Das Bojenmodell

Das Bojen-Modell habe ich entwickelt, um das Zusammenspiel zwischen Werten und sichtbarem Verhalten zu visualisieren. Stellen Sie sich dazu eine Boje vor, die auf dem Meerwasser treibt. Sie symbolisiert Ihr für andere Menschen beobachtbares Verhalten, Ihre Handlungen und Ihr Kommunikationsverhalten.

Ihr Verhalten wird durch bewusste und unbewusste Motive gesteuert, im Bild symbolisiert durch einen nur teilweise sichtbaren Schwimmer, der die Boje aufrecht und beweglich hält.

Die Boje wird ihrerseits gehalten von einem Seil – es steht als Symbol für Ihre Haltungen und Einstellungen. Ohne dieses Halteseil würde die Boje je nach Wetterlage mal hier mal dort herumirren und ihre Funktion verlieren.

Befestigt ist das Seil an einem Gewicht, das im Meeresboden verankert ist. Dieses Gewicht steht für Ihr Wertesystem, dem Teil Ihres Selbst, mit dem Sie sich – sofern reflektiert – Ihr Verhalten quasi selbstverständlich machen können.

Die Boje bewegt sich – je nach Strömung und Wind. So wie auch Ihr Verhalten sich situativ ändern kann, abhängig davon, wie Sie auf Ihre Umwelt reagieren. Gerät das Halteseil unter starke Spannung, so zeigt sich dies über Wasser als Stressverhalten, unter Wasser wird das Gewicht des Wertesystems stark beansprucht – womöglich stehen Sie in einem Wertekonflikt mit einer anderen Person oder Sie passen sich mit einem Verhalten an Ihre Umwelt an, obwohl dies nicht mit Ihren persönlichen Werten im Einklang steht.

Für eine gewisse Zeit hält das Seil dieser Spannung stand. Doch mit zunehmender Belastung beginnt es zu reißen – zuerst einzelne Fasern, dann womöglich ganz. In einer solchen Situation gerät eine Person in eine Haltlosigkeit. Der Kontakt zum Fundament geht verloren, die Folge kann eine Lebens- oder Sinnkrise sein. Damit es nicht so weit kommt, ist es wesentlich, dass sich ein Mensch seiner eigenen Werte bewusst wird. Wer weiß, was ihn im Inneren zusammenhält, bleibt  psychisch stabil und kann Werte in einem sinnvollen Kontext verwirklichen.