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Methode ‚paradoxe Intention‘

Die Methode der paradoxen Intention findet insbesondere bei Angst- und Zwangserkrankungen ihre Anwendung. Bei dieser originär logotherapeutischen Vorgehensweise wird der Patient gebeten, sich zum Beispiel genau das wünschen, wovor er Angst hat. Menschen in Angst, versuchen dieser Angst zu entgehen, jedoch ohne Erfolg und es entsteht die Angst vor der Angst. Das logotherapeutische Gegenmittel ist nun das konkrete imaginierte Erleben noch viel stärkerer Angst. Sie mündet letztlich in einer Situation, in der die Person merkt, dass das, wovor sie sich da ängstigt, unmöglich eintreten wird. Diese Erkenntnis ist der wichtige Schritt, um den eigenen Ängsten ihre ‚Grenzen aufzuzeigen‘. In der Regel fließt in den Arbeitsprozess eine Menge Humor ein – Überspitzungen oder Übertreibungen sind in der Anwendung der Methode ausdrücklich erwünscht.

In der paradoxen Intention wünscht sich der Patient also seine Angst auf eine humorvolle Art und kommt dazu, sie quasi auszulachen. Damit distanziert er sich von seinen bisherigen Angst-vorstellungen und leitet damit eine Symptomminderung ein.

Ein Beispiel: Ein Mann will seine Meisterprüfung ablegen. Durch seine extreme Prüfungsangst, die ihn glauben macht, diese wichtige Etappe zu schaffen, ist er wie gelähmt. Unter Anwendung der paradoxen Intention wird er angeleitet, sich zu wünschen, eine Prüfung mit möglichst schlechten Noten und komplett falschen Ergebnissen abzulegen. Er nimmt sich in weiterer Steigerung vor, den Rekord der Minuspunkte einzufahren, in der Zeitung als der zu stehen, der die grottenschlechtesten Antworten gegeben zu haben usw.. Über diese immer irrationaler werdenden Gedanken muss der Patient letztlich selber lachen, die Auflockerung der Stimmung wird ihm helfen, sich von seiner Angst zu distanzieren und sich mit voller Kraft auf die Prüfung zu konzentrieren. Die Rückfallquote ist bei der paradoxen Intention sehr gering, weil die Patienten schnell lernen, sich in ihren Angstsituationen selbst zu helfen.