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Eigentlich ist Leben einfach – 8

Die existenzielle Person ist wesenhaft Einheit und Ganzheit, sagt Frankl, und das heißt, „daß sie wesentlich weder teilbar ist noch summierbar. Auch dort, wo wir Leibliches – Seelisches – Geistiges unterscheiden, tun wir das niemals so, als ob der Mensch aus ihnen wie aus Teilen ‚zusammengesetzt‘ wäre; denn der Mensch ist kein additives, sondern ein integrales Wesen.“

In seinem Werk Integral Psychology verortet Wilber die existenzielle Therapie – zu der die Logotherapie gezählt werden kann – im Übergang von personalen zu transpersonalen Entwicklungsstufen, im Graves-Kontext also im Übergang vom grünen zum gelben Meme.

Warum dort? Frankl versteht seine Logotherapie nicht als „bessere“ Therapie, sondern die Erkenntnisse anderer Schulen zuerst integrierend, die Erkenntnisse dieser Schulen dann differenzierend und letztlich transzendierend hin zu seinem Verständnis eines auf Sinn ausgerichteten Menschenbildes. Diese Schrittfolge von integrieren – differenzieren – transzendieren spiegelt wider, was wir bei Wilber im Kontext der Bewusstseinsentwicklung nachlesen können.

Das grüne Meme legt den Schwerpunkt auf Empathie, Gemeinwohl und Gleichwertigkeit (zur Erinnerung: Grün hat alle Meme ab Beige in sich integriert. Es trat nach der Transzendenz des vMeme Orange hervor, bei dem die dysfunktionalen Aspekte des auf Leistung, Erfolg und Selbstoptimierung ausgerichtete Wertesystems erkannt wurden und es sinnvoll wurde, diese Dysfunktionalität durch eine Entwicklung hin zum vMeme Grün zu mindern). Ab Gelb wird der Sprung in eine integrale Bewusstheit vollzogen, bei der Werte kontextsensibel dem Verhalten zugrunde liegen, es also nicht mehr um Abwertung oder Aufwertung einzelner Wertmaßstäbe geht, sondern alle Werte in einem vernetzten, systemischen und immer mehr holistischem Rahmen gesamt- und ganzheitlich die Grundlage für Verhaltens- und Handlungsweisen bilden.

Ab vMeme Gelb spielt logischerweise ein Begriff keine Bedeutung mehr: Reduktionismus. An seine Stelle tritt der Holismus und mit ihm die Position, dass ein System als Ganzes und nicht nur als die bloße Zusammensetzung seiner Einzelteile betrachtet werden muss. Das Hauptargument des Holismus ist, dass das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile, da die Interaktionen und Beziehungen zwischen den Teilen neue Eigenschaften hervorbringen, die in den isolierten Teilen selbst nicht vorhanden sind. Frankls Existenzanalyse betrachtet gerade diese Emergenzen, wenn sie auf die rein humane Fähigkeit zur Selbsttranszendenz abhebt, mit der jeder Mensch zu jeder Zeit in seiner individuellen Freiheit und Verantwortung und unabhängig seines psychophysischen Zustandes Stellung beziehen kann auf jemanden oder etwas, was er nicht selbst ist.

Aus diesen Überlegungen heraus ergeben sich für mich diese Thesen und eine Vision:

    • Die/derjenige, die/der logotherapeutisch mit Menschen arbeitet, muss im Kontext seiner beruflichen Tätigkeit das vMeme Gelb entwickelt haben.
    • Wer das vMeme Gelb entwickelt hat und sich in einer existenziellen Belastungssituation befindet, wird durch Interventionen psychotherapeutischer Schulen, die ihren Fokus auf die Bewusstheitsebenen bis vMeme Grün legen, kaum mehr erreicht werden können.
    • Wer in vielen seiner Lebensbereiche auf dem vMeme Gelb heraus wahrnimmt und sich verhält, wird öfter das Gefühl einer Art existenziellen Langeweile empfinden, da die Anzahl der Menschen, die das vMeme Gelb entwickelt haben, vielerorts noch begrenzt ist.
    • Wer das vMeme Gelb entwickelt hat, wird das Menschenbild Frankls, das bei seiner  Transformation auf den Kontext der Stärkung seelischer Gesundheit eines Menschen sowohl auf Sinnfindung, als auch auf Humor als auch auf Mitgefühl setzt, als eine Form von Weisheit ansehen.
    • Eine Vision: Wer das vMeme Gelb entwickelt hat, wird die Logotherapie und Existenzanalyse in Ergänzung mit dem Blick von Ken Wilbers Integraler Theorie als mehr als eine ohnehin schon ganzheitlichere Therapieform ansehen.  Aus dieser Bewusstheit heraus wird sie – die Integrale Logotherapie – als eine multifunktionale psychologische Unterstützung gesehen werden, sowohl als integraler Entwicklungshelfer für den einzelnen Menschen insbesondere im Kontext von Krise und Krisenprävention als auch als ein spannender Ausgangspunkt für eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung, die differenzierend würdigt, was die Menschheit bislang bereits zum Erhalt des Lebens geschaffen und vollzogen hat, um diesen Status Quo als Sprungbrett für eine weitere Transzendierung hin zu einer holistischen Weltgemeinschaft zu nutzen. Einer Weltgemeinschaft, in der das Geistige des Menschen im Kosmos den zentralen Beitrag dafür leistet, all das Unsinnige zu tilgen, das zu beobachten ist, wenn wir auf die Akteure schauen, die die dysfunktionalen Aspekte ihrer vMeme von Beige bis Grün dafür einsetzen, in ihren Handlungen mehrheitlich sich selbst als die Welt in den Blick zu nehmen.

Eigentlich ist Leben einfach – 7

Gegen das Abwertungsspiel der Psyche hilft letztlich nur die Aufwertung durch das Geistige. Der Mensch findet Sinn nur, indem er sich selbst transzendiert – sich auf etwas richtet, das größer ist als er selbst. So endete mein letzter Beitrag. Schauen wir dazu für ein Beispiel ins Leben desjenigen, dessen Menschenbild in der KrisenPraxis im Vordergrund steht: Viktor Frankl.

Gehen wir dazu hundert Jahre zurück und sehen einen jungen Mann, der sich für Psychotherapie begeistert, bereits einige Male mit Sigmund Freud korrespondierte und sich nun entschließt, zu lernen, was eines Psychoanalytikers Handwerkszeug ist. Dass sich daraus einer der zentralen Sinnimpulse für das Leben Viktor Frankls ergeben würde, konnte er nicht ahnen.

Frankl hatte sich also für eine Lehranalyse interessiert, worauf ihn Freud an einen seiner ersten Schüler, den Psychoanalytiker Paul Federn verwies. Zum vereinbarten Termin erschien Frankl, er wurde ins Arbeitszimmer geführt und sah Federn konzentriert an seinem Schreibtisch sitzen und schreiben. Ohne ihm nur einen Blick zu schenken, setzte Federn seine Tätigkeit schweigend fort. Nach gefühlt endloser Zeit deutete er wortlos auf einen Stuhl und stellte Frankl dabei eine diesen völlig überraschende Frage: „Nun, Herr Frankl, was ist Ihre Neurose?“

Frankl fühlte sich von dieser ‚Begrüßung‘ derart überrollt, dass er nur ein paar Sätze über seinen Analcharakter (ein Freudscher Begriff über eine bestimmte Persönlichkeitsakzentuierung) stammelte und dem dann einige Anmerkungen zur Psychopathologie folgen ließ. Nach seinen Ausführungen empfahl Federn ihm, zunächst sein Medizinstudium zu beenden und zu einem späteren Zeitpunkt wiederzukommen.

(Sinnimpuls): Für Frankl war dieses Treffen mit großem Unbehagen vorbeigegangen. Einfach stehengelassen zu werden, wortlose Gesten, die Direktheit der Frage nach einer Neurose, kein persönliches Wort, kein Interesse an seiner Person – dafür die Klarheit, dass sein Verhalten nichts anderes sein könne als Ausdruck einer Neurose und diese daher im Mittelpunkt stehen müsse: das war die Begegnung Frankls mit dem, was er danach immer wieder kritisierte: Der Reduktionismus in der Psychotherapie.

In meinen Worten: Hier traf ein junger Mann auf einen gut dreißig Jahre älteren, von Freud autorisierten Fachmann der Psychoanalyse. Federn wird 1871 in Wien in eine wohlhabende jüdisch-bürgerliche Familie geboren, sein Vater Salomon Federn ist praktischer Arzt. Paul Federn lässt sich nach seinem Medizinstudium zum Internisten ausbilden und eröffnet 1902 eine eigene Praxis in Wien.1903 lernt er Freud kennen und wird eine Zeit später Mitglied der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung. Mit der Psychoanalyse und der hinter ihr liegenden Triebtheorie gehen einige methodische Merkmale einher, wie beispielsweise eine Vereinfachung komplexer Phänomene, bei der im Sinne eines ‚der Mensch ist nichts anderes als …‘ alles auf wenige, meist biologische, psychologische oder physikalische Faktoren zurückgeführt wird. Subjektive, existenzielle oder soziale Aspekte werden ausgeblendet oder ignoriert, komplexe Ursachenketten werden auf einen dominanten Faktor reduziert. Die Folge dieser Methodik ist eine Pathologisierungstendenz, durch das Verhalten primär durch Störungen oder Defizite interpretiert wird.

Nun ließe sich fragen, wie die Persönlichkeitsarchitektur einer Person aussehen könnte, die Gefallen daran findet, eine reduktionistische Methode in der Arbeit mit Menschen anzuwenden. Lösen wir uns dabei von der Person Paul Federn und stellen verallgemeinernd Hypothesen auf, dann könnten wir annehmen, dass eine Person, die ihr Denken und Handeln deutlich am Reduktionismus ausrichtet, dies entlang dieser Werte und Prioritäten tut:

  • Sie legt hohen Wert auf logische Nachvollziehbarkeit, Eindeutigkeit und Struktur. Ambivalenz oder mehrdeutige Phänomene empfindet sie eher als störend.
  • Was verstanden, gemessen oder in Einzelteile zerlegt werden kann, wirkt kontrollierbarer. Daher könnte diese Person Kontrolle über ihr Umfeld und sich selbst besonders schätzen.
  • Sie neigt dazu, empirisch Messbares gegenüber subjektiven Erfahrungen zu bevorzugen.
  • Entscheidungen bewertet die Person entlang praktischen Nutzens vorhersehbarer Wirkungen oder maximaler Effizienz – nicht primär nach persönlicher Bedeutung.
  • Ganzheitliche oder existenzielle Perspektiven erscheinen ihr oft zu vage oder nicht verlässlich genug.
  • Beziehungen oder persönliche Begegnungen könnten bei einer solchen Person weniger als Wert an sich gesehen werden, sondern eher als Kontexte, die bestimmten funktionalen Regeln folgen.
  • Das Gefühl moralischer Verantwortung oder ein Gewissensbezug könnten weniger zentral sein, weil die Person menschliches Verhalten eher als determiniert betrachtet.

Verhaltens- und handlungsleitende Werte dieser Person könnten sein:
Vernunft, Kontrolle, Effizienz, Strenge, Rationalität, Genauigkeit …

Angenommen, Viktor Frankl steht nun einer solchen Werte-Person gegenüber und erkennt für sich, dass, wenn Psychotherapie aus methodischen Gründen die Ebene der zwischenmenschlichen Begegnung verlassen müsse und die Pathologie wichtiger werde als die Person und wenn angenommen werde, dass diese Pathologie den Menschen vollständig bestimme, es ihm dann unmöglich würde, eine solche Richtung der Psychotherapie einschlagen zu können. Wie er selbst schreibt, ließ ihm der Moment der persönlichen Konfrontation mit Reduktionismus und Pathologismus es „wie Schuppen von den Augen“, dass die Psychoanalyse nicht sein Weg sein würde.

Ziehen wir dazu nun das vMeme-Modell von Graves heran, so mutet das Vorgehen von Paul Federn – im Kontext der Operationalisierung des von ihm so gelernten und verantworteten Theoriegebäudes – so an, dass hier ein Handeln aus dem vMeme Rot/Blau vollzogen wurde.

Weiter gedacht kann der massive Konflikt, den Frankl in diesem Vorgehen für sich selbst fühlte und zu einer existenziellen Entscheidung führte, so gedeutet werden, dass er sein Handeln als Arzt und Psychotherapeut auf der Grundlage anderer vMeme-Ebene als sinnvoller ansah. Welche Ebenen dies waren? Zu meiner Einschätzung ziehe ich das formulierte Menschenbild der Sinntheorie Frankls heran und seine Conclusio, dass der Mensch als geistiges, freies und verantwortliches Wesen Sinn findet in der Transzendenz (dieser Kontext wurde hier in der KrisenPraxis in zahlreichen Beiträgen thematisiert und aufgefächert). Zusammengeführt formuliert Frankl hieraus sein Credo: „Die geistige Person befindet sich wesentlich jenseits aller psychophysischen Morbidität und Mortalität; wäre dem nicht so, so möchte ich nicht Psychiater sein: es wäre sinnlos. Und die geistige Person ist wesentlich dasjenige, was sich aller psychophysischen Morbidität entgegenzustemmen vermag, und wäre dem nicht so, so könnte ich nicht Psychiater sein: es wäre nutzlos.“ (aus Viktor E. Frankl, Der leidende Mensch)

Mir erscheint hier eine Stellungnahme aus dem Spektrum der vMeme orange/grün/gelb vorzuliegen, eine Bewusstheit, die den Gedanken erst ermöglicht, dass der Mensch sich selbst findet, indem er sich selbst überschreitet, sich zum Wohl einer Aufgabe, der er sich hingibt oder eines Menschen, den er liebt, sich selbst zu vergessen in der Lage ist.

Gehen wir noch einen Schritt weiter und schlagen wir eine Brücke von Frankls Menschenbild und Sinntheorie zur Integralen Theorie von Ken Wilber. Für Frankl wird die geistige Dimension der Person, die den Willen zum Sinn freisetzt, nicht gezeugt oder erzeugt – sie ist vielmehr unbedingt:„Wohl ist geistiges Sein individuiertes Sein, die Existenz eine personale; doch ist die existenzielle Person wesenhaft Einheit und Ganzheit, und das heißt, daß sie wesentlich weder teilbar ist noch summierbar. Auch dort, wo wir Leibliches – Seelisches – Geistiges unterscheiden, tun wir das niemals so, als ob der Mensch aus ihnen wie aus Teilen ‚zusammengesetzt‘ wäre; denn der Mensch ist kein additives, sondern ein integrales Wesen.“ (Frankl, 1949: Der unbedingte Mensch, S. 66)

Ken Wilber hat ein bemerkenswertes Werk geschaffen. Während andere Denker sich über Jahrzehnte hinweg auf ein einziges Gebiet konzentrieren, hat er das gesamte Spektrum menschlichen Wissens zu erfassen versucht. Er hat eine Philosophie des Bewusstseins entworfen, die Biologie, Psychologie, Religion, Mystik, Philosophie und Sozialwissenschaften integriert. Ein kühnes Unterfangen, das ihn womöglich im Kontext der Psychotherapie auszeichnen könnte, das Werk von Frankl auf eine neue, integrale Ebene zu heben.

In seinem Werk „Integrale Psychologie“ legt Wilber ein Modell vor, das die Erkenntnisse aller psychologischen Schulen – von Ost bis West, von den frühen Traditionen bis zur modernen Forschung – in einer umfassenden Synthese zusammenführt. Dieses Werk bietet nicht nur eine in ihrer Klarheit und Prägnanz einzigartige Bestandsaufnahme der bisherigen Seelenkunde, sondern öffnet zugleich den Blick über den Status quo hinaus. Es skizziert die Umrisse einer Psychologie, die nicht allein auf Heilung und Korrektur zielt, sondern den Menschen befähigt, seine psychische
Gesundheit aktiv zu fördern und verborgene seelische Potenziale zu entfalten.

In dem von ihm als AQAL (All Quadrants/All Levels) vorgestellten Modell beschreibt Wilber die Komplexität menschlicher Entwicklung entlang von vier grundlegenden Perspektiven (siehe Abbildung):

  • Der obere linke Quadrant repräsentiert das subjektive Erleben, die Werte, Einstellungen und Haltungen einer Person – quasi das Innenleben einer Person.
  • Der obere rechte Quadrant repräsentiert messbare, beobachtbare Phänomene wie den physischen Körper des Klienten, sein Verhalten und biologische Prozesse. Betrachtet zum Beispiel ein Coachingklient diese Außenwirkungen quasi durch ein Mikroskop, fragen wir: Gibt es etwas, das Sie in diesem Quadranten dazu aufruft, von Ihnen verbessert zu werden? Als Antworten des Klienten sind hier beispielsweise zu erwarten: der Wunsch nach einem verbesserten Fitnesszustand, einer Kräftigung innerer Balance oder einem Aufbau neuer Fähigkeiten und Kompetenzen.
  • Der untere linke Quadrant adressiert die mit anderen geteilte Kultur, gemeinsame Werte, Beziehungen und intersubjektive Unterschiede. Betrachtet der Klient diese Außenwirkungen quasi durch ein Beziehungsnetz, fragen wir auch hier: Gibt es etwas, das Sie in diesem Quadranten dazu aufruft, von Ihnen verwirklicht zu werden? Und wenn ja, wofür und für wen wäre es gut?
  • Schließlich finden sich im Quadranten unten rechts die objektiven, systemischen und strukturellen Aspekte von Gruppen, Organisationen und Gesellschaften – dabei insbesondere die, denen sich der Klient zugehörig fühlt oder fühlen möchte. Betrachtet der Klient diese Außenwirkungen quasi wie ineinandergreifende Zahnräder, wird er erneut gefragt: Gibt es etwas, das Sie in diesem Quadranten dazu aufruft, von Ihnen verwirklicht zu werden? Und wenn ja, wofür und für wen wäre es gut?

Für unseren Kontext hier ist das Modell besonders interessant, weil es zeigt, aus welchen Quadranten Sinnimpulse auf eine Person zukommen können. Frankl betont in seiner Theorie, dass der Mensch Sinn immer nur in konkreten Situationen an konkreten Gegenständen verwirklicht, sei es zum Beispiel in der Hingabe für eine Aufgabe oder in der Liebe für einen anderen Menschen – wobei sich der Mensch bei dieser Sinnverwirklichung selbst vergisst. Aus der Selbstvergessenheit als Basis der Selbsttranszendenz, lässt sich Sinn folglich im AQAL-Modell nur in den beiden Quadranten „Kultur/Kommunikation“ und „Struktur/Prozesse“ finden. Das Erlebnis, das Frankl im Kontext seines Kontaktes zu Paul Federn schilderte und zu seiner Ablehnung allen Reduktionismus in der Psychotherapie führte, lässt sich gut mit dem Quadranten der Strukturen und Prozesse – unten rechts – in Verbindung bringen. Frankl nahm wohl von hier ausgehend seinen Sinnimpuls entgegen als eine Frage, die sein Leben ihm stellte und die von ihm seine persönliche Stellungnahme abforderte – und letztlich über sein Ziel, eine non-reduktionistische Therapieform zu entwickeln bis hin zu jeder einzelnen auf dieses Ziel hin abgestimmten Maßnahme zu dem führte, was viele Menschen zu schätzen wissen, die eine originäre Logotherapie oder ein auf dem Gedankengut Frankls ruhenden Coaching in Anspruch nehmen.

 

Eigentlich ist Leben einfach – 5

  

Das Modell der vMeme von Clare Graves [ein wichtiger Baustein in der Integralen Theorie von Ken WIlber] hat durch das Buch ‚Spiral Dynamics‘ von Don Beck und Chris Cowan eine recht breite Rezeption erfahren. Im Bereich Management- und Kulturentwicklung gehört es fraglos zu den Konzepten, die nicht nach kurzer Halbwertszeit wieder in den Regalen verstaubten. Dass Kritiker diesen werte-evolutionären Ansatz mit wichtigen Hinweisen versahen, war zu erwarten und der Sache auch würdig, schließlich ist die Robustheit eines Modells zentral für seine Akzeptanz. Andererseits, und da wird es auch gleich spannend, wird Kritik von Menschen geäußert, die womöglich aufgrund ihrer eigenen Denkstruktur gar nicht dazu in der Lage sind, das Modell in seiner Gänze zu beurteilen, aber dazu an anderer Stelle mehr.

Die schärfste Kritik bestand im Zweifel, ob mit dem Modell ein genügend konkreter Umsetzungserfolg verbunden sein kann, ob es also gelingt, das Bewusstsein um die Konstellation von Werten, die ein einzelner Mensch oder ein System (Familie, Team, Organisation, Gesellschaft …) hat, nützlich mit den realen Problemen der Gegenwart in Verbindung zu bringen.

Nun ist es bei Modellen immer so, dass es darauf ankommt, was man aus ihnen macht. Ein Modell zu kennen: schön. Es anzuwenden: besser. Es anzuwenden, im Bewusstsein, dass ein Modell stets etwas reduziert abbildet: noch besser. Es anzuwenden, ohne diesen Reduktionismus beizubehalten und die Ergebnisse aus der Anwendung des Modells nicht als ‚die Wirklichkeit‘ anzusehen: der Königsweg.

Auch das vMeme Modell von Graves ist also nie die Wirklichkeit, sondern bestenfalls ein Abbild eines Ausschnitts von Phänomenen, die wir Menschen als Wirklichkeit ansehen. Auf die drei abgebildeten Farbköpfe oben bezogen heißt das: wären es reale Menschen, dann könnte im Gespräch mit ihnen herausgearbeitet werden, welchen Werten sie heute Gewicht und Bedeutung beimessen und welche Werte so wesentlich ihr bisheriges Verhalten prägten, dass diese Werte ihnen heute als ‚Grundüberzeugungen‘ dienen. Aber – mit Viktor Frankl gesprochen – der Mensch ist ‚reine Dynamis‘ und damit immer in der Lage zum ‚anders werden‘. Was er dazu braucht, ist Sinn.

Findet ein Mensch Sinn und geht damit einher, dass er sich zur Verwirklichung dieses Sinns weiterentwickeln muss, dann wird dies nicht nur auf der ‚Oberfläche‘ geschehen, also zum Beispiel durch das Training neuer Kompetenzen oder einer reinen Verhaltensanpassung an äußere Umstände. Vielmehr bedarf Sinnfindung einer Entwicklung des individuellen Wertesystems als grundlegende Tiefenschicht menschlichen Verhaltens und Handelns. Mit anderen Worten: Das ‚Farbschema‘ der drei Personen kann sich je nach Ausrichtung auf neuen Sinn (immer wieder) verändern. So, wie es sich im Leben jedes Menschen vermutlich schon einige Male verändert hat, ohne dass er diese Veränderung in ihrer Wirkung auf das Wertesystem genauer untersucht hätte.

Das Modell von Graves kann somit als eine Orientierungshilfe verstanden werden, wenn man daran interessiert ist, sich ein Bild davon zu machen, wie man selbst oder andere Menschen mit den Herausforderungen und Sinnimpulsen ihres Lebens umgingen oder umgehen. Wie bewerte ich eine Situation, wie bedenke und fühle ich sie? Hier leistet die Klärung des Wertesystems einen fundamentalen Dienst und die Anwendung des Graves Modell bietet dafür eine Klärungshilfe.

Zurück zu den Kritikern: Das Modell lädt nach Ansicht einiger Hinweisgeber clevere Anwender dazu ein, aus ihm Test- und Messverfahren zu entwickeln, die dem Nutzer quasi auf Knopfdruck den Status Quo seines Wertesystems auf den Bildschirm zaubern. Wobei wir wieder bei dem Thema sind: es kommt immer darauf an, was man aus einem Modell macht.

In meiner eigenen Praxis verzichte ich völlig auf solche ‚Zaubertools‘ – denn, selbst wenn eines von ihnen in der Lage wäre, das Selbstbild einer befragten Person oder eines menschlichen Systems (Team, Familie …) verzerrungsfrei wiederzugeben, es würde es nicht leisten können, vielleicht schon im nächsten Moment, in dem die Person oder das System in eine Krise gerät dies auf der Werteebene abzubilden. Auch der realtime-Moment der Sinnfindung eines Menschen entzieht sich völlig eines wissenschaftlichen, empirischen Zugangs und bleibt damit im wahrsten Sinne des Wortes ‚geistiges Eigentum‘ der Person. ‚Tests‘, die vorgeben herausarbeiten zu können, worin ein Mensch Sinn findet, stellen einzig darauf ab zu ‚messen‘ ist, wie sich ein Mensch Sinn macht – ein kleiner, aber feiner Unterschied.

Was ich in meiner Praxis – in Therapie oder Coaching – praktiziere, ist ausschließlich die Arbeit mit kontextbezogenen und lebensweltrealen Verhaltensbeschreibungen der Klienten, aus denen dann auf die ihnen zugrundeliegenden Werte durch den Klienten selbst geschlossen wird. Eine solche Arbeit in einem Gruppensetting durchzuführen ist nicht möglich – vielleicht war genau das das ‚Problem‘, dessen Lösung sich manches Beratungsunternehmen in der Entwicklung eines ‚Value-Tests‘ versprach?

Kommen wir zu einer weiteren ‚Bedenklichkeit‘. Im Graves Modell findet sich ein Aspekt, der auf  ‚Quantensprünge‘ in der Entwicklung menschlichen Bewusstseins hinweist. Mit jedem dieser Sprünge – von einem vMeme zu einem neuen – treten Menschen in einen erweiterten Möglichkeitsraum für den Umgang mit komplexeren Lebensthemen ein. Blicken wir auf die Menschheitsgeschichte, so könnte die Erfindung primitiver Waffen (zur Befriedigung des Bedürfnisses, überleben zu können – Beige vMeme), die Erfindung von kontextueller Sprache in Wort und Bild und die Gottesnamen-Erfindung (Bedürfnis nach Zugehörigkeit und Erklärung von Weltphänomenen – Purpur vMeme) bis hin zur Erfindung planetarer Abkommen und integrierter Ego- Eco-Systeme (Bedürfnis nach ganzheitlicher Vernetzung zum Zwecke des langfristigen Überleben der Menschheit – Türkis vMeme) jeweils ein Hinweis auf zentrale Entwicklungsimpulse sein, die Menschen veranlassten, auf die mit ihnen verbundenen Meta-Lebensfragen adäquate Antworten zu geben. 

Folgen wir dieser Hypothese, dann nimmt mit jedem neuen, alles vorherige überragenden Entwicklungsimpuls nicht nur dessen Komplexität zu, vielmehr auch die Vielfalt möglicher ‚Antworten‘. Diese Grafik soll den Zusammenhang verdeutlichen:

Ein Beispiel aus dem Mikrokosmos eines einzelnen Menschen: Die Person hat bereits Entwicklungsimpulse in ihrem Lebensverlauf erfahren und den Umgang in Form von Verhaltens- und Handlungsweisen mit der in ihnen angelegten Komplexität erlernt und integriert. Nun tritt ein neuer Entwicklungsimpuls ein. Nehmen wir dazu an, die Person steht vor der Situation, entweder eine Tätigkeit auszuüben, für die es bereits eine Reihe nachvollziehbarer ‚guter Gründe‘ gibt (zum Beispiel familiäre Traditionen, eine ‚gemachtes‘ Nest, gewisse Talente …) oder eine Höherqualifizierung anzustreben, die es ihr ermöglichen würden, das Spektrum ihrer beruflichen Tätigkeit deutlich vergrößern zu können. Ein entsprechender Entwicklungsimpuls (zum Beispiel Wahrnehmung eines Verhaltens mit Vorbildcharakter bei einer anderen Person, unerwartetes ermutigendes Feedback von Dritten, Aufgreifen einer Information aus einer seriösen neuen Quelle jenseits der bekannten Bubble …usw.) geht ein und fordert die Person zu einer persönlichen Stellungnahme. Pathetisch formuliert könnte man sagen, die Person hat bisher ’selbst gedacht‘, nun lässt sie zu, dass für sie ein Stück gedacht wird (durch das Vorbild, den Feedbackgeber, die Informationsquelle …) und damit letztlich sie selbst in die Lage kommt, ihr eigenes Denken zu veredeln. Im ‚Veredelungsprozess‘ greift sie dabei auf das Bisherige zurück und führt nach dem Entwicklungsimpuls Schritte weiterer Differenzierung durch (zum Beispiel Pro- und Contra-Überlegungen, der Einsatz weiterer Informationsquellen, Erfahrungsberichte anderer usw.). Kommt nun die Person an einen Punkt, an dem sie einen Sinn (ein ‚Worum hat es mir ab jetzt wirklich zu gehen‘) entdeckt, die Entwicklung entweder in Richtung ‚Verbleib in einem spezifischen, bekannten beruflichen Kontext‘ oder ‚Aufbruch in ein neues Qualifizierungsfeld‘ zu vollziehen, dann können wir dies – im Verständnis der Sinnlehre Frankls – als Ausgangspunkt dder Transzendierung hin zum Sinn verstehen. Im ersten Fall könnte die Sinnfindung darin bestehen, dass die Person einen Impuls erfährt, der Werte in ihr berührt, die auf Bewahrung einer bestehenden Struktur und Qualität gerichtet sind, im anderen Fall Werte, deren Verwirklichung auf Herausforderungen im Kontext neuer Leistungen zielen (im Graves Modell könnten dies mit den vMeme Blau und Orange korrespondieren).

Nehmen wir an, die Person vollzieht ihre Stellungnahme hin in Richtung ’neue Leistung‘. Sie tritt damit ein in den Möglichkeitsraum eines neuen vMeme, einem Raum, in dem sie alles integriert, was ihr ihre bisherige Entwicklung quasi in ihren Rucksack gelegt hat. Solange es keinen weiteren Entwicklungsimpuls in ihrem Themenkontext (hier war es der Kontext Weiterentwicklung/-bildung im Leistungskontext) gibt, der sie hinführt zu einer neuerlichen Sinnsuche, wird sie im besten Fall bestrebt bleiben, die Komplexität der Themen, die sie zu bewältigen hat (hier im Kontext des Einsatzes ihrer Qualifikationen) entlang ihrer entwickelten vMeme zu bewältigen. Der Umgang mit der bestehenden Komplexität wird dabei maßgeblich von den Anforderungen beeinflusst, die die Lebenswelt der Person formuliert. Solange die Lebenswelt also Fragen an die Person richtet, die sie mit ihren entwickelten vMemen beantworten kann, wird sie das Gefühl haben, sich selbst steuern zu können, alltagstaugliche Verhaltens- und Handlungsweisen vorhalten zu können, im Flow zu sein usw.

Die Crux liegt nun darin, dass nach der freien und verantwortlichen Stellungnahme hin zu einem neuen Sinn die bereits entwickelten vMeme alleine nicht ausreichen. Vielmehr gilt es, auf der Spirale der Bewusstheit eine Ebene weiterzukommen, also zum Beispiel vom vMeme Blau hin zum vMeme Orange. Einfach gesprochen bedeutet dies, dass die Person einen Prozess der Werteentwicklung vollzieht. Wenn Frankl darauf hinweist, dass ein Mensch Sinn findet durch Verwirklichung seiner Werte, dann bedeutet das, dass neuer Sinn im Leben gefunden werden kann, wenn neue Werte berührt werden, deren Verwirklichung von der Person als sinnvoll gefühlt werden.

Neuer Sinn und neue Werte bedeutet nun aber nicht, dass beide erfunden werden müssten. Vielmehr gilt es, im Rahmen einer Werteanalyse herauszufinden, welche von ihnen zu einem die Person erfreuenden Gefühl führen, das innerlich dazu aufruft, ihnen mehr als bisher Raum zur Entwicklung zu geben. Und das Finden neuen Sinns – darüber habe ich in der KrisenPraxis bereits mehrfach geschrieben – wird durch Weltoffenheit gefördert. Wer sich diese Aspekte detaillierter erarbeiten möchte, der kann gerne in meinem Buch Sinncoaching, erschienen jetzt im November 2025, dazu nachlesen.

Dass es, wie Clare Graves zu seinem Modell ergänzt, in der Entwicklungsgeschichte der gesamten Menschheit zu solchen Entwicklungssprüngen von vMeme zu vMeme gekommen ist, mutet nicht sonderlich überraschend an. Schauen wir auf Technologiesprünge, die Entwicklung und Verbreitung menschlichen Wissens oder auf die rasant zugenommenen Möglichkeiten der Kommunikation und Vernetzung mit anderen Menschen, so liegt auf der Hand, dass auch innerpsychisch vergleichbare Entwicklungsprozesse vollzogen werden mussten. Die Plastizität des Gehirns als Grundvoraussetzung für die Aufnahme und Verarbeitung neuer Entwicklungsimpulse darf in diesem Kontext als Basis aller kollektiven und individuellen ‚Werdung zum Anderen‘ angesehen werden. Und ein Ende dieser Plastizität ist nicht in Sicht, somit auch nicht der Möglichkeitsraum für die Entwicklung des Einzelnen und der Ganzheit aller.

Weitere kritische Stimmen beklagen, dass im Graves Modell zeitliche Aussagen darüber vorgenommen werden, wann die verschiedenen vMeme wohl entstanden sind. Womöglich wird die Kritik gerade von den Personen formuliert, deren vMeme Orange eine wissenschaftlich detaillierte und fundierte Aussage erwartet. Aus der Perspektive zum Beispiel eines vMeme Gelb oder Türkis erscheint diese Kritik zwar nachvollziehbar (schließlich sind in diesen Meme die Wert- und Bewertungsmaßstäbe von Orange integriert), ihre Bedeutung tritt auf dieser Bewusstheitsebene jedoch gegenüber der grundsätzlicheren in den Hintergrund, bei der die Transformation menschlicher Bewusstheit hin zu einem ausgeprägterem synthetisierenden und holistischen Denken eher von Interesse ist.

Kritik wie Anerkennung an einem Modell wie dem von Clare Graves zielt letztlich auf eine Dualität von Richtig oder Falsch, auf passend oder unpassend usw. und weist damit tendenziös auf eine Argumentation aus dem blau/orange vMeme hin und damit verbunden auf eine Art blinden Fleck, der darin liegt, dass ausgeblendet wird, dass ein vMeme dazu führen kann, dass eine Person sich mit ihm identifiziert. „Ich bin nichts anderes als mein derzeit höchstentwickeltes vMeme“ – der damit verbundene Reduktionismus verweist über diesem vMeme liegende, mögliche weitere vMeme in den blinden Fleck. Solche Blindpunkte, so meine Annahme, hat jeder Mensch und jedes menschliche System und führt zu individuellen oder kollektiven Irrtümern in der Wahrnehmung und Beurteilung von Aussagen, die einem noch nicht entwickelten vMeme entspringen. Weiter gedacht wäre es wohl eine gute Idee, erst einmal zu postulieren, dass keinem Mensch ALLES bewusst sein kann, sondern vielmehr seine aktuelle Bewusstheitsebene gleichsam eine Art Grenze zu denen bildet, die danach auf Entwicklung warten – dieses Postulat gilt meines Erachtens für jede noch so weit entwickelte Bewusstheit.

Wenn dieser Aspekt mitgedacht würde, die Person sich also nicht per se mit ihrer Bewusstheit identifiziert, dann mag damit eine Blockade gelöst werden können, die Transzendenz hin zu einem Sinn, der sich in einem noch nicht zuvor gedachten Raum findet, erschwert. Mir persönlich erscheint für diese Blockadelösung die Verwirklichung eines spezifischen Wertes besonders hilfreich zu sein – der Wert ‚Toleranz‘, der sich auf Alles bezieht. Die Wirkungen einer solchen Alltoleranz zu diskutieren, mag sich anbieten für all diejenigen Menschen, die fühlen, dass wir Alle weit mehr sind als die vermeintlichen, konstruierten, aufoktroyierten oder eingepflanzten Trennungen, die im Kern Entwicklungshindernisse darstellen. So gedacht wird jedes Denken, das zur Entwicklung einer Bewusstheitsebene beigetragen hat, nie als richtig oder falsch angesehen werden können, sondern vielleicht eher als bereits angelegter innewohnender Auftrag eines jedes Menschen hin zu einer Quintessenz allen Seins, das ALLE Phänomene vereint: Dass – in meinen Worten – jeder Mensch niemals IST, sondern immer zu ALLEM wird, das er immer schon war.

Ein Modell wie das vMEME-Modell von Graves hält dies offen, auch wenn seine Struktur dazu einladen kann (aber nicht muss), die Werdung eines Menschen aus der Perspektive hinzukommender Bewusstheiten zu erklären. Mit dieser Einladung folgt das Modell vielen anderen, die die Psychologie hervorgerufen hat. Aber – und hier wird es für mich reizvoll – in ihm ist für mich ein Aspekt von integraler Qualität: Dass jedes komplexer entwickelte Sein (das weit mehr ist als das reduktionische Angebot eines Frontalcortex) seinen Sinnimpuls bereits integriert hat. Der Sinnimpuls als Auftrag zur Entwicklung weiteren Werdens, oder wie es Viktor Frankl formuliert: „Die Freiheit der Person ist nun nicht nur eine Freiheit vom Charakter, sondern auch eine Freiheit zur Persönlichkeit. Sie ist Freiheit vom Sosein und Freiheit zum Anders-werden.“ (aus: „Der Mensch vor der Frage nach dem Sinn“)