Sinnvoll ist:
– was eine überragende Chance hat, Gutes zu bewirken
– was das Wohl aller Beteiligten betrachtet
– was frei ist von selbstsüchtiger Motivation
– was im Hier und jetzt äußerst konkret ist
– was nicht über- und nicht unterfordert
– was einem die Kraft, es zu wollen, zufließen lässt.

Elisabeth Lukas

Thought Leadership

Endlich, wie lange haben wir darauf gewartet, ein neues Buzzword für die Wirtschaft: „Thought Leadership“. Das meint soviel wie ‚Meinungsführerschaft in einer Vordenkerrolle‘. Die außerordentliche Expertin ihres Fachs, die Autorität in seinem Thema, der Innovator des Inhalts – wer diese Hüte auf hat, der ist der Tank des Thinks. In einer suchenden Welt ein reizvoller Gedanke, sich an die Lippen eines Thought-Leaders zu heften. Dabei: Die Gedanken sind frei und jeder Mensch ist verantwortlich und selbstverpflichtet, aus dem Misthaufen des medialen Stalls diejenigen goldenen Ähren zu ziehen und zu veredeln, die sinnvolles (wirtschaftliches) Handeln begründen können. Wer solche Ähren bereitstellt, leistet einen Dienst an der Gesellschaft und wer von dieser dann als Vordenker gewürdigt wird, hat sich bereits verdient gemacht. Wer sich jedoch selbst zum Thought Leader meint aufschwingen zu können, verkennt doch deutlich die Sensibilität derer, die bereits heute in der Lage sind, das Wortgehämmer der selbsternannten Premium-Knowledge-Worker auszublenden und auf die Suche nach den Denkpartnern zu gehen, die lautloser etwas Wesentliches zu sagen haben. So wird also auch dieser Begriff dereinst wieder im Orkus des Manager-Blabla verschwinden, aber bis dahin sicher noch ein paar Bäume für irgendwelche Bücher verdauen und selbstgekrönten Leader-Leuten Hoffnung auf Gehör verschaffen, die an sich für die, die Wesentliches zu entscheiden haben, nichts von Bedeutung zu vermitteln haben. 

Zwischendurch gefragt …

… welche Geschichten des Gelingens könnten Sie heute erzählen? Welches – um ein häufig benutztes Wort in der Gegenwart zu bemühen – ‚Narrativ‘ haben Sie und wie wirkt es sich auf Ihre Lebensführung aus? Wem haben Sie über Ihr Gelingendes berichtet und aus welcher Motivation heraus? Passt Ihr Narrativ zu den Erwartungen Ihres privaten und beruflichen Umfeldes? Haben Sie schon einmal überlegt, worin der schmale Grat zwischen ‚Narrativ‘ und ‚Lebenslüge‘ besteht? Wie lange erzählen Sie wem bereits Ihr Narrativ? Haben Sie den Eindruck, dass sich Ihre Geschichte des Gelingens in der Zukunft noch einmal ganz anders anhören könnte? Wenn ja, was müssten Sie tun, was Sie nicht bisher auch schon taten, damit dieses Gelingen gelingt?