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Katastrophe

Eine Katastrophe zeigt sich dadurch, dass Versorgungsstrukturen, die erforderlich sind, um Grundbedürfnisse zu befriedigen, fundamental zusammenbrechen. Eine Katastrophe [z.B. Naturkatastophe, der Zusammenbruch einer Wirtschaftsordnung, die Zerstörung eines Sozialsystems …] kann individuell verschiedene Krisen auslösen.

Andersherum kann eine vermeidbare Krise auch katastrophale Folgen haben. Wenn zum Beispiel durch mangelnde Reflexivität des individuellen Wertesystems ebenso unreflektiert Verhaltensweisen gezeigt werden, deren Korrektur zwar möglich wären, jedoch ohne Korrektur existenziell katastrophale Auswirkungen zum Beispiel für Kinder in einer Familie haben können.

Dies führt – aufgrund jahrelanger Erfahrungen in unserer Praxis – zur Überlegung, dass einzig die konsequente Erkundung der eigenen Werte und ihre angemessene Entwicklung verhaltens- und handlungsbedingte Krisen vermeiden hilft.

Regeln für Helfer zur „1. psychischen Hilfe im Außeneinsatz‘ bei Krisensituationen

Regel 1: Nennen Sie dem Betroffenen Ihre Namen und Ihre Aufgabe. Lassen Sie sich den Namen des Betroffenen nennen. Geben Sie ihm die Sicherheit, dass etwas zu seiner Hilfe geschieht. Der Betroffene braucht Orientierung und Struktur.
Regel 2: Machen Sie deutlich, dass Sie aufgrund Ihrer Kompetenz handeln werden. Beginnen Sie zügig mit Ihren Handlungen.
Regel 3: Informieren Sie darüber, was und wie lange Sie etwas tun werden. In einer verständlichen Sprache.
Regel 4: Sofern es möglich ist, integrieren Sie den Betroffenen und geben Sie ihm einfache Aufgaben, damit er in seine Selbstkontrolle zurückkommen kann.
Regel 5: Kommen Sie immer wieder mit dem Betroffenen ins Gespräch und halten Sie inne, wenn er beginnt, über seine Gefühle und Gedanken zu sprechen. Sprechen Sie selbst nicht in Floskeln oder Verschönerungen.
Regel 6: Sollte ein Körperkontakt erforderlich sein, dann sprechen Sie diesen zuvor an oder holen Sie sich die Erlaubnis ein. Im Vollzug nicht zaghaft, sondern unterstützend.
Regel 7: Sollten Sie Ihren Einsatz beenden müssen, dann teilen Sie dies mit. Ebenso, wenn jemand anderes Sie ablöst.
Regel 8: Im Ernstfall – lassen Sie den Betroffenen Abschied nehmen, damit die Trauerreaktion beginnen kann.