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Ende mit dem Streiten

Sich in der Sache zu streiten, ohne sich menschlich fertig zu machen, das ist für viele Menschen gar nicht einmal so einfach. Noch schwieriger ist es, den negativen Affekt in einem Streit herunter zu regeln und einen Schritt in Richtung Streit-Ende zu gehen, ohne darauf zu warten, dass es der Streitpartner tut. Die Klassiker kennt doch jeder: Der eine ist über etwas verärgert, stinksauer, wird laut oder schimpft herum. Irgendein Bedürfnis ist nicht befriedigt und die Psyche schreit ‚aua‘, da ist was, das tut mir weh. Der andere fühlt sich durch das Gekeife, Gemeckere, Gemaule gekränkt, verärgert, stinksauer …. Das Fehlverhalten auf der einen Seite wird aufgrund des Fehlverhaltens auf der anderen Seite gerechtfertigt. Und umgekehrt. Wie Kräfte raubend und ermüdend. Nun ist es (zumindest) an einem, diesen Kreislauf des Negativen zu brechen. Wie? Mit einer Wandelanleihe in Liebe. Trotzdem ja zur Liebe sagen. Wer das (zumindest ein wenig) tut, der distanziert sich von seinem psychischen Negativ-Affekt und betrachtet den anderen wohl und willentlich (Wohlwollen) als Person, der weit mehr ist als ein Jemand, der als Grund für das Missempfinden herhalten soll. Bevor man sich also im Streit windet, sollte man alles daran setzen, sich zu überwinden.

Die wirklich harten Sätze

Gerade noch geschafft: Valentinstag, Geburtstag, Namenstag, Hochzeitstag … es gibt viele Anlässe, in die Blumenläden, Confiserien und Parfümerien zu stürmen, um seine oder ihre tiefe Liebe unter Beweis zu stellen. Aber was hilft das alles, wenn man einen der verhängnisvollen Sätze sagt, die so ziemlich jede Beziehung in Gefahr bringen?

Satz 1: Wenn Du mich lieben würdest, dann würdest Du …
Wirkung: Die Basis der Beziehung wird fundamental in Frage gestellt.
Methode: suggestive Form der ‚Erpressung‘
Schlaue Erwiderung: Wenn Du mich wirklich lieben würdest, würdest Du das nicht von mir verlangen.
Wenn man also einen Wunsch an den Partner hat, dann besser beispielsweise so:
‚Es ist schwierig für mich verstehen, was dich davon abhält, xy zu tun.‘

Satz 2: Warum ist es zwischen uns nicht mehr so wie früher?
Wirkung: Es wird eine Wahrnehmung zur Wahrheit und faktischen Behauptung.
Methode: rhetorisch in einer Art ‚innerer Kündigung und Entfremdung‘
Schlaue Erwiderung: Auch bei uns bleibt nichts, wie es war.
Wenn man also etwas vermisst, dann besser: ‚Ich wünsche mir, dass wir wie früher xy.‘

Satz 3: Du benimmst Dich wie Deine Mutter / Dein Vater …
Wirkung: Einerseits wird die Loyalität zwischen Partner und dessen Eltern in die eigene Beziehung projiziert, zum anderen wird ein in sich bereits unpassender Vergleich gezogen und der Partner fühlt sich getestet und geprüft
Methode: investigativ, verletzend
Schlaue Erwiderung: Hmm, mal sehen, an wen Du mich erinnern könntest.
Wenn man sich nicht gut dabei fühlt, wenn der Partner so ist, wie er gerade ist, dann ist die Ich-Kommunikation über die eigene Wahrnehmung immer der beste Weg, z.B. Mich stört, dass Du in unserem Gespräch so laut wirst. Da mag ich das Gespräch lieber beenden.‘

Und wenn schon einmal ein harter Satz gesagt worden ist, dann sollte man bedenken, dass ein negatives Ereignis auf persönlicher Ebene erst durch fünf Positive wieder ‚ausgeglichen‘ werden kann. Es sind also nicht nur Elefanten, die ein gutes Gedächtnis haben.