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Individualausbildung in Logoandragogik und Business Mentoring

Wenn wir die Menschen so nehmen wie sie sind, machen wir sie kleiner.
Wenn wir sie aber so nehmen, wie sie sein sollen,
helfen wir ihnen, die zu werden, die sie sein können.

Pädagogische Maxime nach Goethe

MentorPro® ist das erste Ausbildungsprogramm zum Logoandragogen und Senior Mentor,

das das Konzept der ‚Sinnzentrierten Erwachsenenbildung‘ [Logoandragogik]
[Logos = Sinn / Andragogik = Wissenschaft der Gestaltung von Bildungsprozessen erwachsener Menschen]

mit dem Konzept des ‚Mentoring‘ verbindet
[Entwicklungsprozess, in dem eine erfahrene Person einen anderen Menschen mit seinem Erfahrungswissen fördert und unterstützt]

Das Ziel des Programms ist die Kompetenzerweiterung im Umgang mit Anforderungen im beruflichen Alltag durch die Gestaltung sinnorientierter Kommunikationsformen, pädagogischer Interaktionen und lebensnaher Unterstützungsleistungen. Es basiert auf dem Gedankengut des Arztphilosophen, Psychologen und Sinntheoretikers Viktor E. Frankl.

Während die ‚Logotherapie‘ [die sinnzentrierte Psychotherapie] dem Menschen in Krisen und Belastungsereignissen wieder zu einem Sinn im Leben verhilft und die ‚Logopädagogik‘ dazu dient, Kinder und Jugendliche an die gewissenhafte, freie und verantwortliche Beantwortung von Lebensproblemen heranzuführen, adressiert die ‚Logoandragogik‘ die Arbeit mit erwachsenen Menschen, deren Verlangen nach sinnorientierter Begleitung in der heutigen durch Komplexität ausgezeichneten Welt stark zunimmt.

Die Ausbildung richtet sich an Fach‐ und Führungskräfte
in der Erwachsenenbildung, Seelsorge und 
Lehre.

Programmbroschüre:
http://www.logoandragogik.de/fileadmin/docs/logoandragogik/MentorPro-Logoandragogik.pdf 

Sinn und Mentoring

„Sinnorientiert handelnde Mentoren unterstützen dabei, Menschen fähig zu machen, Sinnfragen des Lebens zu beantworten. Sie ermutigen zur Selbsttätigkeit, damit ihre Gesprächspartner ihre stets gegebene Freiheit und Verantwortlichkeit erkennen und ihrerseits beginnen, mit Hingabe sich für jemanden oder für etwas einzusetzen, das ihres Einsatzes bedarf – und dies trotz womöglich gegebener eigener Erschwernisse, Hindernisse und Krisen. Wenn es Mentoren gelingt, ihre Gesprächspartner in diesem Sinne zu helfen, erfahren beide auf ihre je persönliche Weise, dass Sinn die Kraftquelle ist, nach der jeder Mensch sucht und die einzig in der Lage ist, die Belastungen des Einzelnen zu überwinden und damit die Spannung eines erfreuenden, gelingenden Lebens zu erhalten.“

Sinnorientierte, die Gewissensbildung unterstützende Erwachsenenbildung [Logoandragogik] – [3]

Kritische Lebensereignisse im Form von Veränderungen des Lebensstils, der Bezugsgruppe, der Infra­gestellung des Sinns im Leben und auch weltanschauliche Suchbewegungen werfen die Frage auf, welchen Beitrag die Erwachsenenbildung zur produktiven und progressiven Verarbeitung kritischer Lebensereignisse leisten kann.

Für den Erziehungswissenschaftler Horst Siebert gehört dies zu den wichtigsten Fragestellungen der Erwachsenenbildungsforschung überhaupt. Sie wird in der konkreten Begleitung von Krisenbetroffenen bedeutsam, gilt doch, „dass Menschen, die ihre Lebens­probleme thematisieren, kein Wissen für nachweisbare Qualifikationen aufbauen wollen, sondern in ihrer Lebenssituation ratlos sind und an ihre Lebenserfahrungen, an problemlösende Anstrengungen und schon vorhandene Wissensbestände anknüpfen wollen.“ Eine solches Angebot der Erwachsenenbildung muss demnach bedachtsam formuliert werden, nicht zuletzt, um nicht womöglich „alltägliche Probleme und ‚normale‘ Krisenzeiten zu pathologisieren, dort wo die Anregung zum Durcharbeiten, zum Umdeuten und zu Weitsicht mit der Kompetenz der alltäglichen Helfer ausreichen würde“.

Soll also krisenpädagogisch geprägte Beratung [oder Therapie, oder Coaching, …] nicht aus ‚gut gemeinten‘ Beweggründen zu einer subtilen Form der Entmündigung des Menschen führen,

  • sei es, dass der Berater versucht, sein Lebensmodell oder das anderer Menschen dem Klien­ten als Beweis gelungener Entwicklung vorzuhalten oder sei es,
  • dass er im kreativen Fluss seiner eigenen Vorstellungen dem Klienten einen Möglichkeits­raum suggeriert, dessen Attraktivität den Klienten zwar berührt, dessen Unerreichbarkeit ihn aber aufgrund seiner empfundenen, ihn begrenzenden Bedingungen zusätzlich destabilisiert,
  • sei es, dass das Set an Normen, Werten, Weltanschauungen und Bedeutungen, das der Klient kultu­rell und sozial erworben hat, durch den Berater als krisenursächlich interpretiert wird, ohne dass dieser die damit verbundenen Loyalitäten berücksichtigt,

dann gilt es, eine Didaktik zu pflegen, durch die vermieden wird, dass der Berater in eine Stellvertre­tung des Denkens, Deutens oder gar Handelns gerät. [wird fortgesetzt]

 

Sinnorientierte, die Gewissensbildung unterstützende Erwachsenenbildung [Logoandragogik] – [2]

Für Bijan Adl-Amini, der es anstrebt, in der wissenschaftlichen Pädagogik die Subdisziplin ‚Krisen-pädagogik‘ zu etablieren, hat diese Pädagogik die Aufgabe, Menschen auf das Leben in Krisen vorzubereiten. „Wir dürfen nicht warten, bis unsere Kinder ins Wasser fallen. Wir sollten beizeiten Schwimmkurse einrichten“, meint der Kieler Erziehungswissenschaftler und will Krisenpädagogik verstanden wissen als Sensibilisierung des Men­schen für den Sinn von Lebenskrisen und für eine pädagogisch initiierte Sinnsuche in ‚Krisensituatio­nen‘, die dafür eintritt, „dem Leiden die quälende Sinnlosigkeit zu nehmen.“

In akuten Lebensbrüchen, die Menschen zwar erfasst, ihre Selbststeuerungskräfte dabei jedoch noch nicht derartig beschädigt haben, so dass ihr Leid nur noch durch spezielle therapeuti­sche Behandlungen, Akut- oder Notfallmaßnahmen zu mindern ist, können pädagogische Interven­tionen dazu beitragen, mit einer angemessenen Didaktik die Überwindung einer Grenzsituation zu unterstützen.

„Die Schläge des Schicksals, die wir erlei­den, führen auch zur Frage nach dem Lernen am Schicksal. Warum-Fragen, die nicht zu beantworten sind und nicht weiterführen, wären besser in Wozu-Fragen umzuwandeln. Schicksalsschläge und Krisen führen dazu, unser Leben nicht nur zu reflektieren, sondern oft radikal zu ändern, sie zwingen uns in die Tiefe und in den Sinn und führen zur Wandlung.  Statt auswendig zu lernen, ist inwendiges Lernen erforderlich.“ Und Adl-Amini resümiert: „Krisenpädagogik befasst sich mit der Beschreibung, Analyse und Sinnhaftigkeit von Le­benskrisen. Ihr Ziel ist die Erziehung des Menschen zum Sinn, d.h. die Sensibilisierung von Jung und Alt für die Sinnsuche in schicksalhaften Lebensereignissen“ und „für die Lernchancen, die in jeder krisenhaften Veränderung stecken. Im Erfassen der Krisenbotschaft verwandelt sich das Sinnlose der Krise in eine Lebensaufgabe.“  Es sei zentral, zu „begreifen, was den Menschen in der Krise ergreift, erschüttert und verwandelt“ und dazu sieht er insbesondere die biographische Arbeit als methodische Fundgrube an.