Hervorgehobener Artikel

FÜR IHR RECHT AUF EIN GELINGENDES LEBEN: KRISENPRAXIS
Seit Januar 2014 leisten wir mit unseren Impulsen und Anregungen einen Beitrag zur Entwicklung und zum Ausbau individueller Krisenkompetenz. Dabei stützen wir uns immer wieder auf die Sinntheorie des Wiener Psychologen und Menschenfreunds Professor Viktor E. Frankl. Die KrisenPraxis wird unseren Leserinnen und Lesern kostenfrei zur Verfügung gestellt.
An unsere Leserinnen und Leser aus Österreich – Schweiz – Westdeutschland – Norddeutschland und Ostdeutschland: Wir erweitern gerne den Kreis der ehrenamtlichen Blog-Autorinnen und Autoren. Wenn Sie über eine Expertise im Themenfeld Krise verfügen, zudem Viktor Frankl und dessen sinnzentriertes Gedankengut nicht unbekannt sind und Sie gerne und gut schreiben, dann freue ich mich über Ihren Anruf.

Die Existenz analysieren?

Viktor Frankl, der Begründer der Logotherapie und Existenzanalyse [1905-1998] begründete mit seiner ‚Existenzanalyse‘ sein sinntheoretisches Gedankengut. Die Existenzanalyse kann verstanden werden als das ‚Menschenbild‘, auf dem operativ die Arbeit der sinnzentriert therapeutischen Praxis fußt. Diese sinnzentrierte Therapie nennt Frankl ‚Logotherapie‘ [logos – hier verstanden als ‚Sinn‘]. Frankl steht hierbei zwar in der Tradition der Existenzphilosophie [Jaspers, Heidegger, Kierkegaard] und der Phänomenologie [Scheler], geht aber über beide hinaus.

Die Existenzanalyse begleitet den Menschen auf der Suche nach seinem individuellen Sinn im Leben und die Logotherapie begleitet ihn dort, wo er diesen Sinn nicht finden kann, um die vorhandenen Hindernisse und Blockaden aufzuspüren und aufzulösen. Existenz [existere = hervortreten] ist dabei stets ein Prozess, denn der Mensch kann zu jeder Zeit entscheiden. Und was entscheidet er? Wer er im nächsten Moment sein will. Im Rahmen einer Existenzanalyse steht daher nicht die Analyse von Existenz im Fokus, sondern es wird analysiert, wie ein Mensch existiert.

Existenziell zu leben meint logotherapeutisch, in Freiheit und Verantwortung selbstbestimmt zu leben. Ein solches Leben sagt ‚unbedingt‘ Ja zum Leben, es wartet nicht darauf, dass andere das eigene Leben positiv beeinflussen, es ist ein ‚entscheidendes‘ Leben. Gelingt es nicht, eine Entscheidung zu finden, also nicht ‚ja‘ zum [Arbeits-, Beziehungs-, …]Leben zu sagen, dann sind die Logotherapie oder das Logocoaching die Methoden der Wahl. Sie sind die Plattform, auf der verloren gegangene Orientierung wieder zurückgefunden werden kann.

Das Ziel der Logotherapie und des Logocoachings ist die Bewusstmachung und Intensivierung der individuell gelebten Sinnfülle durch die Hinführung zu einer frei gewählten Verantwortung. Dabei – und das unterscheidet die Logotherapie von allen anderen Therapierichtungen – wird der Mensch nicht als das Ergebnis innerpsychischer Prozesse oder umweltlicher Einflüsse allein angesehen. Physis, Psyche und Umwelt nehmen zwar Anteil, wesentlicher jedoch ist die Fähigkeit des Menschen über sich selbst hinauszureichen, für jemanden oder etwas da zu sein, was man nicht wieder selber ist.

Sinnverwirklichung [Frankl] ist daher deutlich mehr als Selbstverwirklichung [Maslow]. Sinn zu verwirklichen bedeutet, das Recht auf ein gelingendes Leben einzulösen. Dies führt dazu, dass in der Logotherapie und im Logocoaching das, was jetzt und ab sofort möglich ist, immer stärker im Fokus steht als das, was war oder durch was auch immer Begrenzungen erfuhr. Das Gründeln in der Vergangenheit wird so wenig wie irgend möglich und so viel wie absolut zum Not wenden erforderlich praktiziert. Warum diese Zuspitzung? Weil: Am Ende jeden Tages zählt nur die konkrete Handlung, nicht das Wissen um mögliche Handlung.

Spruch des Tages

Grundbedingung für das Leben jedes Einzelnen ist und bleibt,
dass er selbst versuche, sich zu wandeln.
Dass er lerne, die Knüppel, welche man ihm vor die Füße wirft,
nicht als Hindernisse, sondern als Sprungbretter zu benützen.

Jean Gebser

 

Na endlich: Die Suche nach Sinn als Voraussetzung für ein gelingendes Leben erübrigt sich

Hans-Otto Thomashoff ist Psychiater und Psychoanalytiker und Aufsichtsrat der Sigmund-Freud-Privatstiftung. Ein echter Freudianer also.

Und was sagte Freud?: „Im Moment, da man nach dem Sinn und Wert des Lebens fragt, ist man krank, denn beides gibt es ja in objektiver Weise nicht; man hat nur eingestanden, dass man einen Vorrat an unbefriedigter Libido hat, und irgend etwas muss damit vorgefallen sein, eine Art Gärung, die zur Trauer und Depression führt.“ [Freud in einem Brief an Marie Bonaparte, zit. n. Ernest Jones: Das Leben und Werk von Sigmund Freud, 1962]

Und was schreibt Thomashoff? In seinem Buch ‚Ich suchte das Glück und fand die Zufriedenheit‘:

fot1„Unsere psychischen Bedürfnisse sind also im Spannungsfeld zwischen Beziehung und Bewirken angesiedelt. Wir streben nach Geborgenheit, aber zugleich nach der Eroberung der Welt. […] Dort wo diese beiden Grundbedürfnisse unserer Psyche ausreichend befriedigt werden, werden wir mit Zufriedenheit belohnt. Dann ist unser Leben erfüllt. Die Suche nach einem höheren Sinn als vermeintliche Voraussetzung für ein gelingendes Leben erübrigt sich [Hervorh. d. V.]. Schließlich erweist sich die viel gepriesene Sinnsuche bei näherer Betrachtung meist als Ersatzstrategie für das Zurechtkommen in einer unabwendbar frustrierenden Realität. Das kann in Ausnahmesituationen berechtigt sein, im Allgemeinen ist es das nicht, lenkt es doch allzu sehr davon ab, das Leben wirklich zu leben und dort, wo möglich, die Dinge zu ändern. Andernfalls kommt es zu Frust. […] Und dennoch sucht alle Welt nach Sinn.

Hintergrund ist die Frage nach dem Warum, sie beherrscht unser Denken. Die Suche nach einer Erklärung aktiviert unser Motivationszentrum, und finden sie [.] dann werden wir belohnt. Wir wollen uns auskennen, wollen Zusammenhänge verstehen. Unser Belohnungssystem ist darauf ausgerichtet, zum Überleben ist das hilfreich. Überall sehen wir kausale Verknüpfungen. Manche bewähren sich, andere halten sich, selbst wenn sie komplett unsinnig sind, solange sie das Überleben nicht ernsthaft gefährden. […] Immer wenn es in der Wirklichkeit mies läuft, kann der wahre oder vermeintliche Sinn darüber hinweghelfen. Da verwundert es nicht, wenn die Sinntherapie, Logotherapie und Existenzanalyse von Viktor Frankl an einem Ort entwickelt wurde, an dem Überleben unmöglich schien: Im Horror des Konzentrationslagers.“

Die Haupthesen also sind:

  • Psychische Bedürfnisse sind im Spannungsfeld zwischen Beziehung und Bewirken angesiedelt.
  • Sinnsuche ist Ersatzstrategie, um in der frustrienden Realität zurechtkommen. Sie lenkt jedoch davon ab, das Leben wirklich zu leben und dort, wo möglich, die Dinge zu ändern.
  • Hintergrund ist die Frage nach dem Warum, sie beherrscht unser Denken.Die Suche nach einer Erklärung aktiviert unser Motivationszentrum.
  • Immer wenn es in der Wirklichkeit mies läuft, kann der wahre oder vermeintliche Sinn darüber hinweghelfen.

Und da hier Viktor Frankl und dessen Sinnlehre in die Argumentation verknüpft wird [Frankl ist nach Freud und Adler der Begründer der 3. Wiener Schule der Psychotherapie] sind einige Korrekturen unabdingbar. Denn leider gibt es viele Anhänger von Psychotherapieschulen, die Frankl zwar gelesen, jedoch nicht verstanden haben oder sein Gedankengut bewusst verzerrt wiedergeben. Kollege Thomashoff ist aufgrund seiner vorgenommenen Verknüpfung leider keine Ausnahme.

Wir wollen die Korrekturen an den in dem gelesenen Abschnitt stehenden Haupthesen anlehnen:

  • Psychische Bedürfnisse sind im Spannungsfeld zwischen Beziehung und Bewirken angesiedelt. Werden diese ausreichend befriedigt, werden wir mit Zufriedenheit belohnt.  Die Suche nach einem höheren Sinn als vermeintliche Voraussetzung für ein gelingendes Leben erübrigt sich.

Die Psycho-Logik dieses Satzes lässt sich unterschreiben. Werden psychische Bedürfnisse befriedigt, dann bekommt das psychische Fühlsystem das was es braucht, um über die Botenstoffe im Gehirn mitzuteilen: Mir geht es gut. Sie, Kollegen Thomashoff, nennen das Zufriedenheit. Das sei Ihnen gegönnt. Mir wäre das deutlich zu wenig, denn ich nenne das ‚momentanes Wohlbefinden‘. Und das kann ich mir für 10 Euro auch auf dem Oktoberfest kaufen, wenn ich in lustvoller Beziehung zu meiner Partnerin bewirke, mit ihr ein Karussell zu entern und ein paar Runden zu drehen.

Aber bitte: Wie sichert dieses Gefühl Ihnen das Recht auf Ihr gelingendes Leben, das VOR IHNEN liegt? Wir nehmen hier aus sinnzentrierter Perspektive genau das Gegenteil von Ihnen an: Wer um den Sinn in seinem Leben weiß, wird TROTZ der allzu menschlichen psychischen Spannungen und Verspannungen, künftig seinen Halt nicht verlieren. Und dazu braucht es auch bitte nur ‚Sinn‘ – Sie suggerieren hingegen mit ‚höherem Sinn‘, dass hier etwas Unerreichbares, vielleicht Göttliches am Werk sein muss. Da Frankl allzu oft dieser Unsinn in den Mund gelegt wird, um von den Unzulänglichkeiten des eigenen Therapiekonzeptes abzulenken, sei ganz klar gestellt: Sinn ist immer da, um jeden Menschen. Er kann von jedem Menschen gefunden werden und dazu braucht es keinen Gott. Sinn kann nicht gemacht werden, schon gar nicht von einem Gehirn – aber für ein konstruktivistisch geprägtes Menschenbild, wie das, dass Sie hier einbringen, ist dies vermutlich ebenso unfassbar wie für Ihren Lehrvater Freud, der den Menschen ja als krank ansah, wenn dieser das tat, was Frankl als das zentrale Humanum ansieht.

  • Sinnsuche ist Ersatzstrategie, um in der frustrienden Realität zurechtkommen. Sie lenkt jedoch davon ab, das Leben wirklich zu leben und dort, wo möglich, die Dinge zu ändern.

Mit Verlaub, auch das ist Unsinn.

Frankl gibt stets zu verstehen, dass am Ende des Tages nur die Handlung steht. Gerade das Spiel, in der eigenen tiefen Psyche herumzugründeln und viel Zeit mit der Hyperreflexion des Gewesenen zu verbringen – manchmal halt 80, 150 oder auch 300 Stunden Analyse – dreht die Aussage des Autors geradewegs um: Psycho-Analyse wird zur Ersatzstrategie.

Frankl: ‚Kennzeichnet es doch den spezifischen Modus des neurotischen Daseins, dass es der Mensch selbst ist, dass es seinen eigenen inneren Zustände sind, was sein Interesse gewinnt, während in gleichem Maße die Welt und die Gegenstände in ihr zurücktreten [Hervorh. d.V.].“  Genau: Der Mensch soll sich gerade mit den Themen befassen, die außerhalb von ihm liegen, er soll sich quasi selbst vergessen [Selbsttranszendenz meint bei Frankl Selbstvergessenheit]. Nur: das, womit er sich befasst, muss sinnvoll sein und nicht nur zweckdienlich. Und damit der Mensch weiß, dass etwas voller Sinn ist, gilt es ihn mit Abgleich des eigenen, sich bewusst gemachten Wertesystems zu suchen. Dieses Vorgehen – nennen Sie, Kollege Thomashoff, es gerne Strategie – wir nennen es Not-Wendigkeit.

  • Hintergrund ist die Frage nach dem Warum, sie beherrscht unser Denken. Die Suche nach einer Erklärung aktiviert unser Motivationszentrum.

Genau, da stimme ich Ihnen gerne zu. Wenn der Mensch nach dem Warum fragt, kommt er in der Vergangenheit an. Und so er dort etwas findet, vielleicht eine Ressource, ein verborgenes Talent o.ä., das er aktivieren kann, dann fühlt sich das womöglich für ihn gut an. Da aber die Warum-Frage dazu einlädt, ihr immer weiter zu folgen und leider viele Menschen bereit sind, sich für ein immer mehr ‚Warum‘ entsprechend Rat und Begleitung von außen zu holen und dann bei allen Bemühungen um eine Antwort irgendwann frustriert sind, weil sie sie eben doch nicht gefunden haben, ist eines für uns ganz klar:

Mit ‚Warum‘ kommt der Mensch nicht ins HANDELN. ‚Warum‘ beherrscht – wie Sie sagen – das DENKEN. Und weil das Frankl schon vor 100 Jahren wusste, geht die Logotherapie den Weg, mit dem Menschen eine Antwort auf das ‚Wofür‘ zu finden. Mit ‚wofür‘ entscheidet sich ein Mensch. Und wofür entscheidet er sich im Kern? Er entscheidet, wer er im nächsten Moment sein will. Fredmund Malik dazu: „Es ist das Beste, was je zur Frage von Motivation gesagt wurde. Ja, ich halte Frankls Sinn-Theorie für die richtige Motivationslehre schlechthin.“

  • Immer wenn es in der Wirklichkeit mies läuft, kann der wahre oder vermeintliche Sinn darüber hinweghelfen.

Nein, Herr Kollege, aber danke für Ihre Ironie. Wir sehen das ganz anders: Wenn der Sinn [der nie wahr oder vermeintlich ist] im Leben gefunden ist, dann läuft die Wirklichkeit nicht mies. Denn wer ein Wofür im Leben hat, der erträgt fast jedes Wie. Und dieses Wofür kann dem Menschen niemand machen: keine Sucht, keine Unternehmensvision, keine Kirche, kein Therapeut, auch nicht Ihre Bücher oder meine oder Frankls. Dieses Wofür wartet jederzeit auf jeden Menschen, denn die Frage lautet nicht: Was kann mir mein Leben bieten, damit ich mich zufrieden fühle? Sondern: Auf welche Frage meines Lebens bin ich die Antwort, die ich mit meiner Freiheit verantworte? Und – vielleicht stimmen Sie zu – diese Frage kann nur der einzelne Mensch finden und beantworten.

Ich wünsche Ihnen zumindest von Herzen, dass es Ihnen gelingen möge, nie einem vermeintlichen Sinn aufzusitzen. Das wirkliche, von freudianischen Altlasten abgespeckte, verstehende Lesen der Literatur von Frankl kann dazu ein Beitrag sein.

Es geht bergauf

Jamie Andrew ist 47 Jahre alt. Und Schotte. Und nach einem Unfall an allen vier Gliedmaßen amputiert. Und nun ist es ihm gelungen, das Matterhorn zu besteigen. Sechs Stunden hat es gedauert, dann war er auf dem Gipfel des 4478 Meter hohen Schweizer Wahrzeichens. Noch einmal knapp sieben Stunden für den Abstieg, dann war es geschafft. Und was sagt der Kletterkünstler zu seinem Erfolg? „Es geht nicht darum, Rekorde zu brechen. Es geht darum zu beweisen, dass man Großartiges erreichen kann, wenn man das Beste aus dem macht, was man hat, wenn man an sich glaubt und wenn man einen Schritt nach dem anderen geht.“
Andrew bestätigt eindrucksvoll: Verhalten wird nicht durch die Bedingungen diktiert, die der Mensch antrifft, sondern von den Entscheidungen, die er trifft.

Baue den Brunnen, wenn du Kraft hast,
… nicht erst, wenn du Durst hast.

Chinesische Weisheit

Unternehmenswerte in der Praxis

Die Werte des Unternehmens Bosch
[Quelle Unternehmenswebseite]:

Zukunfts- und Ertragsorientierung
Wir handeln ertragsorientiert, sichern so unsere Zukunft und schaffen die Grundlagen für die gemeinnützigen Vorhaben des Unternehmens und der Robert Bosch Stiftung.

Verantwortung und Nachhaltigkeit
Wir handeln verantwortlich im Interesse unseres Unternehmens und berücksichtigen dabei auch die Auswirkungen auf Gesellschaft und Umwelt.

Initiative und Konsequenz
Wir handeln aus eigener Initiative, in unternehmerischer Verantwortung und sind konsequent bei der Verfolgung unserer Ziele.

Offenheit und Vertrauen
Wir kommunizieren wichtige Unternehmensthemen rechtzeitig und offen und schaffen so die Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Fairness
Wir erachten Fairness in der Zusammenarbeit im Unternehmen und mit Geschäftspartnern als Voraussetzung für unseren Erfolg.

Zuverlässigkeit, Glaubwürdigkeit, Legalität
Wir versprechen nur, was wir halten können, sehen Zusagen als Verpflichtung an und beachten Recht und Gesetz.

Vielfalt
Wir schätzen und fördern Vielfalt als Bereicherung und Quelle unseres Erfolgs.


Die Nachrichten über Bosch in den vergangenen Tagen:

– Abgas-Skandal Bosch gerät in der Diesel-Affäre in Erklärungsnot
– Volkswagen: Bosch verlangte von VW Haftungsfreistelluung
– Abgasaffäre: Bosch in VW-Skandal schwer belastet
– Bosch-Chef unter Verdacht: Anzeigen gegen Volkmar Denner

und weitere mehr ….

Nun wird sich zeigen, ob ein Unternehmenswertesystem hält, was es verspricht oder im Gegenteil zu einer massiven Sinnkrise bei den Menschen beiträgt, die ‚beim Bosch‘ in einem Unternehmen arbeiteten, das vielfach gepriesene kunden- und mitarbeiterorientierte Leistungen erbrachte und in anderen Unternehmensbereichen ja auch immer noch erbringt.

Meine Fragen sind: Was hat Bosch bislang bei einem den Werten des Hauses zuwider laufenden Verhalten von Mitarbeitern getan? Und wie werden die Werte diesmal konkret eingesetzt werden, um Missstände, so sie aufgedeckt und bewiesen werden sollten, zu beseitigen? Und allgemein: Bezahlen Firmen eigentlich ihren Mitarbeitern den Image-Schaden, den diese erleiden, wenn sie von Freunden, Bekannten und Nachbarn darauf angesprochen werden, wohl in einem Unternehmen zu arbeiten, dass sich wider alle selbst gesetzten Handlungsprinzipien mehr und mehr sinnentleert im Markt verhält?

Systemtheoretischer Sinnbegriff versus Sinntheoretischer Sinnbegriff im Zusammenhang mit Krise

Luhmanns Sinnkonzeption, in der jede Operation nicht nur sich selbst in ihrer Aktualität präsentiert, sondern immer auch nichtaktualisierte, aber im nächsten Moment aktualisierbare, mögliche Anschlussoperationen bereithält, sieht Sinn im Grunde als per se anschlussfähigen Verweisungsüber­schuss. Würde man einen phänomenologischen Gegenbeweis antreten können, in dem es Sinn­phänomene gibt, die sich nicht als ein solcher Überschuss von Verweisungen auf weitere Möglichkei­ten anzeigen, sondern auf sich selbst verweisen, wäre dies im Sinne Luhmanns der ‚differenzlose Begriff, der sich selbst mitmeint‘, mithin zu verstehen als nachmetaphysischer Letztbegriff, der nicht in einem letzten ontologischen oder transzendentalen Grund verankert ist oder durch jedwede fremde Unterscheidung bestimmt werden könnte.

Der systemtheoretische Sinnbegriff wäre somit danach zu befragen, wie er ‚sich selbst mitmeint‘, wozu wir bei Luhmann finden:  „Die sinngebende Unterscheidung von Aktualität und Potentialität tritt auf der Seite des Aktuellen in sich selbst wieder ein; denn aktuell kann nur sein, was auch möglich ist.“ Diese Form des Selbstbezugs, mit dem ausge­schlossen wird, dass es irgendein sinnvolles Ereignis geben kann, das nicht in einen offenen Möglichkeitshorizont hineinverweist, findet sich in ähnlicher Weise auch bei Frankl. „Denn niemals ‚ist’ der Mensch – immer ‚wird’ er erst; niemals ist er einer, der von sich sagen dürfte: Ich bin, der ich bin – immer ist er einer, der von sich nur sagen kann: Ich bin, der ich werde – oder: Ich werde, der ich bin – ich ‚werde’ actu [der Wirklichkeit nach], der ich potentia [der Möglichkeit nach] ‚bin’.“

Wäh­rend Frankl seinen Gedanken jedoch auf dem Einfluss der von ihm postulierten geistigen Dimension des Menschen aufbaut, sieht Luhmann in der Endlosschleife von Aktualität und Potentialität den Sinn in allem gegenwärtigen Erleben und Handeln als gegeben an. Im Lichte einer ‚Krise‘ könnte jedoch ebendiese Endlosschleife als ‚unterbrochen‘ an­gesehen werden, mit anderen Worten als nicht mehr sinngebend. Doch diesen Einwand lässt Luh­manns Sinnbegriff nicht zu, da er den Sinn aller psychischen und sozialen Systeme als gegeben unter­stellt und damit Sinnfragen und Sinnprobleme als nichtig erklärt – was nicht zuletzt Habermas in Kritik zieht.

Und auch für die in diese praktische Arbeit mit Menschen an Situationen, denen die Betroffenen einen Grad an Sinnverlust, -gefährdung oder sogar Sinnlosigkeit zuweisen, bedeutete die Orientierung an Luhmann automatisch das Ende jeglichen Diskurses. Es wäre förmlich sinnlos, von Sinnlosigkeit zu sprechen – was über einen humorvollen Umweg zwar zu Frankl führen würde, denn für diesen ist der Mensch auch im größten Leid seinen ‚Sinn nicht los‘, diese Humoreske jedoch als Erkenntnis erst am Ende eines sinnzentriert gestalteten Arbeitsprozess mit einem durch eine Krise belasteten Menschen erwartet werden darf.

Und wenn mit diesen Hinweisen die Begrenzungen des systemtheoretischen Sinnbegriffs für die Ar­beit in der Krisenberatung skizziert werden sollten, da das Luhmannsche Theorem „Sinn verweist immer wieder auf Sinn und nie aus Sinnhaftem heraus auf etwas anderes“ den beobachtbaren Phänome­nen in der Arbeit mit massiv belasteten Klienten fundamental widerspricht, da hier Sinn als ‚laufen­des Aktualisieren von Verweisungen‘ nicht mehr stattfindet, stellt sich die Frage, durch was dieses Aktualisieren wieder belebt werden kann und dies in extremo in einer Lebenssituation, in der der Mensch auf sich allein gestellt ist und nicht durch Angebote an Pertubationen jedweder Art zu neuen Selektionen angeregt werden kann.

Sucht man bei Luhmann selbst nach einer Beschreibung eines solchen ‚Etwas‘, dann fällt sein an die Metapher vom ‚blinden Fleck‘ erinnernder Hinweis auf: „Aber alles, was in der Welt der Sinnsysteme rezipiert und bearbeitet werden kann, muß diese Form von Sinn [eine Aktualisierung von Möglich­keiten, A.d.Autors] annehmen; sonst bleibt es momenthafter Impuls, ohne Verknüpfbarkeit, ohne Kommunikabilität, ohne Effekt im System.“

Während Luhmann solche Ereignisse wegen ihrer Anschlusslosigkeit aus seinem Sinnbegriff herausnimmt und als psychosomatische Effekte interpre­tiert, räumt ihnen Frankl eine ganz andere Bedeutung bei, wenn er schreibt: „Der Zufall ist der Ort, an dem das Wunder nistet – oder besser gesagt, nisten kann; denn immer kann etwas nur – niemals muß es mehr als bloßer Zufall sein.“ Der Ort des Wunders, des überraschenden Impulses, des An­rufs an das Gewissen steht für Frankl als die Gelegenheit zum Kontakt mit der Transzendenz. Einen solchen Moment, der befreit ist von normativen Differenzen, zudem eine kritische Würdigung des­sen, was einem da ‚zu-fällt‘ möglich bleibt und aufgrund seiner noch nicht gegebenen Verknüpfbar­keit oder Vorerfahrung als ein Apriori verstanden werden kann, wollen wir verstehen als den Mo­ment ‚distanzierten Normativität‘, in dem ‚das Geistige zur Tür herein kommt‘.

In einem solchen Moment vollzieht sich etwas gegen die psychophysischen Strukturen, es wird etwas deutlich, was zuvor durch die Belastungen des Krisen­ereignisses nicht erblickt werden konnte. Im griechischen Begriff ‚Emphase‘ findet sich eine für die­sen Kontext angemessene Bestimmung. Emphase-Momente verlaufen wider den systemtheoreti­schen Sinnbegriff, und Luhmann sucht seine Position zu verteidigen, wenn er sagt: „Unausweichlich bleibt daher das Problem, die Aktualität des Erlebens mit der Transzendenz seiner anderen Möglich­keiten zu integrieren, und unausweichlich auch die Form der Erlebnisverarbeitung, die dies leistet. Sie nennen wir Sinn. Es gibt demnach kein sinnloses Erleben.“

Systemtheoretisch verstandene Sinnlosigkeiten in Momenten der Emphase formuliert Luhmann um als „Herstellung von Erstaunlich­keiten.“ Wenn mithin ‚systemtheoretische Sinnlosigkeit‘ als ‚erstaunlicher Sinn‘ verstanden wer­den kann, dann ist bewiesen, dass es Sinn gibt, der den Sinnbegriff der Systemtheorie transzendiert – diesen Sinn nennen wir das Geistige [lat.:‚logos‘, griech. ’nous‘].

Zudem impliziert Luhmanns Formulierung, „die sinngebende Unterscheidung von Aktualität und Po­tentialität tritt auf der Seite des Aktuellen in sich selbst wieder ein; denn aktuell kann nur sein, was auch möglich ist“, dass es ausgeschlossen sei, ein sinnvolles Ereignis anzunehmen, das nicht in einen offenen Möglichkeitsraum verweist. Mit dem ‚logos‘ wurde jedoch genau dieses Ereignis vor­gestellt. Mit Eintreten des ‚logos‘ tritt die Unterscheidung von Aktualität und Potentialität auf der Seite der Möglichkeit aus sich selbst wieder aus [wir können dies im Sinne Frankls Selbsttranszendie­rung nennen].

Der durch den ‚logos‘ eintretende Sinn lässt sich offenkundig durch den regulären systemtheoretischen Sinnbegriff nicht abdecken, dieser Sinn ist es jedoch, der für die Krisen in der Lebenswelt eines Menschen zugänglich bleibt, in denen es keinen Verweis auf andere Möglichkeiten gibt und in denen es zudem nicht geboten ist, dem Anspruch an Bewältigung der Situation durch ein Ausweichen in ein zum Beispiel lust- oder machtbetontes Lebensterrain zu begegnen. Eine derartig geprägte Situ­ation, für die der Mensch kommunikativ nicht präpariert ist, entzieht sich funktional ausdifferenzier­ten, pseudohaft absichernden Sinnangeboten. Im Gegenteil, eine solche Situation bedingt einen Zugang zu einem unverzichtbaren Sinn, der es ermöglicht, die durch die Krise obsolet gewordenen Selbstbeschreibungen aufzulösen und neue entwickeln zu helfen.

Systemtheoretischer Sinnbegriff versus Sinntheoretischer Sinnbegriff im Zusammenhang mit Krise

Ein Vergleich des sinn- und systemtheoretischen Sinnbegriffes führt in Gesprächen über das Thema ‚Krise‘ irgendwann zur Frage, ob ein Mensch eigentlich auf Sinn verzichten kann, um eine Krise zu überstehen. Sich als Praktiker an dieser Stelle zu äußern, adressiert sowohl die an Frankl zuweilen gerichtete Kritik einer metaphysischen Färbung seiner Sinntheorie als auch die Tragweite der systemtheoretischen Perspektive, mit der Luhmann zentrale philosophische Denktraditionen zum Sinnbegriff abweist.

„Die alteuropäische Tra­dition hatte einen auf Gutheit und Perfektion bezogenen Realitätsbegriff gepflegt und dem die ‚wesentlichen‘ Sinnbezüge zugeordnet. Damit waren Grenzen der Kompatibilität und aus der Ord­nung herausfallende Phänomene, war im Übergang zur Neuzeit zuweilen auch eine an der Ordnung scheiternde, verfallende Welt signalisiert“, kritisiert Luhmann den ontologischen Sinnbegriff. Und auch den mentalistischen Zugang verweigert er, indem er attestiert: „Die Neuzeit hat entsprechende Vorentscheidungen in die Theorie des Subjekts übernommen. Wenn Sinn, wie zumeist, mit Bezug auf das Subjekt definiert wird, wirkt diese Tradition nach, die aus ihrem Leitbegriff das Unwillkommene, ‚Sinnlose‘ ausschließt“. Drittens stellt sich Luhmann gegen die Begriffsauffassung, die für ihn dadurch entstand, dass „nach der Kritik des ins Extrem getriebenen Subjektivismus sich schließlich ein ‚hermeneutischer‘ Sinnbegriff etabliert hat, der auf verstehende Einordnung in einen überge­ordneten Zusammenhang abstellt – so wie Texte in einem umfassenderen Kontext verstanden wer­den müssen. Damit wird die ‚Erfahrung der Sinnlosigkeit‘ formulierbar als Versagen dieser Einord­nung, als Isolierung des Jeweiligen, als Zufallsabhängigkeit“.

Mit seiner Begriffskritik stellt Luhmann das Faktum heraus, dass die Philosophie den Sinn stets aus bestimmten Richtungen angeschaut hat – sei es im Aspekt des Seins, des Bewusstseins oder des Ver­standenseins. Meist lag dabei die Vorstellung zugrunde, das jeweilige Sinnverständnis auf alle gege­benen Phänomene übertragen zu können. Spätestens jedoch mit zunehmender Technisierung bekam die Idee einer unhinterfragbar gegebenen Realität Risse und förderte eine Skepsis gegenüber den einstigen Paradigmen. Stand zuvor im Vordergrund, dem Menschen nahezubringen, dass Sinn ist, wurde in der Folgezeit fokussiert wie Sinn für das Subjekt gegeben ist, um mit immer weiter zuneh­mender Subjektivierung zu postulieren, dass es etwas wie einen für alle Subjekte gleichermaßen zu verstehenden Sinn ohne Vermittlungsinstanz nicht geben kann.

Luhmann greift dies auf, indem er zurückgeht „auf einen allgemeineren, die Schranken des Verstehens überschreitenden, schlechthin universalen Sinnbegriff“, der seines Erachtens deshalb erforderlich wird, weil: „Man begreift die Funktionsweise von Sinn nicht zureichend, wenn man sie auf eine Sinnvolles legitimierende Identität bezieht – sei es den an sich perfekten Kosmos, sei es das Subjekt, sei es den sinngebenden Kontext. Dieser Identität wird dann die Unterscheidung von Sinnvollem und Sinnlosem abgenötigt, die sie als Identität nicht mehr leisten kann. Die Herkunft der Unterscheidung bleibt dunkel, bleibt ein Problem der Theodizee.“

Im Kern stört Luhmann die normative positive Zuschreibung im Sinnbegriff, mit dem ‚sinnvoll‘ und ‚sinnlos‘ voneinander abgegrenzt wird – und findet mit diesem Gedanken auch bei Frankl eine Entsprechung, wenn dieser sagt: „Im Gegensatz zum Tier sagt dem Menschen kein Instinkt, was er muß, und im Gegensatz zum Menschen in früheren Zeiten sagt ihm keine Tradition mehr, was er soll – und nun scheint er nicht mehr recht zu wissen, was er eigentlich will. So kommt es denn, daß er entweder nur will, was die anderen tun – und da haben wir den Konformismus –, oder aber er tut nur, was die anderen wollen, von ihm wollen – und da haben wir den Totalitaris­mus.“

Es ist anzunehmen, dass Frankls Verdikt des Totalitären der Kritik Luhmanns nahesteht, wenn Sinn mutiert zu einer Instanz eines Erlaubnisgebers, der bestimmt, was als Sinngutes oder Sinndefektes anzusehen ist. „Kosmologien oder Subjekte — in jedem Fall lief die Respezifikation von Sinn über ausgezeichnete Teile der Welt, die ihre eigenen Konturen beanspruchen konnten und Cha­otisches, Sinnloses nicht ausschlossen, sondern nur nach außerhalb verwiesen. Man kann auch sagen: Der bevorzugte Sinn hatte es mit privilegierten Wesenheiten, privilegierten Zeiten und Plät­zen, privilegierten Vorstellungen zu tun, die Ordnung zu garantieren hatten. Er wurde zugleich repräsentativ eingesetzt für das Ganze. Das Vokabular der Kosmologie oder der Subjektivität wurde mit Orientierungswert versehen, mit einem Rest von Defekten, die dann der Welt oder der Gesell­schaft angelastet werden mußten.“ [Luhmann]

Ohne an dieser Stelle die Positionen der Kritischen Theorie zu vertiefen, mag der Gedanke von Jürgen Habermas, den Sinnbegriff in eine Theorie der umgangssprachlichen Kommunikation einzubetten, als Versuch angesehen werden, eben die Umgangssprache zu einem der von Luhmann kritisierten pri­vilegierten Plätze zu entwickeln. Habermas postuliert: „Der Sinn des Sinnes besteht zunächst darin, daß er intersubjektiv geteilt werden, daß er für eine Gemeinschaft von Sprechern und Handelnden identisch sein kann. Identität der Bedeutung verweist nicht auf Negation, sondern auf die Bürgschaft intersubjektiver Geltung. Diese Fragestellung bleibt Luhmann verschlossen.“

Dass Habermas damit seinerseits den umgangssprachlichen Sinnbegriff in einer normativen Differenz verankert und dabei dem positiven Aspekt des ‚Sinn als zwanglose Verständigung‘ den negativen gegenüberstellt, nämlich Verständigung dann als ungenügend anzusehen, wenn sie nicht dem Ideal der kommunikativen Ver­nunft folgt, führt zwischen ihm und Luhmann zu einem veritablen Theorienstreit. Auf der einen Seite hat man es mit einem in sich differenzierten Sinnbegriff zu tun, der einen bestimmten Sinn aufwertet und anderen – womöglich als Unsinn disqualifizierten – normativ nach außen verweist, oder man pointiert auf der anderen Seite einen differenzlosen universalen deskriptiven Sinnbegriff, bei dem Sinnloses aus­geschlossen wird, weil er erst gar nicht in den Kontrast zu einem minderwertigen Sinn gestellt wird.

Beide Positionen eint die Vorstellung eines Sinns, der erzeugt wird – sei es aus einem kommunikati­ven Handeln heraus, sei es aus einem ausdrücklichen Verzicht auf normative Wertungen heraus. Frankl sieht diesen Zugang ebenso und sagt: „Was sich erzeugen läßt, ist entweder subjektiver Sinn, ein bloßes Sinngefühl, oder – Unsinn.“ 

Doch, und hier wird die Brisanz der Idee des ‚erzeugten Sinns‘ im Kontext von ‚Krise‘ deutlich, müsste ein Subjekt dann wohl auf Sinn verzichten, wenn ihm seine Situation als eine solche erscheint, in der Sinn zu erzeugen aus seiner Sicht unmöglich ist? Ein solch finales Urteil jedoch würde ausblenden, dass die Vorstellung einer Nichterzeugungsmöglichkeit von Sinn impliziert, dass es so etwas wie Sinn gibt. Frankl regt hierzu an: „Wie könnte die Natur in die condition humaine jemals ein Sinnbedürfnis eingepflanzt haben, gäbe es nicht auch wirklich einen Sinn, besser gesagt, existierten nicht auch wirklich Sinnmöglichkeiten, die sozusagen darauf warten, von uns auch in Wirklichkeit umgesetzt zu werden“ und schließt diesen Gedanken mit der Analo­gie: ‚Durst ist der Beweis für die Existenz von so etwas wie Wasser. Sinnlosigkeitsempfinden der Beweis der Existenz von so etwas wie Sinn.‘

Würde also der Versuch unternommen, einen theoretischen Entwurf zu leisten, in dem der Sinnbegriff sich zum einen normativer Differenzen entsagt, zum anderen es dennoch möglich sein soll, Kritik zu erhalten und Werturteile zu formulieren und der zudem die Franklsche Perspektive eines Sinn-Aprioris aufgreift, dann würde sich die Frage nach dem Begriff stellen, der in der Lage ist, eine solche quasi distanzierte Normativität zu begründen.