Hervorgehobener Artikel

FÜR IHR RECHT AUF EIN GELINGENDES LEBEN: KRISENPRAXIS
Seit Januar 2014 leisten wir mit unseren Impulsen und Anregungen einen Beitrag zur Entwicklung und zum Ausbau individueller Krisenkompetenz. Dabei stützen wir uns immer wieder auf die Sinntheorie des Wiener Psychologen und Menschenfreunds Professor Viktor E. Frankl. Die KrisenPraxis wird unseren Leserinnen und Lesern kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Die Krisen großer Musiker – heute: Robert Schumann

Robert Schumann (1810-1856), in Zwickau geboren, schreibt mir 19 Jahren den Vers: „Mir träumte, ich wäre im Rhein ertrunken“. Ob er wohl ahnte, wie sein Leben enden würde? Schaut man auf die Krankheitsgeschichte des großen Romantikers, so wird diese zeitlich begonnen  als seine Schwester mit fast 30 Jahren sich suizidiert. Schumann, 22 Jahre alt, bekommt eine rechtsseitige Fingerlähmung, was seine Karriere am Klavier beeendet.

Als Komponist entwarf er fortan eine Vielzahl konzertanter Werke, Stücke für Orchester und Kammer und eine Oper.

1840 wurde ihm die Ehrendoktorwürde zum Dr.phil. der Philosophischen Fakultät der Universität Jena verliehen. 1844 dann ein Jahr im Zustand völliger nervöser Erschöpfung mit Phänomen, die heute mit Tinnitus bezeichnet würden, 1849 wird berichtet, dass Schumann immer schweigsamer wird, seine Aussprache schwerfällig anmutet und er über akustische Halluzinationen berichtete. Trotz der ‚Engelsstimmen mit choralartigem Thema‘, die er wahrnahm, komponiert er sein Werk: Variationen über ein Thema in Es-Dur („Geistervariationen“).

1854 unternimmt Robert Schumann einen Suizidversuch und stürzt sich von der Alten Rheinbrücke in Bonn. Er wird gerettet und in die Nervenheilanstalt Bonn-Endenich verbracht, wo er 1856 stirbt.

Zum Lobe der Krisen läßt sich nun vor allem sagen: die Leidenschaft ist die
Mutter großer Dinge, d.h. die wirkliche Leidenschaft, die etwas Neues und nicht nur
das Umstürzen des Alten will. Ungeahnte Kräfte werden in den einzelnen und in den
Massen wach, und auch der Himmel hat einen andern Ton. Was etwas ist, kann sich
geltend machen, weil die Schranken zu Boden gerannt sind oder eben werden.

Jacob Christoph Burkhardt
Schweizer Humanist

Populismus, oder: ein Leben wider kritische Vernunft

Populisten zeichnet aus, dass sie von einem homogenen Volk, einem einheitlichen Volkswillen ausgehen, den sie ausspielen gegen einen ebenso homogenen Willen einer fiktiven, politischen, wirtschaftlichen Elite.

Robert Vehrkamp
Bertelsmann Stiftung

HIER GEHT ES ZUR AKTUELLEN STUDIE „POPULISMUSBAROMETER 2018“

Manchmal beginnt ein neuer Weg nicht damit, Neues zu entdecken,
sondern damit, Altbekanntes mit ganz anderen Augen zu sehen.

Unbekannt

Die Geschichte des Humors im Beruf des Arztes

  • Der österreichische Psychologe Viktor E. Frankl überlebte die Zeit in KZ, ist Begründer der Logotherapie und des ‚therapeutischen Humors‘ und dessen, was heute unter „Resilienz“ verstanden wird.
  • Hunter Doherty „Patch“ Adams, bekannt durch den Kinofilm „Patch Adams“ mit Robin Williams in der Hauptrolle, war eher ein Aktivist als ein Clown und ist bis heute weltweit aktiv – in Flüchtlingslagern, mit Straßentheater und Vorträgen.
  • Michael Christensen war der erste echte Klinikclown. Er startete als „Dr. Stubbs“ in einem weißen Kittel und mit einem Gummihuhn die ersten „Clownsvisiten“ für Kinder in Krankenhäusern.
  • Der amerikanische Sozialarbeiter Frank Farelly entwickelte mit der deutschen Psychologin Eleonore Höfner die „Provokative Therapie“ und setzte den Humor in den Mittelpunkt therapeutischer Arbeit.
  • 2012 gründete der damalige Medizinstudent, nun Dr. med. Christoph Krause, zusammen mit dem Deutschen Institut für Humor die Initiative „Arzt mit Humor“, die humorvolle und wirkungsvolle Kommunikation im Patientenkontakt fördert, unter anderem durch Seminare, die sich speziell an Medizinstudierende richten.
  • 2017 hat die medizinische Fakultät in Münster um Dr. med. Bernhard Marschall gemeinsam mit Dr. med. Eckart von Hirschhausen und dessen Stiftung „Humor hilft heilen“ sowie dem Deutschen Institut für Humor erstmalig ein Humortraining fest in das Curriculum für Medizinstudierende integriert.

    Lachen hilft. Auch über sich.

Der Witz, wonach ein Mädchen im Bus stöhnt: „Entsetzlich, dieses Gedränge“, und ihr Begleiter antwortet: „Komisch, gestern Abend in der Disko nanntest du das noch Atmosphäre“, enthält ein Körnchen Weisheit. Die innere Einstellung hat Macht über Wohlbefinden und Unglücklichsein.

Elisabeth Lukas

Krise ‚Kündigung‘

Jeder Tag ist Kündigungstag. Selbst an Wochenenden werden sie ausgesprochen, zuweilen sogar per SMS. Es trifft alle Ebenen, und die Gründe sind vielfältig. Fusionen, Kostenbremsen, persönliche Fehden, Verlagerungen, Digitalisierung – wie auch immer: Der Wegfall des Arbeitsplatzes ist ein  gravierender Einschnitt und es gilt, ihn angemessen zu überwinden.

Soviel ist klar: zuerst braucht es eine Regulierung der mit der Situation verbundenen Affekte, seien es Trauer, Angst, Wut oder Scham. Zumeist hilft hierbei ein sofort offen geführtes Gespräch mit dem Partner – oder, wenn es diesen nicht gibt, mit einem guten Freund – oder, wenn es auch diesen nicht gibt, zum Beispiel mit einem Coach. Das Thema alleine mit sich herum zu schleppen, verschlimmert die Lage und führt in der Folge zu zusätzlichen Problemen und Erklärungsnöten.

Ist eine psychische Stabilisierung ausreichend hergestellt, sollten diese Aspekte bedacht werden, so nüchtern sie auch klingen mögen:

  • Ruhe ist die erste Bürgerpflicht – wird die Kündigung ausgesprochen, dann besonnen reagieren, nichts unterschreiben, nicht mit Kollegen sprachen und dabei eventuell Dinge sagen, die später die Verhandlung erschweren würden. Am besten: „Ich bedauere Ihre Entscheidung und muss damit nun erst einmal klarkommen. Gerne möchte ich mich mit meinen Angehörigen besprechen, steht etwas aus Ihrer Sicht im Wege, dass ich dies jetzt gleich tue?“
  • Ein Arbeitsverhältnis zu beenden ist Business. Natürlich, es kommt auf die Form an. Aber letztlich entscheiden die Interessen der Beteiligten. Es hilt also, eine Trennungsverhandlung als geschäftliche Aktion zu verstehen und darauf zu achten, ob im Vordergrund steht, den Prozess schnell, unaufgeregt und preiswert zu erledigen oder ob ein Prozess eines fairen Agreements eingeleitet wird.
  • Oft wird man nach ausgesprochener Kündigung freigestellt. Wichtig ist aber, dass die Kündigung sofort schriftlich ausgehändigt wird. Geschieht das nicht, dann muss der Gekündigte weiterhin arbeiten. Bleibt er der Arbeit fern, drohen arbeitsrechtliche Schritte.
  • Meist wird der Gekündigte von der IT abgekoppelt. Der Zugriff auf Daten, Mails usw. ist erschwert oder unmöglich. Auch das gehört zu diesem ‚Business‘.
  • Beginnen Sie sofort, jedes Gespräch zu dokumentieren: Wer hat was, an welchem Tag zu welcher Uhrzeit wo hinsichtlich der Kündigung gesagt (Anweisungen, Empfehlungen, Vorschläge, Drohungen ….) – wie hat man persönlich dazu Stellung bezogen? Nichts dazudichten, nur die Fakten.
  • Ein auf Arbeitsnehmerinteressen ausgerichteter Anwalt ist meist der beste Weg, um eine entspannte und gute Lösung mit dem Arbeitgeber zu verhandeln. Je nach beruflicher Position werden dabei die ‚Währungen‘ Abfindung, Freistellung, Outplacement, und-oder Beratungsleistungen ausgehandelt. Wird keine Einigung erzielt, braucht es in der Regel ohnehin anwaltliche Unterstützung, um den Gang vor das Arbeitsgericht vorzubereiten. Ob der Anwalt im Hintergrund bleibt und man zuerst selbst verhandelt, oder ob es besser ist, sofort den Anwalt für einen sprechen zu lassen, ist abhängig vom Klima und des wahrgenommenen Umgangs.
  • Ist die Kündigung schriftlich erfolgt, tickt die Uhr, denn innerhalb von drei Wochen nach Kündigungszugang kann eine Kündigungsschutzklage eingereicht werden. Dies zu tun, empfiehlt sich, um keine Nachteile bei der Arbeitsagentur zu bekommen.
  • Parallel zum Fachanwalt sollte Rat eines Steuerberaters eingeholt werden. Denn: Wird eine  Abfindung ausgehandelt, dann ist es wichtig, wie viel nach Steuern übrigbleibt.
  • [ohne Gewähr bzgl.der aktuellen Zeitlimits und Kontaktinfo] Liegt die Kündigung vor und soll ein Antrag auf Arbeitslosengeld beantragt werden, dann muss sich Gekündigte innerhalb von drei Werktagen arbeitslos und arbeitssuchend melden. Beträgt die Kündigungsfrist mehr als 3 Monate, dann ist es ausreichend, wenn sich spätestens drei Monate vor Ende des Arbeitsverhältnisses arbeitssuchend gemeldet wird. Über alles weitere informiert der Sachbearbeiter der Arbeitsagentur, [Infotelefon, wenn man sich arbeitssuchend melden möchte: 0800 4 55 55 00.
  • Prozesse der Kündigung sind endlich – das heißt, die Zukunft zu gestalten ist bald das wichtigste Thema. Wie soll es weitergehen? Business Coachs helfen, und entstehende Kosten sind steuerlich absetzbar.
  • Ein Coach wird – je nach dem, wann seine Leistungen in Anspruch genommen werden – auch ansprechen:
    – wie und zu welchem Zweck soll mit früheren Kollegen der Kontakt gehalten werden?
    – wie und zu welchem Zweck sollen Kunden informiert werden?
    – wie sieht die aktuelle psychische Verfassung aus?
    – was ist zu tun, um stabil Gespräche mit möglichen neuen Arbeitgeber führen zu können?
    – Bewerbung, aber wie?
    – Netzwerkpflege …

Präventiv: Eine Kündigung ist kein Thema, aber vielleicht gar nicht sooo unwahrscheinlich?
Dann sollten erwogen werden:

– Abschluss einer Rechtsschutzversicherung [Wartezeit beachten]
– Entwicklungscoaching durchführen, um sich Zukunftsoptionen stressbefreit zu erarbeiten
– Individuelle Krisenprävention mit Life2Me

Die Gegenwart der Logotherapie

Vor geraumer Zeit machte das Viktor Frankl Institut (VFI) in Wien darauf aufmerksam, dass es Entwicklungen in Deutschland gibt, den Stellenwert der Logotherapie inhaltlich zu diskreditieren. Leider hat sich dazu von Seiten der Verursacher bislang wenig bewegt, daher an dieser Stelle noch einmal weiter unten das Schreiben des VFI.

Ergänzend will ich darauf hinweisen, dass es im Markt zu einer Reihe von Fehlern in der Veröffentlichung von Marken kommt. Irreführend sind diese Fehler, weil sie suggerieren, der Begriff ‚Logotherapeut‘ sei markenrechtlich geschützt. Dem ist nicht so.

Diese beiden Marken wurden angemeldet [Quelle: Deutsches Marken- und Patentamt]:

 

 

Der Einsatz der Marke ist in Wortform so erlaubt: Logotherapeut/DGLE ®
Nicht jedoch so: Logotherapeut® DGLE – denn diese Schreibweise erklärt das Wort ‚Logotherapeut‘ als geschützt.

Leider haben die ‚Macher‘ dieses unsäglichen und mit dem Gedankengut Frankls nicht zu vereinbarenden Vorgehens die Anwender der Marke nicht nur nicht über die inhaltliche Absurdität des Vorhabens in Kenntnis gesetzt, sondern zudem unzureichend darüber informiert, wie die Marke richtig zu schreiben ist. Rechtsstreitigkeiten sind damit vorprogrammiert und bedauerlich gerade für dienjenigen, die im Glauben an eine gute Sache sich zu dieser Form der ‚Markierung‘ haben hinreißen lassen.

Nun zum Schreiben des Viktor Frankl Instituts, dem wir uns vollumfänglich anschließen:

Update: Die ‚Marke‘ wurde zwischenzeitlich übertragen an:
FÖDERATION LOGOTHERAPIE PROFESSION –
EUROPA (FLP-EU) EWIV, 71672, Marbach a. N., DE
Geschäftsführer: Jürgen Burgstaller

 

Die zwei Wölfe in uns:

Der eine Wolf ist böse. Er kämpft mit Ärger, Neid, Eifersucht, Gier, Arroganz, Lügen, Egoismus und Missgunst.
Der andere Wolf ist gut. Er kämpft mit Liebe, Freude, Hoffnung, Güte, Mitgefühl, Vertrauen und Wahrheit.

Fragt das Kind den alten Indianer: „Welcher der beiden Wölfe gewinnt?“
Der Indianer antwortet: „Der, den du fütterst.“

Unbekannt