Schlagwort-Archiv: Lebensfallen

Lebensfallen IV

Fortsetzung

  1. Wenn das Schema ‚Streben nach Zustimmung und Beachtung‘ aktiv ist, dann sucht ein Mensch in übertriebenem Maße nach Anerkennung, Wertschätzung oder Aufmerksamkeit anderer oder er orientiert sich deutlich an den Bedürfnissen anderer als sich an seinen eigentlichen Werten und Gefühlen zu orientieren.
  1. Im aktiven Schema der ‚emotionalen Gehemmtheit‘ unterdrückt ein Mensch spontane Gefühlsregungen, Handlungsimpulse oder Meinungsäußerungen, da er unbedingt  vermeiden will, sich abgelehnt zu fühlen oder weil er sich für etwas schämt.
  1. Ein häufiges aktives Schema zeigt sich in ‚Unerbittlichen Standards‘, bei dem ein Mensch die innere Überzeugung hat, sich ständig bemühen zu müssen, um seinen sehr hohen Ansprüchen an sein Verhalten und seine Leistungen zu genügen – auch aus der irrationalen Angst, sich andernfalls harter Kritik anderer stellen zu müssen.
  1. Im Schema ‚Negativität / Pessimismus‘ überwiegt in den tiefen Überzeugungen eines Menschen der Gedanke, dass im Leben nur mit Nachteilen jedweder Art zu rechnen ist.
  1. Ist das letzte der bisher erforschten Schemata aktiv, das Schema ‚Strafneigung‘, dann ist der Mensch davon tief überzeugt, dass hart bestraft gehört, wer Fehler macht.

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Lebensfallen III

Fortsetzung

  1. Es wird unausweichlich Schlimmes oder Katastrophales geschehen – davon ist ein Mensch mit einem aktivierten Schema ‚Anfälligkeit für Schädigungen oder Krankheiten‘ überzeugt. Sein Leben ist durch diese Angst bestimmt.
  1. Beim aktiven Schema ‚Verstrickung‘ verliert sich ein Mensch in der Nähe zu einer oder wenigen anderen Personen und entwickelt keine eigenen sozialen Kontakte oder  Interessen.
  1. Anders ein Mensch, dessen aktiviertes Schema ‚Grandiosität‘ als Lebensfalle fungiert: Dieser Mensch ist zutiefst davon überzeugt, dass er überwältigend besser als andere oder etwas ganz Besonderes ist oder dass er mehr Rechte beanspruchen kann als andere.
  1. Wenn das Schema ‚Undiszipliniertheit‘ aktiv ist, vermag sich ein Mensch im Verhalten nur unzureichend zu steuern, was sich dadurch zeigt, dass er seine Gefühle und Impulse in extremer Weise ausdrückt oder eine sehr geringe Frustrationstoleranz zeigt, oft gekoppelt mit einem Verhalten, sich hängenzulassen und jegliche Anstrengung bei seinen Aufgaben zu vermeiden.
  1. ‚Unterwerfung‘ als aktives Schema zeigt sich darin, dass ein Mensch zulässt, andere über ihn bestimmen zu lassen, da er negative Konsequenzen befürchtet, wenn er dies nicht tut.
  1. Neigt ein Mensch hingegen in alltäglichen Situationen in übersteigendem Maße dazu, den Bedürfnissen anderer Menschen zu entsprechen und damit seine eigene Lebenszufriedenheit einzubüßen, dann kann dies auf ein aktives Schema ‚Selbstaufopferung‘ hinweisen.

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Lebensfallen II

Fortsetzung:

  1. Im aktivierten Schema ‚Unzulänglichkeit‘ empfindet der Mensch wichtige Aspekte seines Lebens als verkorkst, wertlos, sinnentleert oder sich selbst als wert- oder nutzlos.
  1. Das Schema ‚Unattraktivität‘ zeigt sich dem Menschen als Gefühl, sich von niemandem als Freund oder Partner angenommen zu werden, sich als hässlich oder sexuell nicht für andere anziehend zu fühlen oder in der Ansicht, nicht dem richtigen Milieu oder der richtigen Schicht anzugehören.
  1. Ist das Schema ‚Erfolglosigkeit/Versagen‘ aktiv, dann hat der Mensch die Überzeugung, in jedem Fall bei seiner schulischen, beruflichen oder auch sportlichen Leistungserbringung zu versagen oder zu scheitern.
  1. Etwas anders verhält sich ein Mensch im aktivierten Schema ‚Abhängigkeit / Inkompetenz‘. Hier ist er davon überzeugt, dass er seinen Alltag nur dann bewältigen kann, wenn er von anderen intensiv unterstützt wird. Seine Selbstwirksamkeit empfindet er äußerst eingeschränkt.

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Lebensfallen I

Was wäre der Mensch ohne die faszinierenden Leistungen seiner Psyche? Häufig gerät sie in Misskredit, wenn sie in den Kontext von Erkrankung, Störung oder Belastung gerückt wird und dort verbleibt. Sieht man sie als einen Schatz an, der den Menschen darin unterstützt, sein Erleben zu verarbeiten, Gedanken und Gefühle zur Selbststeuerung einzusetzen, Erinnerungen zum Erhalt seiner Identität zu bewahren und Handlungen zur Gestaltung seiner Gegenwart und für seine Zukunft zu vollziehen, dann wird ihre Bedeutung umfänglicher deutlich.

In der Psychotherapie wird die Psyche dann besonders ‚auffällig‘, wenn Menschen ihr Verhalten und ihre Handlungen entlang früherer Bewältigungen schwieriger Situationen steuern und diese damaligen ‚Strategien‘ selbst dann als ‚Methode der persönlichen Wahl‘ [unbewusst] einsetzen, wenn sich diese als nicht hilfreich erweisen. Mangels Alternative greift die Psyche dann zurück auf ein solches ‚Schema‘ – immer und immer wieder – bis der Mensch selbst oder aufgrund von  Reaktionen seines Umfeldes bemerkt, dass ‚da etwas nicht stimmt‘. In einem solchen Moment ist es zweckvoll, das individuelle Schema herauszuarbeiten und nachzuschauen, wofür es gut wäre, einen anderen Weg für den Umgang mit der aktuellen Lebenssituation einzuschlagen. Bleibt das ‚Schema‘ jedoch weiterhin ‚führend‘, so kann sich daraus eine Art ‚Lebensfalle‘ entwickeln, die den Menschen immer wieder ins Straucheln bringt.

Die Lebensfallen:

  1. Die Falle ‚Emotionale Entbehrung‘ schnappt zu, wenn ein Mensch die Einstellung entwickelt, dass andere Menschen sein Bedürfnis nach emotionalem Rückhalt, Respekt, Mitgefühl oder Aufmerksamkeit nie wirklich erfüllen werden.
  1. Bei der Falle ‚Verlassenheit‘ aktiviert ein Mensch die frühere Erfahrung, dass andere Menschen sein Bedürfnis nach Sicherheit, Geborgenheit oder Verlässlichkeit nicht befriedigt haben und er nun das Gefühl haben muss, allein mit allen Gefahren des Lebens dazustehen, ohne Sicherheit, emotionalen Rückhalt, Stärke oder Schutz.
  1. Auch die Falle ‚Misstrauen / Missbrauch‘ deutet auf widrige Erlebnisse in der Vergangenheit hin. Hier hat der Mensch die Erwartung, dass andere Menschen auch heute ihn anlügen, ihn seelisch verletzen oder ihm Gewalt antun, ihn beschämen, demütigen oder ausnutzen werden.
  1. Bei der Falle ’soziale Isolation‘ hingegen hat er das Empfinden, nirgendwo integriert zu sein oder dazuzugehören. Das Gefühl, anders als andere zu sein, führt auch heute wieder zu einer Art ‚Entfremdung‘ von seine Umfeld.

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