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Existenz

»Existenz will sich nicht ins Beliebige vergeuden, sondern ihr Dasein für das Eigentliche verschwenden. Erst, wenn die Entscheidung reif wird, wenn ich im geschichtlichen Zugriff mich verwirklichen könnte und mich dennoch an meine jetzt fragwürdig werdende allgemeine Möglichkeit angstvoll klammere, entgleite ich mir durch diese Verweigerung des Eintritts in das Schicksal meines Tages. Scheu vor jeder Fixierung in Beruf, Ehe, Vertrag, vor jeder unwiderruflichen Bindung, verhindert mein Wirklichwerden, so dass ich schließlich, was Ursprung in mir hätte sein können, als nur mögliche Existenz ins Leere zerrinne.«

Karl Jaspers