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ErMUTigende Fragen

Ergänzen Sie einmal die Fragen so, wie sie für Sie derzeit stimmen würden, wenn Sie Ihnen von einer Person gestellt würden:

Wie haben Sie soviel Mut aufgebracht, ….

Was hat Ihnen die Kraft gegeben, …

Wie haben Sie es geschafft, trotz allem ….

Wie konnte es Ihnen gelingen, ….

Und welche Antworten könnten Sie sich auf diese Fragen geben?

Fragen Sie diese Fragen doch einmal eine Kollegin, einen Freund, ein Kind, die Nachbarin …. und achten Sie auf die Form der Antwort. Sie werden staunen.

Entscheidungsmut in Krisen

„Was der Mensch ist, ist er durch die Sachen, die er zu den seinen macht.“ Das sagt der Philosoph Karl Jaspers und er zeigt damit auf, dass das Maß, in dem der Mensch Stellung bezieht, sich mit den aktuellen Bedingungen auseinandersetzt und dann entscheidet, über den Grad seiner Verantwortungsbereitschaft Auskunft gibt.

Zu entscheiden heißt, mündig zu wollen. In Krisen fühlt es sich oft als unmöglich an, dieses Wollen zu zeigen. Denn Wollen ist ein Ausdruck eines geistig freien Aktes, der durch ein Werteempfinden ausgelöst wird. Werden jedoch zentrale Werte durch eine Krise an ihrer Verwirklichung gehindert, dann blockiert dies die ‚Entscheidungsfreudigkeit‚ und die ‚Entschlusskraft‚ eines Menschen. In solchen Situationen fühlt sich der Mensch hilflos, orientierungslos, kraftlos.

Im Wollen wird der Mensch nicht getrieben, sondern er steuert sich selbst. Willentlich zu handeln, setzt daher voraus, dass der Mensch bei einer Krise zuerst wieder in die Lage kommt, selbst Herr über seine Wertigkeiten zu werden. Dabei kann ihm ein Gespräch über das unverlierbar in der Vergangenheit Bewahrte helfen. Diese Klärung hilft, damit Entscheidungen getroffen werden können. Denn „alle Entscheidung ist Selbstentscheidung, und Selbstentscheidung allemal Selbstgestaltung“ [Frankl], was bedeutet, dass der Mensch für seinen Weg aus der Krise eine Wahl für etwas ganz Konkretes fällen muss – auch dann, wenn er dafür etwas anderes fallen lassen muss. Womöglich etwas, was ihm aus tiefer Verbundenheit heraus äußerst schwer fällt, fallen zu lassen.

Wer sich entscheidet, und in einer Krise allemal, übernimmt in Verantwortung seiner selbst eine Bürde. Denn er muss sich durchringen, sich alle Möglichkeiten, die zur Wahl und Abwahl anstehen, sehr genau anzuschauen. Voreilig Möglichkeiten auszublenden, vielleicht um scheinbar eine Sicherheit zu gewinnen, führt allzu oft in eine neue Krise. Das beste Mittel, um dieses Risiko zu mindern, ist der Blick auf das eigene Wertesystem. Ist einem Menschen völlig klar, was es jetzt – in der Krisensituation – auf konstruktive und kontrollierte Weise zu tun gilt, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass der Mensch um sein Wertesystem weiß und es für seine Entscheidung einsetzt. Zeigt er Entscheidungsschwäche, dann kann dies ein Zeichen dafür sein, dass ihm der oder die Werte, um die es geht, noch nicht ganz klar sind.

Am Ende muss entschieden werden. Wer zu lange im Nicht-Entscheiden verharrt, der verliert nicht nur Zeit, er verliert sich auch in der Vergangenheit. Damit dies nicht geschieht, sind diese Reflexion meist hilfreich:

Wenn sich der Mensch seinen Werten bewusst entschieden hat, dann soll er diesen Entscheid nicht in Zweifel ziehen und sich mit der Frage belasten, ob er richtig oder falsch entschieden hat. Er soll sich daran erinnern, dass aus Unentschiedenheit heraus eine schwierige Lebenssituation noch nie gemeistert wurde. Weder in seinem Leben noch im Leben anderer.

Wer sich nicht entscheiden kann, über den wird entschieden. „Dem Zwang zur Wahl unter den Möglichkeiten entgeht der Mensch in keinem Augenblick seines Lebens. Er kann nur so tun, als ob er keine Wahl und keine Entscheidungsmöglichkeiten hätte.“ [Frankl]

Wofür sich ein Mensch entschieden hat, das soll er auch ganz tun. Wofür sich ein Mensch nicht entschieden hat, dass soll er auch ganz lassen. Am besten ohne das [über]prüfende Gespräch mit anderen Menschen. Die Aufgabe, sich in existenzieller Frage selbst zu entscheiden, zu wählen und abzuwählen, kann nicht delegiert werden. Der bloße Versuch führt in partielle Abhängigkeit und später womöglich zu der Frage „Was wäre gewesen, wenn ich mich selbst entschieden hätte?“

„Das Leben kann tragisch sein, aber niemals zur Tragödie werden, wenn sich der Mensch für das entscheidet, was ihn ruft“ [Viktor Frankl]

Die Milch-Frösche

Zwei Frösche fallen in einen halbvollen Milcheimer. Der eine der beiden Frösche war verzweifelt. “Wir müssen sterben”, jammerte er, “hier kommen wir nie wieder heraus.” Und er hörte mit dem Schwimmen auf, da nach seiner Meinung ja alles doch keinen Sinn mehr hatte. Der Andere war Optimist sagte zu sich selbst: “Ich gebe zu, die Sache sieht nicht gut aus. Aber aufgeben werde ich deshalb noch lange nicht. Ich bin ein guter Schwimmer! Ich schwimme, so lange ich kann.” Stundenlang strampelte er und wurde langsam immer schwächer. Da bemerkte er, dass es unter ihm etwas fester wurde und er ruderte noch einmal mit aller Kraft. Plötzlich hatte er festen Grund unter den Beinen und er sprang aus dem Eimer. Durch die Bewegung war aus der Milch Butter geworden.

Fabel von Äsop

Und die Moral ….: Der, der in einer Krise aufgibt, kann seine Lage auf keinen Fall mehr verbessern.
Der aber, der nicht aufgibt, hat zumindest eine Chance, seine Lage zu ändern!