Kategorie-Archiv: Individuelle Krisenprävention

Ein echt passender Buchtitel

Da verletzt sich ein Mann an einem Messer, infiziert sich mit Streptokokken, bekommt rasant eine lebensgefährliche Sepsis und stellt sich irgendwann die Sinnfrage. Über die er dann in einem Buch schreibt, das schnell zum Spiegel-Bestseller wird. Wie es in vielen Büchern steht, fragt sich auch diese Person, was ist Glück und kommt zum mittlerweile trivialen Schluss: Geld und Macht sind es nicht. Gut, das sehen manche noch anders, aber lass diese Menschen erst mal eine Sepsis haben.

Und – kaum zu glauben – der Autor entfaltet seine Gedanken hin zur waghalsigen Idee, dass es wohl Beziehungen sind, die dem Menschen zum Lebensglück verhelfen. Nun, dass wir soziale Wesen sind und wir alle systemisch miteinander verbunden sind, haben viele schon gelernt und immer mehr begreifen auch, dass es wirklich so ist, dass das Verhalten eines Menschen im brasilianischen Urwald ein wenig dazu beiträgt, wie wir uns in Augsburg verhalten. Und umgekehrt. Und austauschbar, egal wo ein Mensch lebt. Dass das mit dem Begreifen der systemischen Wirklichkeit fraglos noch besser laufen kann, beweist uns jeden Tag die Natur. Sie lässt sich bewahren oder zerstören, nur kann man mit ihr nicht verhandeln oder einen Deal machen. Die Natur führt uns immer und überall in die Entscheidung: so oder so. So verhalten oder so verhalten. Wir können uns lustvoll verhalten, oder machtvoll, oder voll-ständiger, oder sinnvoll. Das haben uns die vier wichtigsten Schulen der Psychotherapie gelehrt, und andere Schulen haben diese Seins-Richtungen weiter aufgefächtert, manchmal auch verschlimmbessert.

Wenn nun der Autor das Lebensglück in ‚Beziehungen‘ wähnt, was bedeutet das dann aus der Perspektive der vier Schulen? Wie bringt man Trieb und Beziehungen, Macht und Beziehungen, Individuation und Beziehungen oder Sinn und Beziehungen zueinander und worum geht es einem Menschen je nach Perspektive?

Ein Klient eines hidden champions aus dem Mittelstand berichtet mir, dass er seine jüngsten Beziehungen über Datingplattformen gefunden hat und dass er dabei immer wieder konkret nachfragt, wie viele Beziehungen die auserkorene Person denn schon hatte. „Schließlich will ich im Bett nicht erst Nachhilfeunterricht geben“. Okay, diese Haltung kann man haben. Im Job beschreibt er sich seines Einflusses durchaus bewusst. „Fehler macht man bei Menschen am Anfang, nicht am Ende“, sagt er und so prüft er jede neue Beziehung auf seine Robustheit und Loyalität. „Wer da durch mein Raster fällt, ist draußen, denn auf dem Markt sind meine Gegner, die mich fordern und da will ich meine Energie nicht mit Inhouse-Gegnern vergeuden.“ Okay, diese Haltung kann man haben. Für seine eigene Erbauung nutzt er regelmäßig Retreats in einem Kloster. „Da baue ich quasi meinen Seelenmüll ab und mein Immunsystem wieder auf. Mit den Brüdern spreche ich gerne, denn in der Beziehung zu ihnen merke ich immer den Zwang, dem sie unterliegen. Sie nennen es Freiwilligkeit. Ich nenne es Unterwerfung. Nach der Zeit im Kloster ist mir klar, dass ich meinen Weg weitergehe.“ Okay, diese Haltung kann man haben. Ich frage den Klienten, worin das besteht, was ihn am meisten erfreut. „Wenn ich weltweit unterwegs bin und sehe, dass unsere Produkte hoch wirksam und auch unter extremen Bedingungen in der Lage sind, äußerst sensible technische Geräte nach ihrer Nutzung schnell wieder keimfrei zu machen und dadurch zum Wohl gefährdeter Menschen und Ressourcen lange im Einsatz bleiben können, dann erfreut mich das jedes Mal. Das ist das, worum es mir geht.“ Okay, diese Haltung kann man haben.

Würde mit dieser Person (keine Kinder, Vater in Südamerika lebend, viele Freunde, Liebhaber alter französischer Autos, Kenner des Portweins …) weitergesprochen, dann fänden wir wohl weitere Beziehungen in unterschiedlichster Bedeutung.

  • „Fühlen Sie sich glücklich?“ „Glück ist keine Kategorie für mich.“
  • „Was dann?“ „Ein Container-Begriff, nicht mehr.“
  • „Wenn es ein Begriff ist, der für Menschen etwas positiv Erreichtes bedeutet. Was wäre dann der für Sie passende?“ „Lebendigkeit.“
  • „Gibt es etwas aus Ihrer Erzählung, das dem, was für Sie ‚Lebendigkeit‘ bedeutet, am ehesten entspricht?“ „Nein, alles, was ich beschrieben habe ist Teil meiner Lebendigkeit. Das fühlt sich insgesamt gut an.“
  • „Gibt es einen Unterschied zwischen der Lebendigkeit und der Freude?“ „Die ist für mich sowas wie ein seltenes Sahnehäubchen, wenn ich sehe, welchen Beitrag ich eingebracht habe. Die Lebendigkeit ist quasi der notwendige Grundton und die Freude entsteht für mich in den seltenen Momenten der Resonanz.“
  • Gibt es Menschen, die eine Lebensfreude in Ihnen so auslösen wie die Situationen, die Sie beschrieben haben, wenn Sie in der Welt Ihre Beiträge sehen? „Nein. Ich werde von vielen Menschen verstanden, und das reicht mir. Ich kenne viele, die sich nicht verstanden fühlen und sich daraus ein Problem machen, das sie nicht lösen können und dann von Unglücklichsein sprechen.“

Halten wir das Gespräch, das im Rahmen eines Coachings zur Krisenprävention geführt wurde, hier einmal an und kommen zurück zum Bestseller-Buch, in dem von ‚Beziehungen sind die Basis von Glück‘ gesprochen wird. Ich möchte meinen, dass hier eine Person einen Lebensentwurf beschreibt, der dazu aufrufen kann, genauer zu schauen, was für einen selbst das ist, was man aus einer Beziehung ‚be-zieht‘. Nutzen wir hierzu aus dem integralen Kontext der bereits in der KrisenPraxis beschriebenen vMeme von Graves die Hinweise zu den unterschiedlichen Ebenen der Bewusstheit, dann können wir in den Ausführungen des Klienten situativ das Thema ‚Beziehung‘ einmal mit dem Ich-vMeme Rot (Stärke, Dominanz, Abgrenzung, Macht) in Verbindung bringen. Dann aber auch in den Kontext des Übergangs von Rot zu Blau, wenn es darum geht, dass der Klient entscheidet, wann sich wie eine Person sich ihm gegenüber loyal verhält. Die Gespräche wiederum, die er mit seinen Sparringspartnern im Kloster führt, scheinen Hinweise zu geben auf ein Ich-vMeme Orange, das sich deutlich von einer ‚Unterwerfung‘ (Wir-vMeme Blau: Regelsysteme und Glaubensordnung) abheben will, das er im Lebensmodell seiner Gesprächspartner entdeckt. Im Wir-vMeme Grün schließlich findet der Klient in der Beziehung zur Wirkung seiner Beiträge eine Resonanz, die ihn erfreut. Mit seinem vMeme Orange wird diese Resonanz utilisiert, im Sinne eines ‚es ist gut, dass ich einen Beitrag leiste (Orange), der zum Wohl eines größeren Ganzen (Grün) führen kann‘.

Meine Hypothese lautet hier: Angesichts eines Impulses, den der Klient irgendwann irgendwo erreichte und ihn dazu aufrief, etwas in die Welt zu schaffen, das als Gegenentwurf für ein bestehendes Problem dienen könnte, hat er gehandelt. Dabei wurde das bestehende Problem für den Klienten zu einem Gegenstand, auf den er sich seither bezieht – mit seinen Kompetenzen und mittels Verwirklichung seiner Werte. Die Beziehung zu diesem Gegenstand aufrechtzuerhalten, diese Beziehung zu gestalten, etwas für sie zu tun, erfüllt den Klienten mit dem Gefühl von Resonanz, die ihn erfreut.

Jetzt frage ich Sie, die Leserin, den Leser dieses kurzen Beitrags: Hatten Sie Vorurteile bezüglich des Klienten als Sie seine ersten Ausführungen zum Thema ‚Beziehungen‘ lasen? Hatten Sie ein Vorurteil hinsichtlich seiner Haltung zum Thema ‚Glück‘? War er Ihnen sympathisch – grundsätzlich ja oder nein? Oder wenn Sie ahnen, wie er seinen Trieb auszuleben versucht, oder seine Macht, oder seine Suche nach voll-ständigerer Entwicklung? Oder, wenn es für ihn um eine Sinnerfüllung ging?

Übrigens: Der Buchtitel lautet ‚Jetzt gerade ist alles gut‘.
Ich will meinen: Wie passend, denn es geht wirklich darum, auf das ‚jetzt gerade‘ zu schauen.

Integraler betrachtet: Ein Mensch, der Beziehung (jetzt gerade) aus einem vMeme Grün heraus gestaltet, setzt ein völlig anderes Bewusstheits-Schema ein als jemand, der das Thema Beziehung (jetzt gerade) mit einem Schema entlang eines vMeme Purpur, Rot, Blau … gestaltet.
(Und – kleine Übung – nehmen Sie statt des Begriffs Beziehung einen konkreteren Stellvertreter wie beispielsweise Unterhaltung mit A …, Sex mit B …, Freundschaft mit C …, Ehe mit D, Nachbarschaft mit E …, Projekt X, Projekt Y, Vater, Mutter, Kind, Gott, Haustier … also einen Begriff, der eine emotionale, kognitive und-oder soziale Beziehung mit oder zu Jemandem oder Etwas beschreibt, dann können Sie überlegen, welches vMeme die Grundlage Ihres Verhaltens und Ihrer Handlungen in jedem dieser Kontexte ist, und zwar so als wären Sie ‚jetzt gerade‘ in der jeweiligen Be-ziehung.)

Beziehungen an sich und für mich, so mein Resümee, sind niemals die Basis möglichen Lebensglücks.
Beziehungen, die für jemanden oder für etwas gestaltet werden, um Resonanz zu ermöglichen, schon.

Das Bojenmodell

Das Bojen-Modell habe ich entwickelt, um das Zusammenspiel zwischen Werten und sichtbarem Verhalten zu visualisieren. Stellen Sie sich dazu eine Boje vor, die auf dem Meerwasser treibt. Sie symbolisiert Ihr für andere Menschen beobachtbares Verhalten, Ihre Handlungen und Ihr Kommunikationsverhalten.

Ihr Verhalten wird durch bewusste und unbewusste Motive gesteuert, im Bild symbolisiert durch einen nur teilweise sichtbaren Schwimmer, der die Boje aufrecht und beweglich hält.

Die Boje wird ihrerseits gehalten von einem Seil – es steht als Symbol für Ihre Haltungen und Einstellungen. Ohne dieses Halteseil würde die Boje je nach Wetterlage mal hier mal dort herumirren und ihre Funktion verlieren.

Befestigt ist das Seil an einem Gewicht, das im Meeresboden verankert ist. Dieses Gewicht steht für Ihr Wertesystem, dem Teil Ihres Selbst, mit dem Sie sich – sofern reflektiert – Ihr Verhalten quasi selbstverständlich machen können.

Die Boje bewegt sich – je nach Strömung und Wind. So wie auch Ihr Verhalten sich situativ ändern kann, abhängig davon, wie Sie auf Ihre Umwelt reagieren. Gerät das Halteseil unter starke Spannung, so zeigt sich dies über Wasser als Stressverhalten, unter Wasser wird das Gewicht des Wertesystems stark beansprucht – womöglich stehen Sie in einem Wertekonflikt mit einer anderen Person oder Sie passen sich mit einem Verhalten an Ihre Umwelt an, obwohl dies nicht mit Ihren persönlichen Werten im Einklang steht.

Für eine gewisse Zeit hält das Seil dieser Spannung stand. Doch mit zunehmender Belastung beginnt es zu reißen – zuerst einzelne Fasern, dann womöglich ganz. In einer solchen Situation gerät eine Person in eine Haltlosigkeit. Der Kontakt zum Fundament geht verloren, die Folge kann eine Lebens- oder Sinnkrise sein. Damit es nicht so weit kommt, ist es wesentlich, dass sich ein Mensch seiner eigenen Werte bewusst wird. Wer weiß, was ihn im Inneren zusammenhält, bleibt  psychisch stabil und kann Werte in einem sinnvollen Kontext verwirklichen.

Neurosen

12 irrationale Vorstellungen nach Albert Ellis, die eine Neurose hervorrufen und aufrechterhalten

    1. Die Vorstellung, es sei eine dringende Notwendigkeit, dass Erwachsene von jemandem geliebt werden und zwar für nahezu alles, was sie tun – statt sich also auf ihren Selbstrespekt zu konzentrieren, für praktische Zwecke Anerkennung zu ernten, statt sich darauf zu konzentrieren, dass sie selbst jemandem Liebe zeigen, statt selbst geliebt werden zu wollen.
    2. Die Vorstellung, bestimmte Handlungen seien fürchterlich oder schlecht und dass Menschen, die solche Handlungen vollziehen, verachtet werden müssen – statt der Vorstellung, dass bestimmte Handlungen unsinnig oder antisozial sind und dass Menschen, die so handeln, sich dumm, ignorant oder neurotisch verhalten und Hilfe benötigen, damit sie sich ändern. Wenn Menschen sich schlecht verhalten, macht das niemanden zu einem verachtenswerten Individuum.
    3. Die Vorstellung, es sei entsetzlich, wenn die Dinge anders sind, als wir das gerne möchten – statt der Vorstellung, dass die Lage gar nicht so schlimm ist, dass wir widrige Umstände zu ändern oder in den Griff zu bekommen versuchen, sodass sie zufriedenstellender sind, und wenn das nicht möglich ist, sollten wir das lieber vorübergehend hinnehmen und uns in ehrenhafter Weise damit abfinden, dass die Dinge nun mal so sind.
    4. Die Vorstellung, menschliches Unglück sei immer von außen verursacht und werde uns von außen stehenden Menschen und Ereignissen aufgezwungen – statt der Vorstellung, dass eine Neurose zu einem großen Teil durch unsere Sichtweise unglücklicher Umstände verursacht wird.
    5. Die Vorstellung, dass wir uns fürchterlich aufregen sollten, wenn etwas gefährlich ist oder sein könnte – statt der Vorstellung, dass man der möglichen Gefahr besser offen ins Gesicht blickt und sie zunächst als ungefährlich einstuft und, wenn das nicht möglich ist, das Unvermeidliche einfach akzeptiert.
    6. Die Vorstellung, es sei einfacher, die Schwierigkeiten des Lebens und die Eigenverantwortlichkeiten zu meiden, als sich ihnen zu stellen – statt der Vorstellung, dass der so genannte einfache Weg sich letztlich doch oft als der härtere herausstellt.
    7. Die Vorstellung, dass wir unbedingt etwas bräuchten, das größer und stärker ist als wir selbst, damit wir uns darauf verlassen können – statt der Vorstellung, dass es besser ist, das Risiko unabhängigen Denkens und Handelns einzugehen.
    8. Die Vorstellung, wir müssten in jeder erdenklichen Hinsicht überaus kompetent, intelligent und erfolgreich sein – statt der Vorstellung, dass wir besser manches wirklich gut machen, statt immer und überall gut sein zu müssen, dass wir uns selbst als ein recht unvollkommenes Wesen akzeptieren, das wie alle anderen Menschen seine Grenzen und individuellen Schwächen hat.
    9. Die Vorstellung, etwas, das uns in unserem Leben einmal sehr stark beeinflusst hat, werde unendlichen Einfluss auf uns ausüben – statt der Vorstellung, dass wir aus vergangenen Erfahrungen lernen und uns nicht übermäßig mit ihnen beschäftigen oder Vorurteile daraus entwickeln müssen.
    10. Die Vorstellung, wir müssten eine bestimmte und perfekte Kontrolle über die Dinge ausüben – statt der Vorstellung, dass die Welt voller Wahrscheinlichkeiten und Zufälle steckt und dass wir das Leben dennoch genießen können.
    11. Die Vorstellung, menschliches Glück könne durch Trägheit und Untätigkeit herbeigeführt werden – statt der Vorstellung, dass wir am glücklichsten sind, wenn wir uns vital in kreative Unternehmungen vertiefen oder wenn wir uns Menschen und Projekten außerhalb unserer selbst widmen.
    12. Die Vorstellung, wir hätten keinerlei Einfluss auf unsere Emotionen und könnten nicht anders, als uns von den Dingen gestört zu fühlen – statt der Vorstellung, dass wir reale Kontrolle über unsere destruktiven Empfindungen haben, wenn wir uns nur entschließen, die „musturbatory hypotheses“ zu ändern, die wir häufig dazu gebrauchen, derartige Emotionen zu erzeugen.

Albert Ellis

 

Krisenpass

Für Menschen, die ein erhöhtes Risiko haben, in eine schwere psychische Krise zu fallen, hat die ‚bipolaris‘ – Manie & Depression Selbsthilfevereinigung Berlin-Brandenburg e. V. einen Krisenpass zum Download oder zur Bestellung ins Netz gestellt. Der Pass dient dazu, Therapeuten mit Behandlungsanweisungen, den Anschriften von Vertrauenspersonen, Informationen zu Vollmachten und zur Medikation sowie weiteren wichtigen Informationen zu unterstützen.

Ein hilfreicher Service – gerade bei Patientinnen und Patienten mit bipolarer Störung.

http://www.bipolaris.de/weitere-informationen-links/materialien-downloads/krisenpass

Die Psychohygiene des Krisentherapeuten und Krisencoachs

Damit die Verarbeitung der Lebensthemen von Klienten und Patienten einen psychisch guten Verlauf nimmt, sollten Coachs und Therapeuten diese Reflexionen und Regulierungen einsetzen.

  • Wie belastbar ich zur Zeit, wie viele Krisen verkrafte ich? Wie nahe bin ich an einer Selbstüberforderung?
  • Wie und womit schalte ich ab? Nutze ich Stimmungsaufheller?
  • Welche Arbeitsbedingungen bedürfen einer Korrektur? (Belastungen, Terminfolgen, Wechsel von Tätigkeiten, Regulierung der Nähe-Distanz)
  • Mit welchen Arten von Krisen kann ich gut und weniger gut umgehen? Mit welchen Persönlichkeitsmerkmalen von Betroffenen kann ich besser, mit welchen weniger gut andocken?
  • Nutze ich Supervision? Permanent oder fallweise? Wie sind die Erfahrungen?
  • Nehme ich Themen der Patienten oder Klienten mit in Urlaub? Nehme ich Krisenliteratur mit?Dosiere ich angemessen? Spreche ich über die Krisenthemen mit Dritten?
  • Erhält mein Körper was er braucht? Ist mein Schlaf gut? Wechsel ich in der Freizeit die Themen? Achte ich darauf, dass Freunde mich nicht auf den Beruf reduzieren?
  • Arbeite ich in ästhetischer Umgebung, habe ich einen erfreuend gestalteten Arbeitsplatz?
  • Wie bewältige ich eigene Krisen?
  • Empfinde ich mich als resilient? Achte ich auf die eigene Krisenprävention im Kontext der möglichen Belastungen in der kommenden Lebensphase?

Zum Beitrag vom 4.1.2026 – hier: Umgang mit Trauer

Wird über Trauer gesprochen, dann ist der Tod meist nicht fern. Dabei ist diese Grundemotion des Menschen mit Erfahrungen verbunden, die über den physischen Tod weit hinausreicht. Menschen betrauern den Verlust ihrer Heimat, ihrer Jugendlichkeit, ihres Berufes, ihrer Freiheiten, ja sogar die Niederlage ihrer Mannschaften im Sport. Menschen versinken in Lethargie, Depression, Apathie, Wehmut, Menschen suchen Trost und liegen sich in den Armen, um ein Stückchen Geborgenheit zu erfahren. Das alles unabhängig von ihrem Alter, ihrer Bildung, ihrem Geschlecht, ihrer Kultur, ihres Glaubens oder auch ihres Wohlstands.

Offen Trauer zu zeigen ist in einer Selbstoptimierungsgesellschaft, die dem Primat des Durchhaltens, Kämpfens und Leistens folgt, eine schwierige Sache. Schnell kommt so Trauer in die Nähe der Schwäche und des Tabus – mit der Folge, dass man verlernt, mit der eigenen und der Trauer anderer angemessen umzugehen. Viele Menschen geraten so in Trauerkrisen, weil sie ihre Verlusterlebnisse, die Folgen ihrer Erkrankungen oder die sich im Leben ergebenen Abschiede meinen nicht kommunizieren zu sollen. Dabei ist Trauer als angeborenes primäres Gefühl evolutionsgeschichtlich eine psychobiologische Reaktion zur Aufrechterhaltung der Gruppenbindung bei Trennungs‐ und Verlusterlebnissen. ‚Wir müssen jetzt näher zusammenrücken‘, dieser Satz spiegelt wider, wonach sich viele Menschen sehnen, wenn sie in Trauer sind.

Die Trauerforscherin Elisabeth Kübler‐Ross war die erste Wissenschaftlerin, die detaillierte Beobachtungen über die wechselnden emotionalen, kognitiven und verhaltensmäßigen Zustände bei trauernden Menschen machte. Mit ihrem Phasenmodell half sie dabei, die unterschiedlichen Interventionen herauszuarbeiten, die Menschen gut tun, um zuerst die Phase des Nicht‐Wahrhaben‐ Wollens, dann die Phase der aufbrechenden Emotionen, gefolgt von der Phase des Suchens und Sich‐Trennens und letztlich der Phase des neuen Selbst‐ und Weltbezugs zu durchlaufen. Heute wissen wir aber, dass dies nur ein grobes Modell ist. In der Realität verlaufen die Etappen manchmal mehrfach, manchmal unvollständig, manchmal schnell, manchmal über Jahre.

Trauer ist individuell und passt nicht in ein festes Schema. Dennoch gilt es für den betroffenen Menschen immer, zuerst einmal einen Verlust als Realität zu akzeptieren, den individuellen Trauerschmerz zu erfahren, sich wieder in die Umwelt einzupassen, in der nun fehlt, was zuvor gegeben war und dabei sich für das, was das Leben bereithält zu öffnen. Ob dabei das Gespräch mit vertrauten Personen, neutralen Dritten oder Gruppen unterstützen kann, muss die Person für sich fühlend entscheiden.

Ein trauernder Mensch stellt hohe Anforderungen daran, wie sein Trauern zu sein hat. Nicht selten wird Trauer in einer Weise gezeigt wie man sie in jungen Jahren im familiären Umfeld erlebt hat. Hieraus ergeben sich Trauer‐Glaubenssätze, die als ‚Ich‐sollte‘ oder ‚Ich‐müsste“‐Sätze formuliert werden, zum Beispiel als ‚sei perfekt in deiner Trauer‘; ‚beeil dich in deiner Trauer‘, ‚Sei stark in deiner Trauer‘. In der Begleitung eines trauernden Menschen kann es für ihn daher sehr entlastend werden, wenn er sich Erlaubnis erteilt, zum Beispiel ‚ich darf mir Zeit lassen‘ oder ‚ich darf meine Trauer auf meine Art gestalten und abschließen‘. Auf der körperlichen Seite gehören zu den Erlaubnissen, die eigene Versorgung durch gute Ernährung, Bewegung, ausreichend Schlaf und soziale Kontakte zu erhalten.

Aus Trauer zu lernen verweist auf die Vergänglichkeit unseres Lebens und der Dinge dieser Welt. Sie macht bewusst, dass Leben immer auch Abschied und Trennung mitmeint. Damit fördert sie eine Haltung, den Augenblick und das Vorhandene zu schätzen und die Relativität vieler Werte und Verhaltensweisen zu erkennen. Ein solches ‚abschiedlich leben‘ kann eingeübt werden: ‚Was würdest du heute anders machen, wenn dies der letzte Tag deines Lebens, deines Berufs, deiner Jugendlichkeit … wäre?‘ Sich diese Frage immer wieder einmal vorzulegen, kräftigt präventiv einen Menschen für den Umgang mit der Trauer, die sich eines Tages einstellen wird.

Zum Beitrag vom 4.1.2026 – hier: Umgang mit Scham

Scham ist ein brennendes Gefühl. Man spürt einen Achtungsverlust sich selbst gegenüber oder vor anderen Menschen. Scham ist stärker als Peinlichkeit. Um Scham zu empfinden, brauchen wir ein menschliches Gegenüber, das auch Selbstbewusstsein hat. Vor dem Computer schämen wir uns nicht, obwohl der viel besser rechnen kann als wir. Auch nicht vor Tieren oder Säuglingen. Das unterscheidet die Scham von der Angst: Ich kann mich vor einer Schlange oder vor einem heranrasenden Auto ängstigen, aber nicht schämen.

Auf den ersten Blick kann Scham als eine psychische Funktion zum Erhalt der Überlebensfähigkeit eines Menschen angesehen werden. Wer Scham fühlt, der anerkennt seine Selbstanteile der Nicht‐Fähigkeit oder Nicht‐Fertigkeit im Spiegel der Erwartungen an sich selbst. Der Mensch vergleicht sich mit einem oder mehreren anderen Menschen und empfindet seine Außenwirkung in seiner Selbstanschauung diesen gegenüber als minderwertig. Oder er vermittelt ein Selbstbild von sich, das sich in einer Situation als unangemessen erweist und von der Außenwelt als solches ‚entlarvt‘ und mit entsprechendem Feedback versehen wird.

Scham geht meist einher mit einer Verunsicherung über das aktuelle Identitätskonzept. Dadurch, dass sie die Diskrepanz zwischen Ist‐ und Sollzustand anzeigt, hat sie eine identitätsfordernde Funktion. Die eigenen Unzulänglichkeiten, derer man sich schämt, können in der Folge jedoch nicht nur zu einem negativen Effekt – zum Beispiel der Minderung des Selbstvertrauens – führen, sondern auch ein bedeutender Impuls zur Persönlichkeitsentwicklung sein. Studien haben zum Beispiel gezeigt, dass Scham zu einer größeren Hilfsbereitschaft und größerem Mitgefühl führen kann. Ebenso erweist sich die Scham als zweckdienlich, um bei berechtigter Kritik von Dritten diese über das Schamgefühl zu einer angemessenen Selbstkritik zu transformieren, der ihrerseits ein Lernprozess folgt. Scham vermag somit die Fähigkeiten stärken, sich selbst zu helfen, offener für einen möglichen Fortschritt in der eigenen Persönlichkeitsentwicklung zu werden, die psychische oder physische Verfassung zu verbessern oder die Schwelle der eigenen Schamtoleranz adäquat zu verschieben.

Hilfreich ist es in diesem Zusammenhang, den Unterschied zwischen dem ‚Gefühl für Scham‘ und einem ‚beschämt zu sein‘ zu erkennen. Das Gefühl für Scham kann als Reaktionsbildung verstanden werden, mit der sich im Verhalten eine besondere Sensibilität für den Erhalt und Schutz kontextspezifischer Ideale und Werte, zum Beispiel der Würde oder des Respekts zeigt. Das Gefühl ‚beschämt zu sein‘ resultiert hingegen vielmehr aus einer Frage wie: ‚War es richtig, mich so zu zeigen?‘.

Aus einer sozialpsychologischen Perspektive betrachtet schützen Schamgefühle unsere Privatheit und sind als inneres, extrem aversives Signal ein Indiz für eine empfundene Übertretung von Distanzgrenzen, zum Beispiel im Kontext der Preisgabe von intimen Informationen. Im sozialen Kontext bewirkt das Schamgefühl, dass Distanz zu anderen Personen eingehalten wird. In diesem Sinne ist Scham die Grundlage von Moral und Intimität und steht in engem Zusammenhang mit Schuld‐ und Selbstwertgefühlen.

Der kleine ‚Schmerz‘, das maßvolle und dosierte Erleben von Scham, ist notwendig, um sich selber in Frage stellen zu können und somit zu lernen. Sie spornt uns an, nach mehr Unabhängigkeit zu streben, Leistungen zu erbringen, die wir uns bisher nicht zugetraut haben ‐ also unseren Idealen nachzukommen, den idealen Vorstellungen, die wir von uns als Person haben. Solange Scham diesen Aspekt hat, ist sie durchaus positiv. Erst wenn sie die Person überwältigt und sich womöglich zudem mit Angst vermengt, wirkt sie destruktiv. Pathologisch meint dies: Wenn Häufigkeit oder Heftigkeit nicht mehr zu neuen angemesseneren Konzepten vom Selbst, von den Objektbeziehungen und der Umwelt führen können, sondern umgekehrt entweder zur dauerhaften Ausprägung eines schamresistenten ‚Größenselbst‘ oder zu einem fragilen narzisstischen Gleichgewicht mit ständigen Selbstzweifeln und der Neigung zur Idealisierung anderer Personen führen, dann ist therapeutische Arbeit an der Scham angezeigt. Das Bewältigen von Scham kann zu Erfahrungen des Stolzes führen und sich somit in innere Stärke verwandeln. Es stärkt die Fähigkeit, sich der Scham zu stellen und unterstützt den Individuationsprozess.

Zum Beitrag vom 4.1.2026 – hier: Umgang mit Wut

Die Impulskontrolle zu verlieren oder mit Gebrüll, Gekeifer oder Aggression die Luft abzulassen, gilt heute weithin als Ausdruck einer schlechten Kinderstube. Wem öffentlich die Ader schwillt, wer schreit oder flucht, dem drohen schiefe Blicke. Auch Ärzte warnen vor zu viel Wutstress. Herzattacken und Schlaganfall werden begünstigt. Andererseits ist das der Emotion Wutvorangehende Gefühl des Ärgers an sich sehr hilfreich. Wem etwas ‚arg‘ ist, empfindet im Kern einen Wertekonflikt. Irgendetwas stört massiv und entspricht nicht den eigenen Wertmaßstäben. Günstig wäre nun natürlich, den verletzten Wert zu erkennen und angemessen den Konflikt zu kommunizieren. Wer anstelle dessen aber zur Wutreaktion übergeht, der mag sich biologisch ‚getröstet‘ wissen. So gehen Wissenschaftler der Harvard‐Universität davon aus, dass Wut dem Zweck diene, sich in der sozialen Hierarchie durchzusetzen. Dabei dienten Erbanlagen, die bei manchen Menschen den Botenstoff Dopamin im Gehirn regulieren, der für Wut und Aggression von Bedeutung ist. Viktor Frankl hielte diesem ‚Freibrief‘ wohl entgegen, dass ‚man sich von sich selbst nicht alles gefallen lassen muss‘, also auch nicht von Genen und Dopamin.

Schauen wir auf das kleine Kind, dann zeigt sich Wut bereits im Gesicht mancher Babys. Klar, wenn man etwas will und nicht bekommt, dann entsteht ein Ungerechtigkeitsempfinden. Wut wird so zur Antriebskraft des Kindes, seinen Wert ‚Gerechtigkeit‘ verwirklichen zu können. Gelingt dies, dann steigert die Wut quasi das Selbstwertgefühl. Kommt das Kind durch sein Schimpfen nicht weiter, erhält es sogar Gegenwut, dann steht zu befürchten, dass es sich nicht angenommen oder ernstgenommen erlebt – mit entsprechend möglichen Auswirkungen für die weitere Entwicklung. Andererseits: wer als Kind konfrontiert wird mit elterlichem Gebrüll für Kleinigkeiten, der kommt in eine ständige Alarmbereitschaft, in Furcht oder Dauerscham.

Wie auch immer, wer als Wutbürger durchs Leben geht, braucht als Gegenpol die Fähigkeit, ‚in seiner Fassung zu verbleiben‘. Selbstregulation meint dabei nicht zwanghaft positives Denken. Vielmehr die Fähigkeit ‚eine Nacht drüber zu schlafen‘, eine regulierende Atemtechnik zu beherrschen, im Stillen zu fluchen, Ausdauersport zu betreiben, um mentalen Stress abzubauen. Dies wäre die verhaltenspsychologische Komponente. Die existenzpsychologische ist die, das eigene Wertesystem zu analysieren, um herauszuarbeiten, bei Verletzung welcher Werte der Hut hochgeht, und warum. Vielleicht wird einem so klar, dass vielleicht die Kaffeetasse, die immer in der Teeküche dreckig herumsteht als Mangel an Wertschätzung des Arbeitsteams empfunden wird. Die Tasse wird so zum Symbol für das Empfinden, immer den Dreck anderer wegmachen zu müssen. Wer einen solchen Zusammenhang erkennt zwischen Wert, Auslöser und Wutreaktion, der kann gegensteuern – mit wertebasierter Kommunikation und Bedürfnisformulierung.

  • Auf welche Menschen oder Erlebnisse reagiere ich mit Ärger, Wut oder Zorn?
  • In welchen Situationen ist meine Wut am größten?
  • Wie lange beschäftigt mich schon diese Wut?
  • Was empfinde oder spüre ich, bevor die Wut hochkommt?
  • Was erlebe ich nach einem Wutausbruch?
  • Was macht diese Wut mit meinen Gedanken und Phantasien?
  • Wie äußert sie sich in meinem Körper?
  • Was bekomme ich dafür, wenn ich meine Wut zurückhalte oder verberge?
  • Was könnte mein Gewinn sein, wenn ich sie ausdrücke?
  • Was wäre das Schlimmste, das mir beim Ausdruck meiner Wut passieren könnte?
  • Was wäre das Schlimmste, das mir zustoßen könnte, wenn ich der Wut keinen Ausdruck gebe
  • Was änderte sich tatsächlich in meinem Leben, wenn eine dieser Möglichkeiten eintreten sollte?

Zum Beitrag vom 4.1.2026 – hier: Umgang mit Angst

Kaum eine andere menschliche Emotion hat eine solche Vielzahl von Erscheinungsformen und wird so kontrovers bewertet wie die Angst. Das zeigt sich an den vielen verwandten Begriffen: Furcht, Panik, Entsetzen, Grauen, Schrecken, Horror, Phobie, Beklemmung, Hilflosigkeit, Besorgnis und andere mehr. Überspitzt könnte man sagen: Es gibt so viele Ausformungen von Angst, wie es Menschen gibt. Denn jeder Mensch hat seine persönliche, in seinem Leben gewachsene Angst und seine eigene Weise, mit ihr umzugehen. Dennoch bezeichnen wir alle diese Erscheinungsformen mit dem einen Wort Angst. Es muss also einen gemeinsamen Kern aller dieser Arten von Angst geben, den jeder Mensch versteht.

Angst dient als Warnsignal vor akuten und zukünftigen Gefahren. Sie aktiviert, sensibilisiert und hält eine Person präsent hinsichtlich möglicher Bedrohungen der körperlichen und psychischen Integrität. Die Angst vor Ansteckung – wer erinnert sich nicht an die anfängliche Corona‐Zeit. Diese Angst war zumeist gesund, die Gefahr war unbekannt, das Leben galt es zu beschützen. Schnell wurde jedoch für viele Alles und Jeder zur Gefahr, irrational, überzogen, zu heftig und manchmal auch zu laut. Wenn der Grad der Angst der realen Situation nicht mehr angemessen ist, wenn sie das Verhalten deutlich und einseitig prägt und sich die Angst so weit verselbstständigt, dass eine Person Angst vor ihrer Angst bekommt: Dann ist Angst nicht mehr gesund. Dann ist sie nicht nur Warnung, sondern Lebensthema.

Die Unangemessenheit krankhafter Angst zeigt sich quantitativ wie qualitativ, körperlich, zeitlich und in ihrer Intensität. Wird Angst als unerträglich empfunden, in einem Gefühl der Selbstvernichtung, dann hat sich förmlich vom Leben Besitz ergriffen und es ist längst an der Zeit, ihr wieder den Platz einzuräumen, der ihr gebührt – der freundliche Platz dessen, der aufpasst, aber nicht lähmt. Ein solches Verhalten wieder einzunehmen, gelingt meist besser mit professioneller, auch medikamentöser Unterstützung. Der Grund dafür ist, dass Angst – anders als andere Emotionen nicht einfach verschwindet, selbst wenn sich die Situation neu darstellt. Angst ist derart fest mit unserer evolutionären Entwicklung verbunden, dass es auch wundern würde, nähme sie mit einmal Mal eine völlige Nebenrolle ein. Im Grunde hat der Mensch ‚nur‘ zu lernen, dass er stets die Hauptrolle in seinem Leben spielt. Denkt er jedoch stets über Angst nach, erwartet er förmlich, dass sie sich zeigt, dann wird die Person selbst zum Statisten ihrer zur Hauptrolle gewordenen Angst.

Typische Denkfehler unter Angst sind das Überschätzen von Gefahren und das Unterschätzen eigener Kompetenzen, das Beziehen von Misserfolgen auf die eigene Person und von Erfolgen auf glückliche Umstände, das katastrophische Denken und das Denken in extremen Entweder‐Oder Kategorien [z.B. ‚entweder ich werde Klassenbester oder ich bin der totale Looser]. Bei einem gesunden Umgang mit möglichen bedrohlichen Situationen, sieht die Person hingegen auch das, was keine Gründe bietet, sich zu sorgen, zu fürchten oder was Gefahr läuft, verloren zu gehen.

Jede unangemessene Angst ist krankhaft, aber nicht jede krankhafte Angst ist behandlungsbedürftig, sofern sie nicht störend ist, weil man ihr aus dem Weg gehen kann (z.B. indem man die Treppe statt des Aufzugs benutzt) oder weil man trotz der Angst immer noch handlungsfähig bleibt. Wird Angst als Störung, als Leidensdruck empfunden, dann sollte nicht gezögert werden, einen Logo‐ oder Verhaltenstherapeuten aufzusuchen.