt ihn sein Gewissen dazu, es derart einzusetzen, dass es für andere Menschen zum Guten gereicht. Das Gewissen öffnet somit die Tür zwischen ‚dem Menschen als Selbst‘ und dem ‚Menschen in der Welt‘. Und das Gewissen öffnet die Tür, um den Teil der Welt ins Selbst zu lassen, der dem Menschen selbst gut tut. Dass sich die Tür öffnen und schließen kann, ist weise. Weisheit ist der geistige Umgang mit der Grenze zwischen Selbst und Welt. Das Gefühl dieser Weisheit nennt sich Liebe.

Jahresend-Wunsch an die Evolution

Zum Jahresende darf man sich ja etwas wünschen. Gesundheit und ein langes Leben sind so die Klassiker. Nicht schlecht, aber ich habe trotzdem einen anderen. Ich habe den Wunsch an die Evolution, dass sie es fertigbringt, irgendwann einmal die Neugeborenen von Anbeginn sprechen lassen zu können. Also, so richtig, mit dem vollen Programm.

Ich glaube, dies würde einen wirkungsvollen Beitrag dafür leisten, dass die den Kindern per se gegebene Resilienz nicht dadurch in den ersten Lebensjahren erodiert, weil die sie umgebenden Personen meinen, sie müssten ihre Kinder erst ’sozialisieren‘.

Wer ein Kind sozialisiert, der geht offenbar davon aus, dass es nicht sozial ist. Wer jedoch davon ausgeht, dass ein Kind bereits alles Wesentliche für sein Leben mitbringt und es dann darin unterstützt, das seinem Wesen Entsprechende auszuformen, der folgt einem an eine Goethe-Weisheit angelehnten Satz:

„Wenn man ein Kind wirklich sieht wie es ist und es nicht zu dem macht, was es aus eigener Anschauung sein soll, dann kann man es darin unterstützen, zu dem zu werden, der es werden kann.“

Könnten uns doch die Kinder direkt ab Beginn ihres Lebens nur sagen, wie sie sind. Manche Therapiestunde könnte eingespart werden.