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Gute Kommunikationsvorsätze für 2022

Krise, Konflikt, Covid, Katastrophe – auch das kommende Jahr wird munter. Psycho-Post-Covid-Symptome werden zunehmen und jeder, der alles mit guter Gesundheit und Resilienz gemeistert hat, kann einen Beitrag dafür leisten, dass es anderen Menschen psychisch auch wieder besser geht. Dazu gehört natürlich: Kommunikation. Und hier nun insbesondere: Das Hinhören.

Wenn Sie dies vermeiden, hilft es Ihrem Gesprächspartner (in schweren Lebenslagen insbesonders):

1) Das Thema des Gesprächspartners als uninteressant, normal, langweilig … bezeichnen
2) Die Sprechweise des Gesprächspartners kritisieren – vielleicht ringt er nach Worten oder er springt in seinen Aussagen oder er stellt die Themen nicht logisch dar
3) Gereizt auf den Gesprächspartner reagieren, wenn Sie seine Meinung nicht teilen
4) Die Gefühle in den Aussagen des Gesprächspartners überhören und nur nach Tatsachen fragen
5) Zuhören, aber gedanklich bei anderen Themen sein oder sich parallel mit anderen Sachen beschäftigen
6) Unangenehmen Themen des Gesprächspartners ausweichen
7) Sofort bereits wissen, was der Gesprächspartner benötigt
8) Den Gesprächspartner unterbrechen, um schneller zu einem Fazit zu gelangen

Gesprächsführung mit krisenbelasteten Menschen

Der allgemeine Rahmen eines Krisengesprächs besteht aus diesen Schritten:

1. Gespräch anbieten
Wird dem Angebot zugestimmt, dann ‚aufmerksam zuhören‘, ‚wiederholen der vom Betroffenen formulierten Gegebenheiten, seiner Empfindungen und Gefühle‘ [damit signalisiert man dem Betroffenen, dass man seine Worte ernst nimmt, sie akzeptiert und sie verstanden hat]. Ein no-go ist es, die betroffene Person mit eigenen Themen zu belasten oder sie mit ihnen ‚ablenken‘ zu wollen. Ebenso ‚unzulässig‘ ist es, der Person Schuld für die eingetretene Situation aufzuerlegen oder sie ‚trösten‘ zu wollen oder die Situation mit eigenen Wertmaßstäben zu beurteilen oder für den Betroffenen oder andere Beteiligte Partei zu ergreifen.

2. Einschätzung der Situation
Um das Ausmaß des Krisenereignisses abwägen zu können, werden dem Betroffenen ‚offene Fragen‘ gestellt, durch die dieser angeregt wird, weiterreichende Informationen über seine Situation und die von ihm empfundenen Bedrohungen zu geben.

3. Lösungswege
In sanfter Weise wird der Betroffene danach gefragt, was er selbst meint, nun tun zu können. Sieht die Person einzig Hindernisse, so wird angeboten, sich in Ruhe der eingetretenen Lage anzunehmen. Der Person wird vermittelt, dass es nun darauf ankommt, die vorrangigen Maßnahmen einzuleiten und alles zurückzustellen, was nicht eilig ist. Um diese Prioritäten zu setzen, wird der Person Unterstützung angeboten. Einem Gedanken- oder Gefühlskarussell des Betroffenen ist vorzubeugen, in dem ein zeitnaher, eindeutiger Termin genannt wird, zu dem man sich mit ihm zur Erstellung einer Übersichtsplanung zusammensetzt.

4. Umsetzung
Die betroffene Person wird angehalten, die einzelnen Maßnahmen nicht gleichzeitig, sondern nach und nach zu bearbeiten. So kommt sie wieder in ihre Selbststeuerung und in ihr Selbstgespür. Zu große Schritte werden in kleinere Sequenzen geteilt, zu kleine, ggfls. ängstliche Schritte, werden in einen größeren Handlungsrahmen gesetzt. Blockiert sich die Person in der Umsetzung der Maßnahmen, wird sie moderat erinnert oder – nur wenn unbedingt erforderlich – direkt gesteuert. Dazu ist es wichtig, mit der Person genaue Absprachen darüber getroffen zu haben, was bis wann von ihr in die Wege geleitet worden sein muss. Dem betroffenen Menschen wird die Verantwortung für sich und seine Maßnahmen nicht abgenommen. Bestehen Zweifel an der Umsetzungsfähigkeit der Person, ggfls. aufgrund starker psychischer Beeinträchtigungen, so hat diese Beurteilung eine fachkundige Person vorzunehmen.

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