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Tipp gegen das Liebes-Dilemma

Wenn Du zwei Menschen zur gleichen Zeit liebst,
dann wähle den Zweiten.
Denn wenn Du den ersten wirklich lieben würdest,
hättest Du Dich nie in den zweiten verliebt.

Wachsam werden, wenn sich Mitarbeiterverhalten ändert

Wenn Menschen in Krisen geraten, dann halten sie dies im beruflichen Umfeld gerne zurück. Manchmal ist es Scham, nicht über private Sorgen sprechen zu wollen. Manchmal sieht man im Job einfach nur eine gute Ablenkung, oder man sieht sich in der Verpflichtung, ‚trotz allem‘ eine gute Leitung zu erbringen.

Führungskräfte haben daher wachsam zu sein. Verhaltensänderungen sind nicht zu deuten oder zu interpretieren, das gehört in die Hände von Psychologen oder Ärzten. Aber sie wahrzunehmen, anzusprechen und Unterstützung anzubieten, schon.

Verhaltensänderungen

1. Auffällige Veränderungen im Arbeits- und Leistungsverhalten

• Haufige Fehlzeiten
• Geringes Durchhaltevermögen
• Häufige Pausen
• Unpünktlichkeit, mangelnde Disziplin
• Leistungsschwankungen oder -minderungen
• Nachlassen der Konzentrationsfähiqkeit und des Arbeitstempos
• Erhöhung der Fehlerquote, vermehrte Flüchtigkeltstehler, Häufung von Qualitatsmängeln
• Vermehrte Kontrollen ausgeführter Arbeiten – auch bei Routinetätigkeiten
• Unzuverlässigkeit
• Nachlassende Flexibilität
• Vergesslichkeit, Nachfragen auch bei Routinetätigkeiten
• Arbeiten nicht zu Ende führen
• Vermeidung von Aufgaben, z.B. Vermeiden von Tätigkeiten mit Kundenkontakt oder sozialen Kontakten

2. Auffällige Veränderungen im Sozialverhalten

• Rückzug von den Kollegen bis hin zum Außenseitertum, Eigenbrötlerei
• Hohe Empfindsamkeit, Mitarbeiter/-in nimmt Kritik auffallend persönlich
• Starke und schnelle Gereiztheit; Mitarbeiter/-in reagiert aggressiv z.B. auf Kritik
• Starkes Misstrauen
• Unangemessene Schuldzuweisungen
• Plötzliche Wutausbrüche oder heftige unvermittelte Vorwürfe
• Distanzloses Verhalten, kein Respekt vor den Grenzen der Anderen
• „Seltsames“ Verhalten
• Negative Erwartungen gegenüber Kollegen und Vorgesetzten
• Stets wiederkehrende Konflikte
• Abwertendes oder idealisierendes Verhalten
• Übertrieben unterwürfiges oder hilfesuchendes Verhalten
• Penetrantes ‚auf die Nerven gehen‘ der Kollegen

3. Auffällige Veränderungen im emotionalen Verhalten

• Niedergeschlagenheit; Mitarbeiter/-in wirkt hoffnungslos und verzweifelt
• Resignation: Mitarbeiter/-in kann nicht mehr lachen, wirkt emotional leer
• Erschöpfung: Mitarbeiter/-in wirkt rnüde, energielos und schlapp
• Euphorie: Mitarbeiter/-in reagiert übertrieben überschwänglich, enthusiastisch
• Ängste, starke Befürchtungen
• Mitarbeiter/-in zeigt sich schnell überfordert und angestrengt
• Stimmungsschwankungen: Mitarbeiter/-in bricht bei geringem Anlass in Tränen aus
• Mitarbeiter/-in wirkt dünnhäutig, zerbrechlich und empfindlich
• Minderwertigkeitsgefühle; Mitarbeiter/-in zeigt sich öfter unsicher und ohne Selbstvertrauen
• Lebensüberdruss
• Zahlreiche körperliche Beschwerden

4. Auffällige Veränderungen im Alltagsverhalten

• Schwankungen in der körperlihen Hygiene; deutliche Nachlässigkeit bei der Körperpflege
• Auffällige Nachlässigkeit bei der Kleidung
• Nervöses Zucken (z. B. Augenlid)
• Erhöhter Alkoholkonsum; Medikamentenmissbrauch; auffälliges Essverhalten
• Einschränkungen in der Mobilität (z. B. keine Bahnfahrt, kein Auto mehr)

Wichtig: es geht um Veränderungen, nicht um Charaktermerkmale, die sich vom eigenen unterscheiden oder um solche, die die Person immer schon zeigt.

Datenschutz und Fleischeslust

Manch Unternehmer hat bei der neuen Datenschutzverordnung wohl das Gefühl gehabt, ‚eine Krise zu kriegen‘. Alle seien beruhigt: Es ist nur eine Verordnung, sie wird uns nicht umbringen. Vielleicht aber zuweilen sogar amüsieren. Den folgenden Text hat ein guter Freund uns heute übermittelt.


Ihre Genuss-Fleischerei informiert zur Datenschutz-Grundverordnung

ACHTUNG!

In unserer Fleischerei fragen wir Sie manchmal nach Ihrem Namen und merken uns, welches Fleisch Ihnen am liebsten ist.
Wenn Ihnen das nicht recht ist, rufen SIe beim Betreten der Fleischerei laut:
ICH BIN NICHT EINVERSTANDEN!!

Wir werden dann zukünftig so tun, als würden wir Sie nicht kennen.


 

Schmankerl

Im bairisch-österreichischen versteht man unter einem „Schmankerl“ einen Leckerbissen, eine Spezialität oder auch einen Höhepunkt. Ein paar Leckerbissen, die im Rahmen der Wertereflexion und der -entwicklung hilfreich sein können, stellen wir hier vor.

Wir ziehen um

Die kommenden Monate lang ruht die Krisenpraxis. Aber wir ruhen uns nicht aus, denn wir beginnen nun auch mit der Planung unseres privaten Umzugs nach Augsburg. Und da kommt mächtig Arbeit auf uns zu.

Wir melden uns zwischendurch sicher mit der ein oder anderen Nachricht. Aber offiziell dann erst wieder am 1.5.2018

Das ‚Doch‘ als Trotzmacht des Geistes

Bei der ‚Trotzmacht des Geistes‘ geht es um das ‚DOCH!‘

Mit einem ‚doch‘ sucht der Mensch nach Sinn.
Mit einem ‚doch‘ überwindet sich ein Mensch.
Mit einem ‚doch‘ positioniert er sich.

‚Doch‘ – gegen ein brüchiges, von Sinnzweifeln überschattetes Dasein.
Für ein gelingendes, orientiertes und trotz aller möglichen Hindernisse gestärktes Leben.

Ist der Quotient aus Erwartetem und Erreichtem für einen Menschen dauerhaft negativ, dann empfindet er seine Welt so, als würde sie ihm aus der Hand gleiten, wegschmelzen – wie ein Eis in der Sonne. Blickt der Mensch dann in die Zukunft, erscheint sie ihm mehr denn je als unkontrollierbar, als fragil, als sinnleer.

In der Tat: Die Komplexität nimmt zu, die Länge des Lebens nimmt gesamtgesellschaftlich zu, die Risiken nehmen zu, die Rezepte zur Lebensgestaltung auch. Wo bleibt die persönliche Ortung und Ordnung, wo das Gefühl der Genug-Tuung? Was ist bleibend, was hat für mich Substanz?

Wenn etwas gut durchdacht und gut gemacht ist, dann lassen sich Menschen auch auf neue Wege, neue Bilder, neue Geschichten ein. Eine lebensnahe und anwendungsbereite ‚Liebe zur Weisheit‘ [kurz: Philosophie] ist ein solches ‚Dreh-Buch‘. In ihm werden graue Kapitel im Leben nicht rosa gefärbt oder ‚schöngeredet‘. Philosophische Beratung gibt dem Menschen, der nicht bereit ist sich ‚abzugeben‘, neue Antworten, damit für ihn ‚Ver-Antworten‘ in freier Weise möglich bleibt. Für mich ist jeder Mensch daher ein geistiges Wesen, das mit seiner ‚Trotzmacht‘ etwas Sinnvolles bewirken kann. Viktor Frankl drückte dies einmal so aus: „Ich muss mir von mir selbst doch nicht alles gefallen lassen.“ Denn es gibt keinen Augenblick im Leben, in dem ein Mensch nicht einen neuen Weg einschlagen kann.

Da muss es ‚doch‘ noch etwas geben!

Wenn Sie diese Neugier auf Ihre persönliche Trotzmacht nicht verloren haben, steht Ihnen meine Türe von Herzen offen. Reflexionen für mutige Suchende – Erschöpfte – Re-Signierende – Herausgeforderte – Zweifelnde aus Wirtschaft, Politik, Lehre und Lebenshilfe.

Als Einzelberatung, Paargespräch oder Privatissime. Aber immer als Folge eines persönlichen Kennenlerngesprächs, das ich Ihnen gerne kostenfrei in Augsburg anbiete.

Ich freue mich auf Sie.
Ralph Schlieper-Damrich

20. Todestag von Viktor E. Frankl

Heute vor zwanzig Jahren starb der Arztphilosoph, Psychologe und Begründer der sinnzentrierten Psychotherapie Viktor E. Frankl im Alter von 92 Jahren in Wien. Der am 26. März 1905 in Wien geborene Frankl entwickelte seine Sinnlehre entlang seiner vehementen Ablehnung eines in der Psychologie bis heute zu beobachtenden Reduktionismus, der den Menschen auf seine Triebe, Minderwertigkeiten, seine genetische Ausstattung oder seine Prägung durch die Umwelt reduziert oder ihn gar als von seinem Gehirn gesteuert erklärt.

Frankl gilt heute mit seiner Sinnlehre als herausragender Vordenker eines Menschenbildes, das mehr denn je Bedeutung erfährt in Zeiten der individuellen und kollektiven Orientierungslosigkeit aufgrund zunehmender Komplexität und Unplanbarkeit des Lebens.

Für die Professionswelt gab dazu Professor Fredmund Malik ein deutliches Statement ab: „Es ist das Beste, was je zur Frage von Motivation gesagt wurde. Ja, ich halte Frankls Sinn-Theorie für die richtige Motivationslehre schlechthin.“ Wir können dem nur ergänzend beipflichten, dass Frankls Gedankengut die richtige Präventionslehre im Kontext individueller Krisen ist.

1930 zum Doktor der Medizin promoviert, arbeitete Frankl als Arzt am Psychiatrischen Krankenhaus am Steinhof. 1942 wurden er und seine Eltern in das Konzentrationslager Theresienstadt verschleppt. Er verlor seine Eltern, seinen Bruder und seine erste Frau Tilly. 1945 wurde er aus dem Lager Kaufering-Türkheim durch die alliierten Truppen befreit. Nach dem Krieg kehrte Frankl nach Wien zurück und rekonstruierte sein Buch ‚Ärztliche Seelsorge‘, das er bereits vor seiner Deportation geschrieben hatte. Seine Eindrücke und Erfahrungen in den Konzentrationslagern verarbeitete er in dem Buch ‚…trotzdem Ja zum Leben sagen‘. 1946 wurde Frankl an die Wiener Neurologische Poliklinik berufen und war dort Vorstand bis 1971.

Die Frage nach dem Sinn steht im Mittelpunkt der von Viktor Frankl begründeten Logotherapie, der sinnzentrierten Psychotherapie. In deren Kern steht die Erkenntnis, dass menschliches Verhalten nicht allein auf der Ebene der Psyche mit ihren Hauptkategorien Denken und Fühlen und dahinter liegenden unbewussten Trieben erklärt werden könne, sondern vielmehr die ‚geistige Person‘ mit ihrer Liebe und Hingabe, ihrem Streben nach Werteverwirklichung, ihrem Gewissen und ihrem [nicht zwingend religiösen] Glauben miteinbezogen werden müsse.

Frankls Forschung und Praxis zeigte, dass Menschen primär sinnorientiert sind. Das Streben der Psyche nach Lust, Macht, Bindung oder Autonomie in ihren individuell unterschiedlichen Ausdrucksweisen ist dem Menschen zwar allemal auch zueigen. Wird das Leben diesen Strebungen jedoch förmlich unterworfen, dann gilt dies als starkes Anzeichen einer Sinnleere. Die psychischen Strebungen werden dann letztlich als Kompensation genutzt, oftmals so lange, bis auch sie ihre vermeintlich positive Wirkung einbüßen. Tritt eine solche Lage eines ‚existenziellen Vakuums‘ ein – man kann dies auch Sinnkrise nennen – ist die logotherapeutische Arbeit die Therapiemethode der Wahl. Im Kontext der Krisenprävention ist die logotherapeutische Beratung die Gesprächsform, die einen Menschen für den Umgang mit Lebensbrüchen robust vorbereitet und derart kräftigt, dass derart kritische Ereignisse lebensdienlicher verarbeitet werden können.

Was ist Sinn?

Hier ein kurzer Gruß aus der Krisenpraxis nach einem Klientengespräch über
‚was soll dieses ganze Leben noch…‘

Sinn ist jenes Gesollte – also das, was nicht wäre, würde ich mich nicht dafür einsetzen – was mir dabei hilft, über innere und äußere Schwierigkeiten hinwegzukommen und sogar jene Schwierigkeiten derart zu wenden, so dass sich mein Recht auf ein gelingendes Leben erfüllt.

[Unser Begriffsverständnis in der Krisenpraxis auf der Basis der Sinntheorie Viktor E. Frankl]