Kategorie-Archiv: Individuelle Krisenprävention

Zwischendurch gefragt …

… welche Geschichten des Gelingens könnten Sie heute erzählen? Welches – um ein häufig benutztes Wort in der Gegenwart zu bemühen – ‚Narrativ‘ haben Sie und wie wirkt es sich auf Ihre Lebensführung aus? Wem haben Sie über Ihr Gelingendes berichtet und aus welcher Motivation heraus? Passt Ihr Narrativ zu den Erwartungen Ihres privaten und beruflichen Umfeldes? Haben Sie schon einmal überlegt, worin der schmale Grat zwischen ‚Narrativ‘ und ‚Lebenslüge‘ besteht? Wie lange erzählen Sie wem bereits Ihr Narrativ? Haben Sie den Eindruck, dass sich Ihre Geschichte des Gelingens in der Zukunft noch einmal ganz anders anhören könnte? Wenn ja, was müssten Sie tun, was Sie nicht bisher auch schon taten, damit dieses Gelingen gelingt?

Ressourcen-Check

Die Urlaubszeit kommt zum Ende, der Jahresendspurt im Job beginnt. Und mit ihm stellen sich wieder allzu menschliche Fragen. Wie gelingt mir eine gute Selbststeuerung und Selbstmotivation. Welche Absichten habe ich und wie kann ich die zielgerichtet umsetzen? Welchen Stress kann ich künftig besser abwenden, was müsste ich tun, um durch zu viel Stress zu scheitern? Laufe ich Gefahr, dass unter Stress alte Glaubenssätze wieder aktiv werden und mich hindern, ein gelingendes und erfreuendes Berufsleben zu führen? Worum geht es mir bei meiner Arbeit?
Sofern Sie sich solcherlei Fragen stellen, dann fühlen Sie offenbar ein Gap zwischen Wunsch und Wirklichkeit, zwischen Gelassenheit und Überforderung – und allemal ein Erfordernis, den Status Quo der individuellen psychischen Verfassung zu ermitteln.

Als Ausgangspunkt für Ihre bewusste Selbstentwicklung setzen wir in unserer Coaching- und Therapiepraxis die Osnabrücker Persönlichkeitsdiagnostik [entwickelt von Prof. Dr. Julius Kuhl] ein. Mit ihr gelingt ein genauer Blick in die bewussten und unbewussten psychischen Kraftquellen und Krafträuber. Und es zeigt Wege auf, wie das persönliche Set an Selbststeuerungsfähigkeiten verbessert werden kann. Das Verfahren leistet damit einen wichtigen Beitrag für die psychische Gesunderhaltung, nicht nur am Arbeitsplatz.

Wenn auch Sie einen Blick in Ihre psychische Verfasstheit entlang dieser wissenschaftlich fundierten Persönlichkeits- und Motivationstheorie werfen wollen, stehen wir Ihnen in unserer Praxis gerne zur Seite.

Studienbefragung ‚Pandemie und soziale Resilienz [Kontext Architektur]‘

Unsere empirische Untersuchung im Kontext ‚soziale Resilienz und Pandemie‘ läuft unter der Leitung der Psychologiestudentin Angella Kattae von der Universität Trier.
Die Ergebnisse finden Sie hier im November 2021

Hier ist der Link zur Befragung, an der Sie gerne teilnehmen können. Sie dauert weniger als zehn Minuten.

Krisenpräventionsspirale

Anders als im Spiralmodell von Erika Schuchardt, in dem die individuelle Krisenverarbeitung als Lernweg durch acht Spiralphasen dargestellt wird, die ihrerseits nicht begrenzt und abgeschlossen sind, sondern fließend ineinander übergehen, sich ablösen aber auch nebeneinander bestehen können, wird hier nun das Modell der Krisenpräventionsspirale vorgestellt.

Dieses Modell adressiert den Wunsch von Klientinnen und Klienten, einen Blick in ihre nächste Lebensphase zu werfen und die dort nicht völlig auszuschließenden, potenziell existenziellen Problemsituationen hinsichtlich präventiver Gestaltungsmöglichkeiten zu bearbeiten. Die sieben Phasen beginnen mit der Selbstvergewisserung, dass es diese Krisenmomente im Leben geben kann. Hier die weiteren Phasen:

7. Selbstbewusstheit
[ich gestalte meine neue Lebenspraxis]
Das Leben aus der Perspektive der Zukunftsmöglichkeiten trotz möglicher Krisenbelastungen führen

 


6. Selbstverantwortung und Genius

[ich erkenne, worum genau es geht]
Wahrnehmung des existenziellen Gefühls bei der Verwirklichung des zentralen Einstellungswertes

5. Selbstwertentwicklung
[ich erlaube mir, mich von Altlasten zu trennen und meine Werte zu leben]
Integration des Lebensthemas und Entfaltung des Wertesystems, bestehend aus
schöpferischen Werten, Erlebniswerten und Einstellungswerten

4. Selbstbeauftragung
[woran gilt es vorrangig zu arbeiten]
Aufbruch in ein neues Sinn- und Selbstkonzept

3. Selbstaufklärung
[warum kann gerade mir das geschehen]
Bemusterung des bisherigen Lebens

2. Selbstüberwindung
[ich befasse mich ernsthaft und doch gelassen]
Entscheidung für die unbequeme, im Kern jedoch befreiende Auseinandersetzung mit möglichen Lebensphasen-Krisen [wir empfehlen für die Phasen 2-6 die Begleitung durch eine/n Logotherapeuten/in]

1. Selbstvergewisserung
[ich schaue hin]
Akzeptanz potenziell existenzieller Belastungssituationen, deren Eintreten in den kommenden fünf Jahren nicht vollends ausgeschlossen werden können [wir empfehlen hierzu das Konzept Life2Me]

BUGA und Erlebniswerte

Die Bundesgartenschau in Erfurt lädt Sie und insbesondere Ihre Augen noch bis Ende September 2021 zu einem wahren Farbenfeuerwerk ein. Wer sich in einer psychisch belastenden Situation befindet und schöpferische Werte [eine Kategorie on Viktor Frankl] wie Leistung, Initiative, Ordnung, Arbeit oder auch Kreativität nicht verwirklichen kann [vielleicht aufgrund eines Verlustes eines Menschen oder des Arbeitsplatzes oder aufgrund einer Erkrankung] nicht verwirklichen kann, der kann seine Erlebniswerte [wie zum Beispiel Schönheit, Anmut, Sanftheit, Harmonie …] aktivieren. Der Erfurter Augenschmaus bietet Ihnen eine Fülle an derart wertevollen Eindrücken und die Stadt selbst erbringt ihren Teil dazu, um Ihnen als  erfreuende  und vitalisierende Energiequelle auch in Krisensituationen einen Ausgleich zu ermöglichen. Hier ein paar Eindrücke aus unserem Besuch in Erfurt Mitte Juli.

 

Existenz

»Existenz will sich nicht ins Beliebige vergeuden, sondern ihr Dasein für das Eigentliche verschwenden. Erst, wenn die Entscheidung reif wird, wenn ich im geschichtlichen Zugriff mich verwirklichen könnte und mich dennoch an meine jetzt fragwürdig werdende allgemeine Möglichkeit angstvoll klammere, entgleite ich mir durch diese Verweigerung des Eintritts in das Schicksal meines Tages. Scheu vor jeder Fixierung in Beruf, Ehe, Vertrag, vor jeder unwiderruflichen Bindung, verhindert mein Wirklichwerden, so dass ich schließlich, was Ursprung in mir hätte sein können, als nur mögliche Existenz ins Leere zerrinne.«

Karl Jaspers

Krisenforscher in Deutschland

FRANK BÖSCH ist Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung (ZZF) und Professor für deutsche und europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts an der Universität Potsdam. Er ist Mit- Herausgeber des Handbuchs Krisenforschung, 2020, das aus verschiedenen konzeptionellen und methodischen Perspektiven auf ‚Krise‘ schaut und plädiert dabei für einen reflexiven Ansatz, der den Begriff der ‚Krise‘ selbst als zu beobachtenden Begriff versteht.

FRANK ROSELIEB ist geschäftsführender Direktor und Sprecher des Kieler Instituts für Krisenforschung (‚Krisennavigator‘), ein Spin-Off der Universität Kiel. In mehr als 500 Vorträgen, Veröffentlichungen, Forschungs- und Beratungsprojekten hat sich der Wirtschaftswissenschaftler seit 1998 u.a. mit Krisenkommunikation im Internet, Krisenmanagement bei Lebensmittelskandalen, Katastrophenmanagement bei Terroranschlägen, Business Continuity Management in Banken, Risikokommunikation bei Hochwasserereignissen und Pandemien, Themenmanagement in öffentlichen Einrichtungen und Restrukturierungsmanagement im Mittelstand beschäftigt.

RALPH SCHLIEPER-DAMRICH ist Gründer des Augsburger Instituts für Individuelle Krisenprävention. Das Institut hat die zentrale Aufgabe, einen Beitrag dafür zu leisten, dass Menschen sich und ihr Recht auf ein gelingendes Leben nicht verfehlen. Dabei schlägt es eine Brücke zwischen den Kontexten Sinntheorie von Viktor Frankl und Krisenprävention durch Werteklärung und Krisenpsychotherapie.

ERIKA SCHUCHARDT ist Professorin emer. für Erziehungswissenschaft an der Universität Hannover. 1994 bis 2002 war sie Mitglied des Bundestags, ab 1972 gewählte Synodale der Evangelischen Kirche in Deutschland. Schuchardt schrieb u. a.: „Warum gerade ich …? Leiden und Glauben“ (11. überarbeitete und erweiterte Jubiläumsausgabe, 2002), „Weiterbildung als Krisenverarbeitung“ (Bd. 2, 8. Aufl. 2003) und ist Begründerin des Krisenmodells ‚Lebens-Spiralweg im Komplementärmodell – Krisenmanagement für Person & Gesellschaft.

 

Sterben als Kopie

Haben Sie schon einmal überlegt, wer sie geblieben wären, hätten Sie nicht die Segnungen der Erziehung und Sozialisation empfangen? Warum sollte ich das denken, werden viele sagen, denn ‚ich bin ganz zufrieden mit dem, was aus mir wurde und wie ich darin von Eltern und Gesellschaft unterstützt wurde‘. Anderen geht es genau andersherum – einmal nicht das Leben anderer leben, einmal nicht wissen, dass man als Original geboren wurde und als Kopie anderer sterben wird.

Erst einmal im Erwachsenenalter angekommen, erweist sich die Frage nach dem ‚wer bin ich wirklich und wie kann ich mich an diesen Kern, zumindest etwas, wieder zurückbinden?‘ zuweilen als existenziell. Schließlich geht es um nicht weniger als die Identität. Und so kann es sein, dass man sich seiner Selbst nicht mehr so sicher ist und dieser Mangel an Selbstsicherheit auf eine gesellschaftliche Ordnung trifft, in der Macht, Regeln und Leistung ’normal‘ sind, während Bedürfnisse nach Zuwendung, Gemeinschaftswohl oder auch intellektueller Vernetzung kaum befriedigt werden können. Wer sich hier in einer Identitätsfalle fühlt, kann dies anderen Menschen, die dieses Empfinden nicht haben, kaum kommunikativ nachvollziehbar vermitteln. In der Folge passt sich die Person immer weiter den Gegebenheiten an und merkt doch sehr wohl, dass da im Leben etwas einfach nicht stimmt.

Mit dem Kindheits-Enneagramm, das wir vor gut zehn Jahren entwickelt haben, kann in einem logotherapeutischen Gespräch ein Beitrag dafür geleistet werden, dass ein Mensch die Grundzüge des eigenen Originals wieder erkennt. Die Umsetzung dieser Erkenntnisse in ein der Identität entsprechendes Verhalten ist dann im Anschluss die eigentliche Arbeit. Sie ist schwierig, da sich das System um die Person herum – wenn überhaupt – nur langsam ändert. Ergo steht die Person in der Selbstverantwortung, das zu tun, was ihr entspricht – verbunden mit der Überwindung manchmal zahlreicher Begrenzungen, die sich über die Zeit hinweg um die Person gelegt haben. Nach und nach sich von Klammerungen aller Art zu distanzieren, wirkt anfangs befreiend und bedrohend zugleich – und nicht jeder Mensch schafft es, diesen Prozess in für ihn passender Geschwindigkeit und Konsequenz zu gestalten. Klammern sind stark und haben durchaus auch ihre Qualitäten. Sich von einigen zu lösen, fällt leichter, wenn die Person den Sinn in ihrem Leben erfühlt. Die ‚Zutaten‘ für diesen Wahrnehmungsprozess sind ‚Weltoffenheit‘, ‚Selbstempathie‘, ‚Geduld‘ und ein Bewusstmachen innerer Zensoren. Der stärkste eigene, innere Gegner der Sinnfindung ist das Selbstmitleid. Verfällt ein Mensch in diesen Zustand, begibt er sich an sich in den Hass auf sein Umfeld, seine Lebensgeschichte, manchmal sogar auf sich selbst. Dieser Zustand ist fraglos negativ und er bringt auch nichts, außer noch mehr Hass oder Schicksalsergebenheit.

Ein Original hasst nicht – gerade deshalb, weil es keinen Grund dafür hat. Hass kommt hingegen auf, wenn ein Original gezwungen wird, seine Authentizität aufzugeben und zur Kopie anderer zu werden. Und Selbsthass keimt, wenn – wie es Marcel Proust einmal beschrieb – ein Mensch das Bedürfnis entwickelt, seine Leiden gerade von denen mildern zu lassen, die ihn zum Leiden brachten.

Arbeit hin zum Original – eine der originären Arbeiten in der Logotherapie.

Werte in Ordnung?= Werteordnung

Für manche Menschen gibt es nur eine Sache auf der Welt. Mal ist es die Familie, mal die Leistung im Job, mal ein Sport, mal der Schutz der Natur – was auch immer: Wer eine solche pyramidale Werteorientierung hat, lebt ein Leben mit besonderer Mission. Für dieses Thema oder diese Aufgabe steht die Person ein, mit allem was sie hat. Andere Wertmöglichkeiten sind weniger wichtig, und darin liegt nun ein nicht unbeträchtliches Risiko. Bricht nämlich die Spitze der Pyramide weg, zum Beispiel durch Wegfall der beruflichen Herausforderung, durch Krankheit oder Tod einer Person, due mangelnde finanzielle Ressourcen o.ä., dann kann dies zu einer existenziellen Verlustsituation führen, zur Verlustkrise.

Andere Menschen wiederum führen eine Art Werte-Mischpult vor sich her. Sie leben in einer  parallelen Wert-Orientierung und haben mehrere und unterschiedliche Inhalte in ihrem Leben, die für sie viel bedeuten und die sich wertschätzen. Kommt es nun zu einem Wegfall der Möglichkeit, in einem Lebensbereich Werte zu verwirklichen, dann kann dies durch die Hinwendung zu anderen Lebensinhalten kompensiert und psychisch robust verarbeitet werden.

Wenn aber in unserer Gesellschaft, die noch weithin nach dem Strickmuster einer schnellen und möglichst umfassenden Befriedigung individueller Bedürf­nisse funktioniert, die sinnvolle Verwirklichung von Werten erschwert oder verunmöglicht wird, dann neigt die menschliche Psyche dazu, das offenkundige Sinndefizit ausgleichen zu wollen durch Wachstumsphantasien aller Art. Der Philosoph Odo Marquardt schrieb dazu: „Das Sinnlose [wird] zum Superleben transformiert. An die Stelle des Sinns treten die Zerstreuung, das Geld, der Erfolg, das Prestige, das Wachstum, die Korpulenz in physischer, technischer und ökonomischer Form: die moderne Anspruchsgesell­schaft ist der Kummerspeck des Sinndefizits. […] Weil das Leben, das man lebt, leer ist, braucht man es – und alles in ihm – mindestens zwei­mal: den Zweitfernseher, das Zweitauto, das Zweithaus, das Zweitstudium, die Zweit­frau oder den Zweitmann, das Zweitleben etwa als Urlaub […] Es gibt den Zweitberuf, die Zweitarbeit als Schattenwirtschaft und als Expansion der Nebentätigkeit.“ Und weiter: „Somit steigen die Lebensansprüche mit der Vertiefung des Sinndefizits. Kurz gesagt: Es geht um „Wachstum statt Sinn.“

Viktor Frankl hatte eine solche Haltung, in dessen Folge eine Person in ein existenzielles Vakuum rutscht, eine ‚provisorische Daseinshaltung‘ genannt. Sie zeigt sich in extremo in einer ‚Scheiß-egal-Haltung‘ mit Abgabe jeglicher Verantwortung und Selbstverpflichtung, einem Hinauszögern möglicher Entscheidungen und einem Nörgeln hinsichtlich vermeintlicher Aussichts- und Zukunftslosigkeit. Wer ein solches Leben lebt, der lebt ohne Werteordnung und die einzige Aufgabe kann nur darin zu bestehen, die eigenen Werte in Ordnung zu bringen.

Wollen Sie acht Tage mehr Sinn-Zeit für sich?

Bronnie Ware, Sterbebegleiterin aus Australien, hat in ihrem Buch ‚5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen‘ über ihre Erfahrungen aus Gesprächen mit Menschen berichtet, die sich auf ihren Tod vorbereiteten. Bemerkens- und nachdenkenswert hier ihre Beobachtungen:

Die meisten Sterbenden äußerten den Wunsch, den Mut gehabt zu haben, sich selbst treu geblieben zu sein anstatt ein Leben zu führen, wie andere es von ihnen erwarteten. Viele Menschen konnten sich die Träume nicht annähernd erfüllen, die sie in ihrem Leben gehabt hatten. Dabei waren es zumeist keine, die irgendwelche besonderen Rahmenbedingungen erfordert hätten.

Direkt auf dem zweiten Platz landete der Wunsch, nicht so viel gearbeitet zu haben. Dabei wurde häufig das liebe Geld als Grund für die Dauerüberforderung und Selbstoptimierung genannt oder der Karrieredruck, dem man sich hingab. Womöglich haben die Befragten erkannt, dass ein zu fokussierter Blick auf Status und Besitz eine Lebensführung vorgaukelte, die sich am Lebensende nicht als der sinnvollste erwies – denn den Personen waren die Alternativen ja offenkundig bewusst.
Merke: 15 Minuten weniger zweckdienliche Arbeitszeit täglich sind mögliche acht Tage mehr sinnvolle freie Zeit im Jahr.

Ebenfalls wurden die Wünsche genannt, mehr den eigenen Gefühlen Ausdruck verliehen zu haben, weniger Unterdrückung von Ärger und Groll und mehr klare und ehrliche Ansage an Störenfriede und Lebensfreudefresser. Dazu gehört insbesondere die Entwicklung von Trennungskompetenz, also die Fähigkeit, sich von Menschen zu distanzieren, die bewusst oder unbewusst immer wieder Werteverletzungen vornehmen und – weil nichts geschieht – dieses Fehlverhalten auch nicht abstellen. Dass es manchmal sogar Freunde und andere nahestehende Menschen sind, die sich diese Werteverletzungen erlauben, macht die Sache nicht einfacher und steht im Konflikt mit dem nächsten Wunsch:

Ich wünschte, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden gehalten. Dieser Wunsch ist mehr als menschlich und sich vorzustellen, man würde mit einem harten Kern an echten Freunden mehr als nur ein paar Urlaubstage verbringen, klingt verlockend. Dann aber braucht es eine Sinnvereinbarung: Worum soll es uns in unserer Freundschaft gehen? Wozu soll es gut sein, dass wir diese Zeit miteinander gestalten? Kein Sterbender hat berichtet, ihm wäre es wichtig gewesen, mehr Zeit zum Beispiel fürs Komasaufen oder andere Exzesse verwendet zu haben.

Zu guter Letzt wünschten sich viele, sich mehr Freude gegönnt zu haben. Dies kann als Empfehlung für jeden der Folgegeneration angesehen werden, sich darüber bewusster zu werden, was genau einen selbst wirklich wirklich wirklich erfreut. Was ist Ihr Kern der Freude [nicht Spaß oder Gaudi]? Welche Bürden und Hürden müssten fallen, so dass Sie näher an diesen Kern herankommen?