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Die Psychohygiene des Krisentherapeuten und Krisencoachs

Damit die Verarbeitung der Lebensthemen von Klienten und Patienten einen psychisch guten Verlauf nimmt, sollten Coachs und Therapeuten diese Reflexionen und Regulierungen einsetzen.

  • Wie belastbar ich zur Zeit, wie viele Krisen verkrafte ich? Wie nahe bin ich an einer Selbstüberforderung?
  • Wie und womit schalte ich ab? Nutze ich Stimmungsaufheller?
  • Welche Arbeitsbedingungen bedürfen einer Korrektur? (Belastungen, Terminfolgen, Wechsel von Tätigkeiten, Regulierung der Nähe-Distanz)
  • Mit welchen Arten von Krisen kann ich gut und weniger gut umgehen? Mit welchen Persönlichkeitsmerkmalen von Betroffenen kann ich besser, mit welchen weniger gut andocken?
  • Nutze ich Supervision? Permanent oder fallweise? Wie sind die Erfahrungen?
  • Nehme ich Themen der Patienten oder Klienten mit in Urlaub? Nehme ich Krisenliteratur mit?Dosiere ich angemessen? Spreche ich über die Krisenthemen mit Dritten?
  • Erhält mein Körper was er braucht? Ist mein Schlaf gut? Wechsel ich in der Freizeit die Themen? Achte ich darauf, dass Freunde mich nicht auf den Beruf reduzieren?
  • Arbeite ich in ästhetischer Umgebung, habe ich einen erfreuend gestalteten Arbeitsplatz?
  • Wie bewältige ich eigene Krisen?
  • Empfinde ich mich als resilient? Achte ich auf die eigene Krisenprävention im Kontext der möglichen Belastungen in der kommenden Lebensphase?

Wenn Therapie zur Krise führt

Immer mehr Menschen suchen psychotherapeutische Hilfe. Gut 5 Millionen werden es in diesem Jahr sein, die an ihren Ängsten, Selbstzweifeln, Zwängen und Depressionen arbeiten. Die meisten nehmen Hilfe in Therapien in Anspruch, die beihilfefähig sind, also in der Psychoanalyse oder Verhaltenstherapie. Vielfach gehen die Patienten dabei davon aus, dass die oder der von ihnen gewählte Therapeut[in] eine therapeutische Richtung vertritt, die der Problemstellung angemessen ist. Diese Vorstellung jedoch ist recht fatal. So wenig wie man mit einem Lungenproblem beim Orthopäden gut aufgehoben ist, so wenig passt eine Angstsymptomatik automatisch zu einem Verhaltenstherapeuten. Ist man jedoch froh, überhaupt einen Therapieplatz gefunden zu haben, dann mag man diesen Umstand verdrängen. Und ein Navigationssystem, das einem Menschen die Alternativen aufzeigt und damit Wahlmöglichkeiten eröffnet, ist leider auch nicht entwickelt. Ist der Mensch also psychisch belastet, dann kommt zu dieser Last auch noch die mangelnde Orientierung.

Bleibt also stets zu hoffen, dass kluge Menschen im Umfeld einer betroffenen Person aufmerksam die Symptome wahrnehmen und dann einen tieferen Blick in ‚den Markt‘ werfen. In unserer Praxis für sinnzentrierte Psychotherapie kommen so in aller Regel Menschen, die entweder weit vor ihren eigentlichen Beschwerden bereits von der Logotherapie gehört haben und sich nun an das Sinnkonzept von Viktor Frankl erinnern, oder aber hierzu von Familienmitgliedern, Freunden oder Bekannten angeregt wurden. Als humanistische Therapieform, die meist als Kurzzeittherapie angeboten wird, steht hier im Vordergrund, den Menschen auf den zu findenden Sinn im Leben neu auszurichten. Das ‚Gründeln‘ in der Vergangenheit wird in der originären Logotherapie nach Frankl zugunsten einer Arbeit am gelingenden Leben im Hier und Jetzt so weit wie möglich zurückgestellt.

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Balance zwischen Nähe und Distanz

„Wenn Du einen Menschen, der im Schlamm und Morast zu versinken droht, helfen willst und ihn heben möchtest und das ist Dir ein echtes Anliegen, so kannst Du nicht oben bleiben und ihm Deine Hand ausstrecken. Du musst zu ihm hinuntersteigen, ganz zu ihm gehen in den Schlamm und den Morast und dort beginnen. Dort muss Du ihm die Hand geben, eine starke Hand und Dich mit ihm zusammen hinaus in das Licht ziehen.“

Dieser Satz von Martin Buber macht deutlich, dass therapeutische Begleitung zwar einerseits professionelle Distanz erfordert – eine Verstrickung des Therapeuten in die krisenbewirkende Lebenswelt des Klienten ist nicht hilfreich. Andererseits darf die gegebene aktuelle Unversehrtheit des Therapeuten den Klienten nicht zusätzlich zu seinem ohnehin empfundenen Leid als Last erscheinen. Diese Gratwanderung ist stets situativ neu zu entscheiden.

Aus der TherapiePraxis I

“Die erste und vorrangige Aufgabe von Führungskräften ist es, sich um ihre eigene Energie zu kümmern und dann zu helfen, die Energie anderer nutzbar zu machen.”
Peter Drucker

Aus der Therapiepraxis:
Viele Führungskräfte betreiben ‚overloading‘ in Form von Aktivitäten, die ihre eigenen Ressourcen zu lange übersteigen und/oder ‚multiloading‘, also zu viele verschiedenartige Aktivitäten, die zu einem Mangel an Fokus führen und/oder ‚perpetual loading‘, also zuwenig Augenmerk auf die persönliche Regeneration.  

Es hilft, diese drei „loads“ einmal aufzuschreiben. Man nehme drei Blätter Papier, lege sie nebeneinander und los gehts. Auch als Paarübung gut geeignet oder auch für Eltern, die ihre vom Leistungsdruck in der Schule erschöpften Kinder durch eine gemeinsame Situationsanalyse unterstützen wollen.