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Wie der Mensch die Wahrheit erkennt

In seiner politeia diskutiert Platon die Frage, ob und wie der Mensch die Wahrheit erkennen kann.

Stelle dir Menschen vor in einer unterirdischen Wohnstätte…
von Kind auf sind sie in dieser Höhle festgebannt. 
Sie sehen nur geradeaus vor sich hin…  
aus der Ferne von rückwärts erscheint ihnen ein Feuerschein ..
zwischen dem Feuer aber und den Gefesselten läuft oben ein Weg hin, längs dessen eine niedrige Mauer errichtet ist…   

Längs dieser Mauer…
tragen Personen allerlei Gerätschaften vorbei…

Können solche Gefangenen je mehr von sich selbst und gegenseitig voneinander gesehen haben als die Schatten, die durch die Wirkung des Feuers auf die ihnen gegenüberliegende Wand der Höhle geworfen werden?

Durchweg also würden die Gefangenen nichts anderes für wahr gelten lassen als die Schatten der künstlichen Gegenstände. Wenn einer von ihnen entfesselt und genötigt würde, plötzlich aufzustehen, den Hals umzuwenden, …
nach dem Lichte emporzublicken…

Und wenn man ihn nun zwänge, seinen Blick auf das Licht selbst zu richten, so würden ihn doch seine Augen schmerzen…   
Wenn man ihn nun aber von da gewaltsam durch den…
Aufgang aufwärts schleppte und nicht eher ruhete, als bis man ihn an das Licht der Sonne gebracht hätte, würde er diese Gewaltsamkeit nicht schmerzlich empfinden und sich dagegen sträuben?…   

Zuletzt dann würde er die Sonne, nicht etwa bloß Abspiegelungen derselben im Wasser …
in voller Wirklichkeit …
schauen und ihre Beschaffenheit zu betrachten imstande sein…

Wenn ein solcher wieder hinabstiege in die Höhle und dort wieder seinen alten Platz einnähme, würden dann seine Augen nicht förmlich eingetaucht werden in Finsternis?

Und wenn er [mit den anderen] nun wieder…
wetteifern müßte in der Deutung jener Schattenbilder, …
würde er sich da nicht lächerlich machen und würde es nicht von ihm heißen, sein Aufstieg nach oben sei schuld daran…
und schon der bloße Versuch, nach oben zu gelangen, sei verwerflich?

Unser Kleingruppen-Seminar: „Krisenprävention: Vorbereitet sein für turbulente Zeiten“, das im Frühling 2017 angeboten werden wird, beginnt mit diesem Gleichnis. Aus guten Gründen …