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Immer diese Glaubenssätze

In einer Fußgängerzone steht ein Mann und klatscht alle 10 Sekunden in die Hände.

Als ein Passant ihn fragt, was er denn da tue, antwortet er:
„Ich vertreibe die wilden Elefanten“.

Erstaunt entgegnet der Passant:
„Aber hier sind doch gar keine Elefanten.“

Worauf der klatschende Mann zufrieden lächelt und feststellt:
„Sehen Sie, das Klatschen wirkt“.

nach Paul Watzlawick

Es ist noch nie einer zurückgekommen von ‘nach der Geburt’

Ein ungeborenes Zwillingspärchen unterhält sich im Bauch seiner Mutter.

“Sag mal, glaubst du eigentlich an ein Leben nach der Geburt?” fragt der eine Zwilling.
“Ja, auf jeden Fall! Hier drinnen wachsen wir und werden stark für das, was draußen kommen wird,” antwortet der andere Zwilling.

“Ich glaube, das ist Blödsinn!” sagt der erste. “Es kann kein Leben nach der Geburt geben ‐ wie sollte das denn bitteschön aussehen?”
“So ganz genau weiß ich das auch nicht. Aber es wird sicher viel heller als hier sein. Und vielleicht werden wir herumlaufen und mit dem Mund essen?”
“So einen Unsinn habe ich ja noch nie gehört! Mit dem Mund essen, was für eine verrückte Idee. Es gibt doch die Nabelschnur, die uns ernährt. Und wie willst du herumlaufen? Dafür ist die Nabelschnur viel zu kurz.”

“Doch, es geht ganz bestimmt. Es wird eben alles nur ein bisschen anders.”
“Du spinnst! Es ist noch nie einer zurückgekommen von ‘nach der Geburt’. Mit der Geburt ist das Leben zu Ende. Basta.”

“Ich gebe ja zu, dass keiner weiß, wie das Leben nach der Geburt aussehen wird. Aber ich weiß, dass wir dann unsere Mutter sehen werden und sie wird für uns sorgen.”

“Mutter??? Du glaubst doch wohl nicht an eine Mutter? Wo ist sie denn bitte?”
“Na hier ‐ überall um uns herum. Wir sind und leben in ihr und durch sie. Ohne sie könnten wir gar nicht sein!”

“Quatsch! Von einer Mutter habe ich noch nie etwas bemerkt, also gibt es sie auch nicht.”
“Doch, manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie singen hören. Oder spüren, wenn sie unsere Welt streichelt….”

Sturheit – nicht selten die Basis veritabler Krisen

Ein klassisches Beispiel für die Sturheit eines Glaubenssatzes ist die Geschichte
vom Menschen, der glaubt, er sei eine Leiche. Er isst nicht und geht nicht zur Arbeit.
Er sitzt einfach die ganze Zeit über da und behauptet, er sei eine Leiche.

Der Psychiater versucht, den Mann davon zu überzeugen, dass er nicht wirklich
tot ist. Sie streiten lange über diese Frage. Schließlich sagt der Psychiater:
„Können Leichen bluten?“

Der Mann denkt einen Augenblick lang nach und sagt dann: „Nein. Weil alle
Körperfunktionen zum Stillstand gekommen sind, kann eine Leiche nicht bluten.“

Daraufhin sagt der Psychiater: „Also gut, dann wollen wir jetzt einmal ein Experiment
machen. Ich werde eine Nadel nehmen, Ihnen damit in den Finger stechen und
schauen, ob er blutet.“

Da der Patient ja eine Leiche ist, kann er nicht viel dagegen einwenden. Der
Psychiater sticht ihm also eine Nadel in den Finger, und der Finger des Mannes
fängt zu bluten an. Der Patient schaut sich die Sache völlig verblüfft an und ruft aus:
„Verdammt! Leichen bluten ja doch!“

nach: Dilts, R.: Die Veränderung von Glaubenssystemen. 1993