Archiv für den Autor: Ralph Schlieper-Damrich

„… trotzdem JA zum Leben sagen“ von Viktor E. Frankl als Live-Hörspiel

Gerne machen wir auf diese Veranstaltung aufmerksam:

Jüdisches Museum Augsburg Schwaben in Kooperation mit Kulturhaus abraxas

… trotzdem JA zum Leben sagen
Lesung: Andreas von Studnitz
Musik: Wolfgang Lackerschmid

Das 1946 veröffentlichte Buch „Trotzdem Ja zum Leben sagen“ des jüdischen Psychotherapeuten Viktor E. Frankl schildert nicht nur eindringlich seine Erlebnisse als Häftling in deutschen Konzentrationslagern, sondern reflektiert diese auch in Bezug auf die Psyche der Betroffenen.

Im Unterschied zu einer reinen Lesung wird mit der live am Vibraphon dargebotenen Musik, die sowohl in emotional unterstützenden Klängen szenisch mit dem Gesprochenen korrespondiert, als auch in Textpausen einen Ruhepunkt schafft, die Aufnahme des Textes vertieft.

Veranstaltungsort: abraxas Theater, Sommestraße 30, 86156 Augsburg
Termin: Mi 19.10. um 19:00 Uhr
Eintritt: € 20,– | € 15,– (erm.)
Tickets gibt es im abraxas Büro (nur Barzahlung), in der Bürgerinfo am Augsburger Rathausplatz, in allen Reservix-Vorverkaufsstellen und online über www.kulturhaus-abraxas.de oder www.reservix.de.
Video: https://www.youtube.com/watch?v=xuhrT1noUwo
Info: www.jkmas.de

Sie sind daran interessiert, die ‚geleerte‘ Domain www.krisenpraxis.de im kommenden Frühjahr erwerben? Wir freuen uns über Ihre Nachricht auf team@krisenpraxis.de

Sign for help

Jüngst wurde ein Mädchen in Rheinland-Pfalz Opfer einer sexuellen Gewalthandlung, konnte jedoch durch ein Handsignal Passanten unauffällig um Hilfe bitten, so dass der Tatverdächtige festgenommen werden konnte. Bei dem Zeichen handelt es sich um das von der Canadian Womans Foundation eingeführte ‚Signal for Help‘. Es dient unter anderem Frauen dazu, auf häusliche Gewalt aufmerksam zu machen, wenn sie zum Beispiel in Videokonferenzen mit Kolleginnen und Kollegen arbeiten und diese so um Hilfe zu bitten. In Kanada und den USA ist das Zeichen bereits verbreitet. Es bleibt zu hoffen, dass Eltern, Schulen und Medien das Zeichen verbreiten.

Das Zeichen besteht aus dieser Abfolge: Zuerst wird die geöffnete Handfläche gezeigt und der Daumen nach innen angewinkelt. Danach werden die restlichen Finger auf den Daumen gelegt, sodass eine Faust entsteht. Sehen Sie dazu auch diesen Beitrag.

Wir meinen: eine hilfreiche Unterstützung zur Krisenprävention.

Film zum Thema „Kriseninterventionsteam“.

Gerne kommen wir der Bitte des Westdeutschen Rundfunks (funk-Format reporter -WDR) nach und verlinken hier zum Kurzfilm zum Thema ‚Krisenintervention‘.

Worum gehts: Wenn Menschen nach traumatischen Situationen psychische Erstbetreuung brauchen, ist Laura als Kriseninterventionshelferin vor Ort. Sie hat erst vor Kurzem die Ausbildung für das Ehrenamt abgeschlossen und rückt seitdem bei Unfällen, Suiziden oder erfolglosen Wiederbelebungen aus. WDR-Reporter Alex bei einem von Lauras ersten Einsätzen dabei. Warum hat sich Laura freiwillig für dieses Ehrenamt entschieden? Und wie ist das, völlig fremde Menschen in der absoluten Krise aufzufangen?

Adieu

Heute endet nun wie einst geplant das Projekt ‚KrisenPraxis‘. Zu Beginn dieses Blogs vor einigen Jahren haben wir uns als Selbstauftrag gesetzt, eine umfassende Informationsplattform zum Themenfeld individueller Krisen und Krisenprävention, vielfach mit direktem oder indirektem Bezug zum sinntheoretischen Gedankengut von Viktor Frankl, zu erstellen. Diesen Auftrag sehen wir nun hinreichend als erfüllt an – es war eine freudevolle Arbeit für Sie. Wir hoffen, Sie konnten den ein oder anderen Impuls für so manche belastende Lebenssituation nutzen oder eine Idee für Ihre private oder berufliche Zukunftsgestaltung aufgreifen.

Zum Schluss noch etwas ‚Wünsch Dir was‘ für die kommenden Jahre:

  • Dass an einigen deutschen Hochschulen Viktor-Frankl-Lehrstühle für angewandte Sinn- und Wertewissenschaft entstehen;
  • dass eine Deutsche-Jugend-Sinnakademie aufgebaut wird, die jungen Menschen die Zusammenhänge von Sinn, Werten, Glück und beruflicher Entwicklung vermittelt;
  • dass sich eine deutsche Großstadt bemüht, sich als Exzellenzzentrum für Werte- und Sinnforschung zu positionieren.

Diese Seite bleibt noch eine ganze Weile online, Irgendwann jedoch wird der Delete-Knopf gedrückt werden, dann verabschieden wir alle Inhalte auch aus dem Web. Bis dahin aber wünscht Ihnen das KrisenPraxis-Team eine gesunde und krisenbefreite Zeit. Adieu und …

Nudeln und Sorgen haben eins gemeinsam.
Von beidem macht man sich meist mehr als erforderlich.

Dr. Ralph Schlieper-Damrich: (Jahrgang 1961) hat Wirtschafts- und Sozialwissenschaften studiert und über 13 Jahre im leitenden Personal-, Bildungs- und Kulturmanagement gearbeitet, sich durch eine Vollausbildung in sinnzentrierter Psychotherapie zum Logotherapeuten und Existenzanalytiker qualifiziert. 2014 wurde er in Philosophie promoviert. Als Coach arbeitet er seit 1996, als Coachausbilder seit 1999, als Therapeut seit 2007 in eigener Praxis. Seine Arbeitsschwerpunkte im Coaching liegen in den Bereichen Krise und Krisenprävention, Werteentwicklung, Führungskultur und Kommunikationsästhetik. „Ich leiste einen Beitrag dafür, dass Menschen sich nicht verfehlen“, stellt die Wirkung dar, die Ralph Schlieper-Damrich durch seine Leistungen erbringt. Anthropologisch und methodisch ist er der Sinntheorie Viktor E. Frankls nahestehend, dessen Theoriekonzept wurde von ihm als Erstem konsequent ins Coaching transferiert. Ralph Schlieper-Damrich ist Autor von fünf Coachingbüchern, er lebt und arbeitet in Augsburg.

Schlussgedanken eines Logotherapeuten und sinnorientiert arbeitenden Coachs

Irgendwie war Sinn ja schon immer ein Thema, aber seit der in den Topmanagement-Etagen bekannte Berater Fredmund Malik von der Universität St.Gallen den Unternehmerinnen und Unternehmern zurief, dass Frankl den aus seiner Sicht wichtigsten Beitrag zur Diskussion um die Motivation des Menschen geleistet habe, nahm Sinn auch dort Fahrt auf. Leider jedoch oft genug falsch verstanden oder interpretiert.

Natürlich muss erwähnt werden, dass sich im Kontext der Frage, was zu einem gelingenden Leben eines Menschen beiträgt, ganze Heerscharen von Autoren geäußert haben. Alle haben mitgeholfen, Sinn durch die Verknüpfung mit anderen Themenfeldern wie beispielsweise Gesundheit, Persönlichkeitsentwicklung, Führung, Alter, Glaube, Krise oder Krankheit zu einem ‚big point‘ zu machen. Naheliegend, dass diese Entwicklung auch die Wissenschaft auf den Plan rief.

Aus der ‚empirischen Sinnforschung‘, deren Ziel in der Regel darin besteht, fruchtbare Ansätze für die psychotherapeutische, psychiatrische und psychoedukative Arbeit zu liefern, finden sich heute eine Fülle von Studien, die die Bedeutung des Sinns für das Wohlergehen, die Lebensgestaltung, die Zufriedenheit oder das Glück hervorheben oder auf Wege zur Integration von Sinn in therapeutische, pädagogische oder dialogische Prozesse hinweisen.

Wer sich tiefergehend mit diesen Ansätzen befasst, dem kann auffallen, dass die Person häufig übersehen oder unerwähnt bleibt, die Sinn nicht lediglich als eine etwas erklärende Variable menschlichen Daseins diskutierte, sondern ihn vielmehr als das Zentrum der Wesenhaftigkeit des Menschen hervorhob: Viktor Frankl.

Jeder Mensch hat stets einen konkreten, individuellen Lebenssinn

Wie geht das zusammen? Frankl, dessen ‚Trotzdem ja zum Leben sagen‘ [‚Man‘s search for meaning‘] bis heute bereits eine millionenfache Leserschaft fand und Frankl, dessen Erbe die Wissenschaft so zaghaft aufgreift – irgendetwas Spannendes scheint sich zwischen diesen beiden Welten abzuspielen. Vielleicht sind es Irrtümer?

Der Irrtum vielleicht, dass unter sinnvollen Tätigkeiten oder Handlungen reflexartig etwas Altruistisches, Karitatives, Ästhetisches, Pflegendes, Lehrendes, Kulturelles oder Empathisches verstanden wird? Verstärkt vielleicht noch um die Annahme, dass solche Tätigkeiten dann als Sinn in Erwägung gezogen werden, wenn andere zum Beispiel durch Krankheit oder Krise nicht mehr aufrechterhalten werden können?

Oder der Irrtum, dass man sich Sinn machen könne? Dieser Irrtum hält sich hartnäckig und muss aufrechterhalten werden, will man das, was man Sinn nennt, empirisch messen. Geht man davon aus, dass sich Menschen einzig mit Zielen, selbstgesetzten Aufgaben, Interessen, Eigenaufträgen oder Selbstverpflichtungen ihr Leben sinnerfüllt gestalten, dann freilich lässt sich messen, auf Basis welcher psychophysischen Verfassung sie dies tun.

Oder der Irrtum, Sinn sei gleichzusetzen mit kognitiver Bedeutungszuweisung, emotionaler Bewertung oder gar mit Zweck. Dass uns bereits Buchtitel den von Frankl angeregten Zugang zum Sinn erschweren, zeigt bereits der Begriff ‚meaning‘ im oben bereits genannten Bestseller. Übersetzt man ihn mit ‚Bedeutung‘, so kann er dann, wenn man ihn mit ‚ich messe etwas Bedeutung bei, ich verleihe etwas Bedeutung‘ mentalisiert, als aktiver kognitiver Prozess verstanden werden. So interpretiert, macht sich der Denkende seinen Sinn. Andersherum jedoch wird erst der sinntheoretische Schuh daraus: Es gibt jederzeit in der Welt eines Menschen, in seinem Möglichkeitsraum, ein verfügbares ‚Bedeutendes‘ – einen Sinn. Ihn gilt es zu suchen, zu finden und im Moment des Gefundenwerdens erkennt die Person die Bedeutung, die das Sinnvolle für sie hat.

Diese Anmerkungen sollen zu erkennen geben, dass Viktor Frankl mit der von ihm vorgestellten ältesten und in ihrer Ausformulierung einzigen Theorie des Sinns, nicht nur die phänomenologische Perspektive eines praktizierenden Arztes, Psychiaters und Psychotherapeuten einnimmt, sondern diese auch in einen umfassenden philosophischen Begründungszusammenhang verweist. Mit heutiger ausdifferenzierter wissenschaftlicher Sichtweise mag es nahezu als unmöglich erscheinen, sowohl eine angewandte Philosophie als auch eine angewandte Psychologie zu vertreten und, damit nicht genug, beide mit einer theoretischen Basis und einem ausformulierten Menschenbild quasi aus einer Hand zu einem ganzheitlichen Brückenschlag zwischen Theorie und Praxis zu führen.

Ob Frankl dieses Gesamtkunstwerk gelang, entscheidet sich letztlich immer im Auge des Betrachters und dessen Bereitschaft, sich sein Bild vor dem Hintergrund eines Mannes zu machen, der sich zuallererst um die Pflege der Seele von Menschen in Krisen einsetzte und dabei erkannte, dass bei dieser Arbeit sich jedwede Reduktion des Menschen verbietet.

Frankls philosophisch-argumentatives Vorgehen ruht in der Tradition phänomenologischen und existenzphilosophischen Gedankenguts. Das allein reicht bisweilen bereits hartgesottenen Konstruktivisten oder Anhängern der Idee eines von einem freien Willen abgekoppelten Menschen aufgrund der postulierten neurobiologischen Vormachtstellung des Gehirns, um sich eines Diskurses mit Frankl zu entsagen.

Dem gegenüber könnte man nun die zahlreichen Wirkungsbelege der auf Frankls Theorie aufbauenden sinnzentrierten Psychotherapie heranziehen, um deren gegebenen Stellenwert in die Waagschale zu werfen. Wer sich für diesen Kontext interessiert, dem sei dieses Übersichtswerk empfohlen.

Viktor Frankl war Professor für Psychiatrie und mehr noch, ein Wissenschaftler und Praktiker im Grenzgebiet zwischen Psychiatrie, Philosophie und Psychotherapie. Worum es der Psychologie inhaltlich geht, haben die Seelenkundler Platon, Aristoteles, deutlich später dann Avicenna und andere in ihren Schriften zum Ausdruck gebracht. Aber als wissenschaftliche Disziplin schauen wir doch kaum mehr als in eine 120jährige Geschichte. Sigmund Freud fällt jedem ein, weniger bekannt sind da schon die Namen der Begründer der experimentellen Psychologie, Wilhelm Wundt in Deutschland und William James in den USA. Eine der Kernfragen der Psychologie und der Psychotherapie war und ist: Was treibt den Menschen an? Und im Kontext der ‚psychotherapía‘, der Pflege der Seele: Was treibt den Menschen an, dessen Dasein brüchig geworden ist?

Was ist das Grundstreben des Menschen? Diese Frage ist so schwer zu beantworten, dass sich über sie sogar drei sogenannte Wiener Schulen der Psychotherapie entwickelten. Die erste Schule, die Psychoanalyse, sieht den Menschen als nach Lust strebend an. Die zweite, die Individualpsychologie, sieht ihn als nach Macht strebendes Wesen und die dritte, die Existenzanalyse mit der auf ihr operativ fußenden Logotherapie, stellt das nach Sinn strebende Wesen ihrem Menschenbild voran.

Wenn die Psychologie heute beschreibt, wohin es den Menschen zieht, was er will, dann beschreibt sie ihn nicht nur deskriptiv, sondern sie schreibt ihm in gewisser Hinsicht immer auch etwas vor. Präskriptiv beschreibt sie, wie er leben soll, so dass sein Leben gelingt. Dies geht sogar zuweilen soweit, dass sich in den Träumen des Patienten dessen momentane Therapiesituation widerspiegelt. So träumen Patienten, die sich in einer jungianisch geprägten Therapie befinden, phantasievoller und bunter als Patienten in den anderen Therapierichtungen – dies verwundert nicht, ist diese Richtung mit ihrer Arbeit rund um Archetypen und Mythen doch ein Wesensmerkmal dieser Therapie.

Und schaut man in die Peripherie, auf den wachsenden Berg der Lebenshilfe-Bücher, die vorgeben wollen, was der Mensch zu tun hat, damit es ihm gut gehen kann, dann sehen wir Masterpläne, Handlungstipps, Methoden der Selbstreflexion und Einladungen zu Trainings aller Art. Alle gemeinsam bedienen sie einen Wunsch nach schneller Hilfe, Ordnung im Leben und Expertenmeinung.

Jedoch, die Grundstrebung des Menschen herauszuarbeiten, ist nicht gerade ein anspruchsloses methodisches Problem. Der Idee, das, was einen Menschen in Motivation versetzt, theoretisch zu fassen, liegt per se ein Menschenbild zugrunde. Weder die Erziehung, die Pädagogik, die Menschenführung, die Seelsorge, die Therapie, das Coaching und andere Arbeitsfelder, in denen Menschen mit Menschen arbeiten, kommen ohne Menschenbild aus. Menschenbilder sagen etwas darüber aus, wie der Mensch interagiert, wofür er zwei freie Hände hat und darüber, dass es eine grundlegende Beziehung zwischen ihm und Welt gibt, durch die das, was der Mensch in seinem Dasein möchte auch zurückwirkt in die Welt.

Das Problem der jungen Wissenschaft Psychologie besteht nun darin, dass die meisten ihrer prominenten Vertreter einer Versuchung unterliegen, der irgendwann vielleicht jeder in seinem Fach einmal unterliegt. Der Versuchung, einen Teilbefund zum Gesamtbefund zu erheben. So war es im Kontext der Freud’schen Lehre vorstellbar, dass einfache Algorithmen wie zum Beispiel der, dass der Mensch luststrebig ist und das Realitätsprinzip diesem Streben einen Strich durch die Rechnung macht, übertragen werden konnte auf alle Bereiche der Menschheitsgeschichte [die Aufsätze Freuds dazu sind beredtes Beispiel für diese Algorithmuslust]. Da jeglichem menschlichen Wollen ein psychischer Prozess zugrunde liegt, kann jedes durch Wollen Entstandene psychoanalysiert werden – im Kontext der Psychoanalyse eben dahingehend, in welchem Maße die Luststrebigkeit, der Einfluss der Libido, den Wollensprozess steuerte.

Wird nun der Algorithmus zum Prinzip erhoben, dann ist der Mensch nicht bloß luststrebig, sondern er ist es primär, er ist nichts anderes als das. Diese prinzipiellen Algorithmen finden sich in allen Schulen, die den Menschen letztlich reduzieren auf sich selbst. So finden wir einen solchen auch in der Individualpsychologie, in der Jung’schen analytischen Psychologie und auch in der Verhaltenstherapie, die dem Algorithmus folgt, individuelles Handeln käme dadurch zustande, dass es oft genug belohnt und dadurch verstärkt wurde. Der Mensch sei daher nichts anderes als ein Wesen, das durch seine Umwelt geprägt wird und nichts anderes als das Resultat seiner Lerngeschichte.

Ein biologistischer Ansatz sieht den Menschen motiviert durch die endorphinösen Belohnungsprozesse der Amygdala. Der Mensch tut so letztlich das, was ihm mittels angenehm empfundener Stimuli von seinem Gehirn vorgegeben wird. Breite neurowissenschaftliche Diskussionen können so am Ende streng vereinfacht auf den Satz verkürzt werden: Der Mensch ist nichts anderes als sein neuronales Substrat.

Alle diese Perspektiven beschreiben etwas am Menschen, aber sie beschreiben eben auch den Menschen als Etwas. Als ein Etwas, das durch die Libido gesteuert wird oder ein Etwas, das bestrebt ist, ein empfundenes Minderwertigkeitsempfinden auszugleichen mit einer ihm angeborenen Suche nach Geltung und Macht. Oder als ein Etwas, das nach Anerkennung strebt und dafür ein Verhalten erlernt, um den Erwartungen seines Umfeldes zu entsprechen. Kommt es zu den erhofften Belohnungen, verankert sich die Lernerfahrung als innere Stimme eines Eltern-Ichs, die dem Etwas vorgaukelt, das Beibehalten des Verhaltens würde auch weitere Anerkennung sichern.

Diese und viele weitere Denkschulen, die das Bild vom Menschen in den Jahren seit Freud stark beeinflusst haben, führen dazu, dass das Subjekt an die Stelle des Objekts gesetzt wird, dass darum mehr in den Fokus rückt, wie es dem Menschen psychisch geht [Zustand] als um die Frage, worum [Gegenstand] es ihm in seinem Leben geht. Der Philosoph Max Scheler unterscheidet an dieser Stelle zuständliche und gegenständliche Gefühle. Zuständliche Gefühle sind vollständig, wenn man sie erlebt. Aggression ist ein solches in sich vollständiges Gefühl. Hass jedoch ist ein gegenständliches Gefühl, es bedingt ein Etwas oder ein Jemand, auf das er gerichtet ist. Freude ist ein vollständiges, zuständliches Gefühl, Dankbarkeit bedingt wiederum einen Gegenstand, also zum Beispiel gegenüber einer Person, die einen Grund dafür bot, in einer Situation Glück zu erleben. Auch zwischen Trauer [einem gegenständlichen Gefühl, das einen Verlust eines Wertes zum Ausdruck bringt], Traurigkeit [als schnell aufkommendes und ebenso schnell verschwindendes, zuständliches Gefühl] und Depression [anhaltende negative Grundstimmung] verwischen die sprachlichen Grenzen immer wieder und machen die Exploration dessen, was in Therapie oder Coaching zur Bearbeitung ansteht nicht gerade leichter.

In der Schule fragt die Lehrerin, was ein Trauerfall ist. Hans: „Wenn ich mein Handy verliere!“ „Nein“ sagt die Lehrerin, „das nennt man einen Verlust!“ Franz: „Wenn ein Loch in unserm Dach ist, und es hereinregnet!“ „Nein“ sagt die Lehrerin wieder, „das nennt man einen Schaden!“ Chantal: „Wenn unser Direktor sterben würde!“ „Richtig“ sagt die Lehrerin, „das wäre ein Trauerfall, aber kein Schaden und kein Verlust!“

In einer holländischen Forschungsreihe hat sich gezeigt, dass zum Beispiel in Bewerbungssituationen ein gewisses Selbstwertgefühl vorteilhaft ist und, wie wohlbekannt, unterstützen viele Ratgeber und Coachs ihre Klienten eben darin, sich zum Beispiel mit positiven Affirmationen, sich selbst gegenüber freundlichen Ritualen und Sätzen usw. ein solch positives Selbstwertgefühl einzureden.

Im genannten Forschungsprojekt wurden nun die Probanden gebeten, sich zehn Minuten lang alle erdenklichen positiven Eigenschaften zuzuschreiben. Und in der Tat: Zwanzig Minuten nach dieser Übung konnte ein deutlich stärkeres Selbstwertgefühl nachgewiesen werden, um jedoch bereits wenige Minuten später abrupt nachzulassen und sogar unter das vor der Übung gemessene Level zu fallen. Der Grund für das Phänomen wurde schnell gefunden. In der ersten Phase setzen Trancezustände ein, die das positive Gefühl bewirken und in der zweiten Phase schaltet sich förmlich der Rest des Menschen ein, indem das quasi aufgeladene Selbstbild verglichen wird mit dem eigentlichen. Die hierbei auftretende Diskrepanz verunsichert, mit der Folge der Abwertung der eigenen Person.

Was man beim Einsatz von Drogen [Auslöser zuständlicher Gefühle] erhält, ist eine Belohnung als ob – nur, dass es das ob nicht gibt. Die Ausrichtung auf das Zuständliche, die sich im Kern als offensichtlich hedonistische Lebenshaltung erweist, findet sich oft bei Menschen mit neurotischen Persönlichkeitsakzentuierungen. Wenn es letztlich für solche Menschen nur um das Zuständliche geht, um das, wie es einem selbst geht, und wenn gleichermaßen das Objekt aus den Augen verloren wird, dann wird der Mensch abhängig von seinen volatilen Gefühlen. Hieraus lässt sich schließen: ein Ich, das sich in bloße Abhängigkeit von Empfindungen und den von ihnen ausgehenden Gefühlen ergibt, wähnt sich frei, macht sich jedoch abhängig davon, wie andere Menschen auf es einwirken und von inneren Zuständen, gegen die dann zum Beispiel mit Süchten aller Art versucht wird, gegenzusteuern.

Wenn nun ein Mensch sich abhängig macht von seinen egozentrierten, zuständlichen Gefühlen, dann wird nachvollziehbar, warum er so oft danach strebt, dass es ihm gut geht – also zum Beispiel durch Glück, Selbstwert, Lachen, Erfolg, Zufriedenheit, Glaube, Liebe, Hoffnung, Entspannung, Freude. Nur, hier stellt sich die Frage: Kann dies auf direktem Weg intendiert werden? Die Antwort ist so einfach, aber doch für viele Menschen so schwer zu akzeptieren: Alles, was den Menschen seelisch bereichert, lässt sich nicht direkt anstreben – vielmehr: es braucht einen guten Grund, von dem es getragen wird.

‚Je mehr der Mensch nach Glück jagt, umso mehr verjagt er es auch schon‘, wusste Frankl. Wäre es nicht so und damit eine einfache Sache mit dem Glück – eine Disziplin wie die der Psychotherapie und womöglich auch die des Coachings wäre obsolet.

Ein guter Grund wird in der Sinnlehre Frankls auch Sinnobjekt genannt. Menschen, die sich zumeist auf die Verbesserung ihrer zuständlichen Gefühle ausrichten, vermögen oftmals nicht zu erkennen, was um sie herum konkret auf ihre Handlungen förmlich wartet. Anstatt durch ihr Handeln etwas in die Welt zu schaffen, was in der Folge etwas bewirkt, das ihnen gut tut, schaffen sie letztlich nur etwas aus der Welt, nämlich ihr Problem, sich mit dem befassen zu müssen, wofür es an sich gut wäre, sich einzusetzen. Dabei geht es nicht darum, dass ein Mensch sich überfordert. Vielmehr soll der Mensch lernen, seine beliebten Abkürzungen zu erkennen und in Frage zu stellen. Abkürzungen, zum Beispiel in Form von Vorstellungen, Vorurteilen oder inneren Wahrscheinlichkeitsrechnungen darüber, was man wohl in einer Situation erwarten wird, obwohl man selbst über keinerlei Ersterfahrung in diesem Kontext verfügt. Oder die Abkürzung über Glaubensannahmen, warum man wohl aus diesen oder jenen Gründen nicht geeignet sei, wenngleich man bislang keinerlei Erprobung vorgenommen hat. Die im Coaching vermutlich am häufigsten gehörte Abkürzung dürfte das ‚ja, aber‘ sein. Kurzfristig mag ein Mensch sich sogar gut fühlen, wenn sein ‚ja, aber…‘ fruchtet.

Hört der Klient letztlich auf seine innere Stimme, die ihm sagt, dass es trotz der psychischen ‚ja, aber‘-Abwehr etwas gibt, das ‚wenn nicht von mir, von wem denn dann‘ in die Welt geschafft gehört, dann wirkt dies dem Empfinden von Sinnverlust entgegen und verweist auch auf ein neues Gefühl. Aus einem ‚ich fühle mich gut‘ wird ein ‚ich fühle mich gut, um…‘. Und Frankl bringt es auf den Punkt, wenn er sagt: „Das Bewusstsein, einer Aufgabe zu dienen, hat eine lebensverlängernde und krankheitsverhütende Wirkung“.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein erfreuendes, gesundes und nach vorne gerichtetes Neues Jahr.

Situations-Sinn-Zenit

Jeder Mensch steht jederzeit unter seinem Zenit [Zenit: Die nach oben verlängerte Lotrichtung eines Standortes]. Der Zenit ist immer da, in jeder Situation. Er war immer da, in jeder Lebensphase. Auf ihn ist Verlass. In der Höhenpsychologie, wie die Logotherapie im Unterschied zu den tiefenpsychologischen Schulen metaphorisch auch genannt wird, können wir den Zenit sinnbildlich verstehen als den per se und jederzeit für jeden Menschen gegebenen Sinn. Findet ein Mensch Sinn, dann nur in einem Moment der Selbstvergessenheit.

‚Kümmert‘ sich ein Mensch um sich selbst, seine Lust, sein Wohlergehen, sein Machtstreben, seinen Spaß, seine Karriere, sein Glück …, dann braucht dies seine Psyche. Ohne Sinn jedoch mutieren all diese psychischen Prozesse zum Selbstzweck, der Mensch ist dann auf nichts ausgerichtet, durch seine Lebensbrille sieht er nichts außer sich selbst, er schafft nichts in die Welt, er mehrt nichts [seien es Wissensinhalte, Taten und Handlungen, Anschauungen oder Hoffnungen].

Und es kommt noch schlimmer: Je mehr er auf sich selbst gerichtet ist, um so weniger weltoffen wird er. Der Möglichkeitsraum verengt sich immer weiter, und so erzählt ein Mensch irgendwann seine Lebensgegenwart aus einer Perspektive der Routine, Langeweile, Unlust oder des Starrsinns. Was die Welt bereithält und mental verarbeitet werden könnte durch rationales Erfassen der Gegebenheit oder durch intuitives Erleben oder durch Erfühlen, etwas von höchster Instanz zu erhalten oder schlicht als erfreuendes Erkennen im Moment, bleibt im wahrsten Sinn des Wortes ‚außen vor‘. Der so auf sich selbst fixierte Mensch verfehlt sich und seine Möglichkeiten. Das ist bitter.

Und doch, die Perspektive zu wechseln bleibt stets möglich, denn: Der Zenit ist da und mit ihm Sinn im Leben.

Die dritte Dimension

Rudolf Virchow, der berühmte Charité-Arzt, meinte einst, er habe zwar an die tausend Leichen seziert, aber nie eine Seele gefunden. Aber das ist nicht alles. Denn würde ein Arzt auf die Suche gehen, er würde auch nicht den Geist finden. Und doch, wenn ein Arzt einer Körpererkrankung auf die Spur kommt, dann empfiehlt sich stets, auch die psychische Verfassung des Menschen in Augenschein zu nehmen. Denn wir wissen um den psycho-physischen Parallelismus, wir wissen um das Körperliche, das leidet, weil es dem Psychischen an etwas mangelt. Und wir wissen um Psychisches, das leidet, weil der Körper um Hilfe schreit.

Psycho-Somatik und Soma-Psychie – beide Perspektiven greifen ineinander und man ist immer schlau beraten, anzuerkennen, dass Psychisches die Physis belebt, und der Körper dem Psychischen, dem Empfinden, Denken, Fühlen und Handeln die Energie verleiht. Wenn Körper und Psyche parallel Bedarf an Linderung anmelden oder – was allemal ein Königsweg ist – die Person für beide ein Präventionsprogramm auflegt, dann kommt die dritte Dimension, das Geistige, ins Spiel. Das Geistige ist die Straße hin zu Sinn. Mit dem Geistigen empfängt die Person die Fragen, die das Leben und die Lebenswelt der Person stellt. Lebensweltfragen gibt es zu jeder Zeit, um sie zu hören, braucht es Weltoffenheit – insbesondere dann, wenn Körper und Psyche der Person in Situationen existenzieller Abschiede vermitteln, es gäbe keinen Sinn mehr.

Dieses Gefühl der Sinnleere ist menschlich und bekannt – für die Logotherapie ist es das Thema an sich, weist das Gefühl doch auf das tief im Menschen verwurzelte Wissen hin, dass es einerseits ‚Sinn‘ [nicht den Sinn und nicht den einen Sinn] gibt und andererseits, dass jederzeit dem Menschen aufgegeben ist, jederzeit vorhandenen Sinn zu finden. Vor diese Aufgabe gestellt hat der Mensch nun zwei Möglichkeiten. Entweder, er gibt sich auf und nimmt die Aufgabe nicht an. Oder er nimmt sie an und gibt sich hin. Viktor Frankl: ‚Jeder Mensch hat Bedingungen. Aber er ist stets frei und verantwortlich, sich ihnen so oder so zu stellen‘. So [psychophysisch] oder so [geistig]. Sie haben die Wahl.

Das Diskurs-Dilemma zwischen Philosophie und Sinntheorie

Klar, als Logotherapeut werde ich oft gefragt, wie man sein Leben wieder sinnvoll gestalten kann, woran man überhaupt merkt, dass das eigene Leben ein Sinnvolles ist und – natürlich – wie man Sinn findet, wenn er nach eigenem Empfinden als verloren gilt? Diese Fragen zeichnen den Menschen als Menschen aus, sie sind ‚exklusiv human‘. Im Gedankengut der Sinntheorie und seiner praktischen Umsetzung in der Logotherapie von Viktor E. Frankl finden sich Antworten auf diese Fragen. Wer sich für umfassend beschriebene Arbeitsbeispiele aus diesem Kontext interessiert, mag einen längeren Blick in meine Bücher werfen. 

Schaut man über diesen konkreten Bezug der Logotherapie oder des sinnzentrierten Coachings hinaus auf den dahinter liegenden philosophischen Rahmen, so werden immer wieder Stimmen laut, die darauf verweisen, dass zwischen Vertretern traditionsreicher philosophischer Strömungen und Vertretern der Sinnlehre Frankls gewissermaßen Funkstille herrscht. Dieses Phänomen zu erklären ist schwierig und facettenreich. Einige Aspekte, die mir dazu einfallen, sind:

  • Die Führung des Viktor Frankl Instituts in Wien – der Institution, die quasi das rechtmäßige konzeptionelle Erbe des Begründers der Logotherapie vertritt – folgt in meiner Wahrnehmung einer Grundhaltung Frankls, der sich zu keiner Zeit als Verfechter einer ‚besseren‘ Psychotherapie verstand, sondern sich stets auf die Berechtigung aller Therapiekonzepte seit Freud, Adler, Jung u.a. sowie der mit diesen verbundenen Menschenbilder und Weltanschauungen berief. Frankl stellte jedoch ebenso klar einen wesentlichen Unterschied zu den Konzepten seiner Kolleginnen und Kollegen heraus: Den Non-Reduktionismus. Die Idee, ein Mensch sei ’nichts anderes als [seine Triebe, Lerngeschichte, Minderwertigkeiten …]‘, hat Frankl jederzeit verworfen und daraus könnte abgeleitet werden, dass er auch Philosophien kritisch gegenüber stand, die ihrerseits einem Reduktionismus folg[t]en. Denkt man dies weiter, so muss jeder in welcher Weise auch immer reduktionistisch denkende Philosoph an Frankl Anstoß nehmen. Einige wenige formulieren eine solche Kritik, viele andere sind hier nicht ‚auffällig‘ – vielleicht, weil es aus ihrer Sicht müßig ist, mit einem ‚Nonreduktionisten‘ in einen Dialog zu treten, ohne ihn quasi von vornherein als Fremdkörper innerhalb des wissenschaftlichen Feldes zu geißeln. Aus meiner eigenen Sicht sind solche Diskurse ‚elfenbeinturmwürdig‘. Im Gegenteil dazu habe ich nach Philosophien Ausschau gehalten, die einerseits anschlussfähig sind an das sinntheoretische Gebäude Frankls und die andererseits in der Lage sind, dieses Gebäude um hilfreiche Etagen zu ergänzen. Als Adresse einer solchen Philosophie erscheint mir hier das Konzept der Integralen Theorie von Ken Wilber derzeit am besten geeignet.
  • Frankl-Kritiker aus der Welt der Philosophie sollten sich in Erinnerung rufen, dass Frankl von Beruf Arzt und Psychiater war. Wesentliche philosophische Einflüsse in seinem Werk sind bekannt und mit Namen wie Scheler, Jaspers, Heidegger und anderen verbunden. Hieraus kann jedoch nicht der Anspruch abgeleitet werden, Frankl als ‚Berufsphilosophen‘ zu verstehen, dessen Argumentationsstränge in einer Weise zu erfolgen hätten wie wir dies zum Beispiel aus den Meditationen Descartes, im Empirismus von Locke oder Hume oder aus den Büchern Kants kennen. Wer dies kritisieren will, hat dazu jede Möglichkeit. Von Vertretern der Frankl’schen Lehre zu erwarten, sich entlang heute üblicher Methoden philosophischen Denkens abzuarbeiten, erscheint sportlich, darf doch eben nicht vergessen werden, dass die Lehre Frankls vorrangig dem Menschen und nicht der philosophischen Wissenschaft diente.
  • Wenn sich philosophische Autoren an die Arbeit machen, ihre Theorien und Denktraditionen an Frankls Sinnkonzeption zu reiben, dann ist dies wissenschaftlich erfreulich. Es mag jedoch verständlich sein, wenn dies die heutigen Vertreter Frankls ihrerseits quasi auf der Gegenseite nicht ebenso tun, besteht ihre inhaltliche ‚Reibefläche‘ doch eher im Feld der Psychologie und Psychotherapie. In concreto meint dies auch: Die Anzahl derer, die – wie es Frankl offenkundig tat – in ihrer täglichen Arbeit die Brücke zwischen Psychologie und Philosophie beidseitig beschreiten, ist äußerst gering. Somit ist klar, dass die Linie der Kritiker aus dem Feld der Berufsphilosophen ungleich stärker ist als umgekehrt und damit einhergehend auch die Kritikinhalte, die sich manchmal an der Bedeutung der Intuition in Frankls Lehre, manchmal an seinen Wertekategorien, manchmal an dessen Überlegungen zum Kontext von Sinn und Leid stoßen. Dieses Ungleichgewicht mag man bedauern, solange es aber an Universitäten keine ‚offiziellen‘ Viktor Frankl Lehrstühle gibt, die von Personen besetzt werden könnten, die sich dem Forschungsauftrag widmen, Frankls Sinntheorie stärker für einen philosophischen Diskurs verfügbar zu machen, solange wird es wohl bei einseitiger Kritik aus der Philosophie bleiben. Das aber (Vorsicht: Bonmot) sind Bedingungen, denen sich sinntheoretisch arbeitende Logotherapeuten so oder so zu stellen haben. Offenkundig haben sich bisher die meisten für eines dieser ’so‘ entschieden: für Arbeit für den Menschen und nicht für eine Arbeit in der Philosophiewissenschaft.

„Gewissenskonflikte gibt es in Wirklichkeit nicht, denn, was einem das Gewissen sagt, ist eindeutig. Der Konfliktcharakter wohnt vielmehr den Werten inne.”

Viktor E. Frankl