Kategorie-Archiv: Umgang mit persönlichen Lebenslagen

Zum Beitrag vom 4.1.2026 – hier: Umgang mit Trauer

Wird über Trauer gesprochen, dann ist der Tod meist nicht fern. Dabei ist diese Grundemotion des Menschen mit Erfahrungen verbunden, die über den physischen Tod weit hinausreicht. Menschen betrauern den Verlust ihrer Heimat, ihrer Jugendlichkeit, ihres Berufes, ihrer Freiheiten, ja sogar die Niederlage ihrer Mannschaften im Sport. Menschen versinken in Lethargie, Depression, Apathie, Wehmut, Menschen suchen Trost und liegen sich in den Armen, um ein Stückchen Geborgenheit zu erfahren. Das alles unabhängig von ihrem Alter, ihrer Bildung, ihrem Geschlecht, ihrer Kultur, ihres Glaubens oder auch ihres Wohlstands.

Offen Trauer zu zeigen ist in einer Selbstoptimierungsgesellschaft, die dem Primat des Durchhaltens, Kämpfens und Leistens folgt, eine schwierige Sache. Schnell kommt so Trauer in die Nähe der Schwäche und des Tabus – mit der Folge, dass man verlernt, mit der eigenen und der Trauer anderer angemessen umzugehen. Viele Menschen geraten so in Trauerkrisen, weil sie ihre Verlusterlebnisse, die Folgen ihrer Erkrankungen oder die sich im Leben ergebenen Abschiede meinen nicht kommunizieren zu sollen. Dabei ist Trauer als angeborenes primäres Gefühl evolutionsgeschichtlich eine psychobiologische Reaktion zur Aufrechterhaltung der Gruppenbindung bei Trennungs‐ und Verlusterlebnissen. ‚Wir müssen jetzt näher zusammenrücken‘, dieser Satz spiegelt wider, wonach sich viele Menschen sehnen, wenn sie in Trauer sind.

Die Trauerforscherin Elisabeth Kübler‐Ross war die erste Wissenschaftlerin, die detaillierte Beobachtungen über die wechselnden emotionalen, kognitiven und verhaltensmäßigen Zustände bei trauernden Menschen machte. Mit ihrem Phasenmodell half sie dabei, die unterschiedlichen Interventionen herauszuarbeiten, die Menschen gut tun, um zuerst die Phase des Nicht‐Wahrhaben‐ Wollens, dann die Phase der aufbrechenden Emotionen, gefolgt von der Phase des Suchens und Sich‐Trennens und letztlich der Phase des neuen Selbst‐ und Weltbezugs zu durchlaufen. Heute wissen wir aber, dass dies nur ein grobes Modell ist. In der Realität verlaufen die Etappen manchmal mehrfach, manchmal unvollständig, manchmal schnell, manchmal über Jahre.

Trauer ist individuell und passt nicht in ein festes Schema. Dennoch gilt es für den betroffenen Menschen immer, zuerst einmal einen Verlust als Realität zu akzeptieren, den individuellen Trauerschmerz zu erfahren, sich wieder in die Umwelt einzupassen, in der nun fehlt, was zuvor gegeben war und dabei sich für das, was das Leben bereithält zu öffnen. Ob dabei das Gespräch mit vertrauten Personen, neutralen Dritten oder Gruppen unterstützen kann, muss die Person für sich fühlend entscheiden.

Ein trauernder Mensch stellt hohe Anforderungen daran, wie sein Trauern zu sein hat. Nicht selten wird Trauer in einer Weise gezeigt wie man sie in jungen Jahren im familiären Umfeld erlebt hat. Hieraus ergeben sich Trauer‐Glaubenssätze, die als ‚Ich‐sollte‘ oder ‚Ich‐müsste“‐Sätze formuliert werden, zum Beispiel als ‚sei perfekt in deiner Trauer‘; ‚beeil dich in deiner Trauer‘, ‚Sei stark in deiner Trauer‘. In der Begleitung eines trauernden Menschen kann es für ihn daher sehr entlastend werden, wenn er sich Erlaubnis erteilt, zum Beispiel ‚ich darf mir Zeit lassen‘ oder ‚ich darf meine Trauer auf meine Art gestalten und abschließen‘. Auf der körperlichen Seite gehören zu den Erlaubnissen, die eigene Versorgung durch gute Ernährung, Bewegung, ausreichend Schlaf und soziale Kontakte zu erhalten.

Aus Trauer zu lernen verweist auf die Vergänglichkeit unseres Lebens und der Dinge dieser Welt. Sie macht bewusst, dass Leben immer auch Abschied und Trennung mitmeint. Damit fördert sie eine Haltung, den Augenblick und das Vorhandene zu schätzen und die Relativität vieler Werte und Verhaltensweisen zu erkennen. Ein solches ‚abschiedlich leben‘ kann eingeübt werden: ‚Was würdest du heute anders machen, wenn dies der letzte Tag deines Lebens, deines Berufs, deiner Jugendlichkeit … wäre?‘ Sich diese Frage immer wieder einmal vorzulegen, kräftigt präventiv einen Menschen für den Umgang mit der Trauer, die sich eines Tages einstellen wird.

Zum Beitrag vom 4.1.2026 – hier: Umgang mit Scham

Scham ist ein brennendes Gefühl. Man spürt einen Achtungsverlust sich selbst gegenüber oder vor anderen Menschen. Scham ist stärker als Peinlichkeit. Um Scham zu empfinden, brauchen wir ein menschliches Gegenüber, das auch Selbstbewusstsein hat. Vor dem Computer schämen wir uns nicht, obwohl der viel besser rechnen kann als wir. Auch nicht vor Tieren oder Säuglingen. Das unterscheidet die Scham von der Angst: Ich kann mich vor einer Schlange oder vor einem heranrasenden Auto ängstigen, aber nicht schämen.

Auf den ersten Blick kann Scham als eine psychische Funktion zum Erhalt der Überlebensfähigkeit eines Menschen angesehen werden. Wer Scham fühlt, der anerkennt seine Selbstanteile der Nicht‐Fähigkeit oder Nicht‐Fertigkeit im Spiegel der Erwartungen an sich selbst. Der Mensch vergleicht sich mit einem oder mehreren anderen Menschen und empfindet seine Außenwirkung in seiner Selbstanschauung diesen gegenüber als minderwertig. Oder er vermittelt ein Selbstbild von sich, das sich in einer Situation als unangemessen erweist und von der Außenwelt als solches ‚entlarvt‘ und mit entsprechendem Feedback versehen wird.

Scham geht meist einher mit einer Verunsicherung über das aktuelle Identitätskonzept. Dadurch, dass sie die Diskrepanz zwischen Ist‐ und Sollzustand anzeigt, hat sie eine identitätsfordernde Funktion. Die eigenen Unzulänglichkeiten, derer man sich schämt, können in der Folge jedoch nicht nur zu einem negativen Effekt – zum Beispiel der Minderung des Selbstvertrauens – führen, sondern auch ein bedeutender Impuls zur Persönlichkeitsentwicklung sein. Studien haben zum Beispiel gezeigt, dass Scham zu einer größeren Hilfsbereitschaft und größerem Mitgefühl führen kann. Ebenso erweist sich die Scham als zweckdienlich, um bei berechtigter Kritik von Dritten diese über das Schamgefühl zu einer angemessenen Selbstkritik zu transformieren, der ihrerseits ein Lernprozess folgt. Scham vermag somit die Fähigkeiten stärken, sich selbst zu helfen, offener für einen möglichen Fortschritt in der eigenen Persönlichkeitsentwicklung zu werden, die psychische oder physische Verfassung zu verbessern oder die Schwelle der eigenen Schamtoleranz adäquat zu verschieben.

Hilfreich ist es in diesem Zusammenhang, den Unterschied zwischen dem ‚Gefühl für Scham‘ und einem ‚beschämt zu sein‘ zu erkennen. Das Gefühl für Scham kann als Reaktionsbildung verstanden werden, mit der sich im Verhalten eine besondere Sensibilität für den Erhalt und Schutz kontextspezifischer Ideale und Werte, zum Beispiel der Würde oder des Respekts zeigt. Das Gefühl ‚beschämt zu sein‘ resultiert hingegen vielmehr aus einer Frage wie: ‚War es richtig, mich so zu zeigen?‘.

Aus einer sozialpsychologischen Perspektive betrachtet schützen Schamgefühle unsere Privatheit und sind als inneres, extrem aversives Signal ein Indiz für eine empfundene Übertretung von Distanzgrenzen, zum Beispiel im Kontext der Preisgabe von intimen Informationen. Im sozialen Kontext bewirkt das Schamgefühl, dass Distanz zu anderen Personen eingehalten wird. In diesem Sinne ist Scham die Grundlage von Moral und Intimität und steht in engem Zusammenhang mit Schuld‐ und Selbstwertgefühlen.

Der kleine ‚Schmerz‘, das maßvolle und dosierte Erleben von Scham, ist notwendig, um sich selber in Frage stellen zu können und somit zu lernen. Sie spornt uns an, nach mehr Unabhängigkeit zu streben, Leistungen zu erbringen, die wir uns bisher nicht zugetraut haben ‐ also unseren Idealen nachzukommen, den idealen Vorstellungen, die wir von uns als Person haben. Solange Scham diesen Aspekt hat, ist sie durchaus positiv. Erst wenn sie die Person überwältigt und sich womöglich zudem mit Angst vermengt, wirkt sie destruktiv. Pathologisch meint dies: Wenn Häufigkeit oder Heftigkeit nicht mehr zu neuen angemesseneren Konzepten vom Selbst, von den Objektbeziehungen und der Umwelt führen können, sondern umgekehrt entweder zur dauerhaften Ausprägung eines schamresistenten ‚Größenselbst‘ oder zu einem fragilen narzisstischen Gleichgewicht mit ständigen Selbstzweifeln und der Neigung zur Idealisierung anderer Personen führen, dann ist therapeutische Arbeit an der Scham angezeigt. Das Bewältigen von Scham kann zu Erfahrungen des Stolzes führen und sich somit in innere Stärke verwandeln. Es stärkt die Fähigkeit, sich der Scham zu stellen und unterstützt den Individuationsprozess.

Zum Beitrag vom 4.1.2026 – hier: Umgang mit Wut

Die Impulskontrolle zu verlieren oder mit Gebrüll, Gekeifer oder Aggression die Luft abzulassen, gilt heute weithin als Ausdruck einer schlechten Kinderstube. Wem öffentlich die Ader schwillt, wer schreit oder flucht, dem drohen schiefe Blicke. Auch Ärzte warnen vor zu viel Wutstress. Herzattacken und Schlaganfall werden begünstigt. Andererseits ist das der Emotion Wutvorangehende Gefühl des Ärgers an sich sehr hilfreich. Wem etwas ‚arg‘ ist, empfindet im Kern einen Wertekonflikt. Irgendetwas stört massiv und entspricht nicht den eigenen Wertmaßstäben. Günstig wäre nun natürlich, den verletzten Wert zu erkennen und angemessen den Konflikt zu kommunizieren. Wer anstelle dessen aber zur Wutreaktion übergeht, der mag sich biologisch ‚getröstet‘ wissen. So gehen Wissenschaftler der Harvard‐Universität davon aus, dass Wut dem Zweck diene, sich in der sozialen Hierarchie durchzusetzen. Dabei dienten Erbanlagen, die bei manchen Menschen den Botenstoff Dopamin im Gehirn regulieren, der für Wut und Aggression von Bedeutung ist. Viktor Frankl hielte diesem ‚Freibrief‘ wohl entgegen, dass ‚man sich von sich selbst nicht alles gefallen lassen muss‘, also auch nicht von Genen und Dopamin.

Schauen wir auf das kleine Kind, dann zeigt sich Wut bereits im Gesicht mancher Babys. Klar, wenn man etwas will und nicht bekommt, dann entsteht ein Ungerechtigkeitsempfinden. Wut wird so zur Antriebskraft des Kindes, seinen Wert ‚Gerechtigkeit‘ verwirklichen zu können. Gelingt dies, dann steigert die Wut quasi das Selbstwertgefühl. Kommt das Kind durch sein Schimpfen nicht weiter, erhält es sogar Gegenwut, dann steht zu befürchten, dass es sich nicht angenommen oder ernstgenommen erlebt – mit entsprechend möglichen Auswirkungen für die weitere Entwicklung. Andererseits: wer als Kind konfrontiert wird mit elterlichem Gebrüll für Kleinigkeiten, der kommt in eine ständige Alarmbereitschaft, in Furcht oder Dauerscham.

Wie auch immer, wer als Wutbürger durchs Leben geht, braucht als Gegenpol die Fähigkeit, ‚in seiner Fassung zu verbleiben‘. Selbstregulation meint dabei nicht zwanghaft positives Denken. Vielmehr die Fähigkeit ‚eine Nacht drüber zu schlafen‘, eine regulierende Atemtechnik zu beherrschen, im Stillen zu fluchen, Ausdauersport zu betreiben, um mentalen Stress abzubauen. Dies wäre die verhaltenspsychologische Komponente. Die existenzpsychologische ist die, das eigene Wertesystem zu analysieren, um herauszuarbeiten, bei Verletzung welcher Werte der Hut hochgeht, und warum. Vielleicht wird einem so klar, dass vielleicht die Kaffeetasse, die immer in der Teeküche dreckig herumsteht als Mangel an Wertschätzung des Arbeitsteams empfunden wird. Die Tasse wird so zum Symbol für das Empfinden, immer den Dreck anderer wegmachen zu müssen. Wer einen solchen Zusammenhang erkennt zwischen Wert, Auslöser und Wutreaktion, der kann gegensteuern – mit wertebasierter Kommunikation und Bedürfnisformulierung.

  • Auf welche Menschen oder Erlebnisse reagiere ich mit Ärger, Wut oder Zorn?
  • In welchen Situationen ist meine Wut am größten?
  • Wie lange beschäftigt mich schon diese Wut?
  • Was empfinde oder spüre ich, bevor die Wut hochkommt?
  • Was erlebe ich nach einem Wutausbruch?
  • Was macht diese Wut mit meinen Gedanken und Phantasien?
  • Wie äußert sie sich in meinem Körper?
  • Was bekomme ich dafür, wenn ich meine Wut zurückhalte oder verberge?
  • Was könnte mein Gewinn sein, wenn ich sie ausdrücke?
  • Was wäre das Schlimmste, das mir beim Ausdruck meiner Wut passieren könnte?
  • Was wäre das Schlimmste, das mir zustoßen könnte, wenn ich der Wut keinen Ausdruck gebe
  • Was änderte sich tatsächlich in meinem Leben, wenn eine dieser Möglichkeiten eintreten sollte?

Zum Beitrag vom 4.1.2026 – hier: Umgang mit Angst

Kaum eine andere menschliche Emotion hat eine solche Vielzahl von Erscheinungsformen und wird so kontrovers bewertet wie die Angst. Das zeigt sich an den vielen verwandten Begriffen: Furcht, Panik, Entsetzen, Grauen, Schrecken, Horror, Phobie, Beklemmung, Hilflosigkeit, Besorgnis und andere mehr. Überspitzt könnte man sagen: Es gibt so viele Ausformungen von Angst, wie es Menschen gibt. Denn jeder Mensch hat seine persönliche, in seinem Leben gewachsene Angst und seine eigene Weise, mit ihr umzugehen. Dennoch bezeichnen wir alle diese Erscheinungsformen mit dem einen Wort Angst. Es muss also einen gemeinsamen Kern aller dieser Arten von Angst geben, den jeder Mensch versteht.

Angst dient als Warnsignal vor akuten und zukünftigen Gefahren. Sie aktiviert, sensibilisiert und hält eine Person präsent hinsichtlich möglicher Bedrohungen der körperlichen und psychischen Integrität. Die Angst vor Ansteckung – wer erinnert sich nicht an die anfängliche Corona‐Zeit. Diese Angst war zumeist gesund, die Gefahr war unbekannt, das Leben galt es zu beschützen. Schnell wurde jedoch für viele Alles und Jeder zur Gefahr, irrational, überzogen, zu heftig und manchmal auch zu laut. Wenn der Grad der Angst der realen Situation nicht mehr angemessen ist, wenn sie das Verhalten deutlich und einseitig prägt und sich die Angst so weit verselbstständigt, dass eine Person Angst vor ihrer Angst bekommt: Dann ist Angst nicht mehr gesund. Dann ist sie nicht nur Warnung, sondern Lebensthema.

Die Unangemessenheit krankhafter Angst zeigt sich quantitativ wie qualitativ, körperlich, zeitlich und in ihrer Intensität. Wird Angst als unerträglich empfunden, in einem Gefühl der Selbstvernichtung, dann hat sich förmlich vom Leben Besitz ergriffen und es ist längst an der Zeit, ihr wieder den Platz einzuräumen, der ihr gebührt – der freundliche Platz dessen, der aufpasst, aber nicht lähmt. Ein solches Verhalten wieder einzunehmen, gelingt meist besser mit professioneller, auch medikamentöser Unterstützung. Der Grund dafür ist, dass Angst – anders als andere Emotionen nicht einfach verschwindet, selbst wenn sich die Situation neu darstellt. Angst ist derart fest mit unserer evolutionären Entwicklung verbunden, dass es auch wundern würde, nähme sie mit einmal Mal eine völlige Nebenrolle ein. Im Grunde hat der Mensch ‚nur‘ zu lernen, dass er stets die Hauptrolle in seinem Leben spielt. Denkt er jedoch stets über Angst nach, erwartet er förmlich, dass sie sich zeigt, dann wird die Person selbst zum Statisten ihrer zur Hauptrolle gewordenen Angst.

Typische Denkfehler unter Angst sind das Überschätzen von Gefahren und das Unterschätzen eigener Kompetenzen, das Beziehen von Misserfolgen auf die eigene Person und von Erfolgen auf glückliche Umstände, das katastrophische Denken und das Denken in extremen Entweder‐Oder Kategorien [z.B. ‚entweder ich werde Klassenbester oder ich bin der totale Looser]. Bei einem gesunden Umgang mit möglichen bedrohlichen Situationen, sieht die Person hingegen auch das, was keine Gründe bietet, sich zu sorgen, zu fürchten oder was Gefahr läuft, verloren zu gehen.

Jede unangemessene Angst ist krankhaft, aber nicht jede krankhafte Angst ist behandlungsbedürftig, sofern sie nicht störend ist, weil man ihr aus dem Weg gehen kann (z.B. indem man die Treppe statt des Aufzugs benutzt) oder weil man trotz der Angst immer noch handlungsfähig bleibt. Wird Angst als Störung, als Leidensdruck empfunden, dann sollte nicht gezögert werden, einen Logo‐ oder Verhaltenstherapeuten aufzusuchen.

Wenn einen eine dunkle Energie trifft

Man bewirbt sich in einem Unternehmen und kündigt später einem Vorgesetzten. Diese Mitarbeiterweisheit hat bei genauer Betrachtung meist etwas für sich. Wobei: eine Einbahnstraße liegt dem Weg zur Kündigung auch eher selten zugrunde. Wenn die individuellen Werte nicht denen des Vorgesetzten entsprechen, dann sind Wertekonflikte früher oder später zu erwarten. Eine Bedingung, die Wahrscheinlichkeit solcher Konflikte zu verringern, besteht zuerst einmal darin, dass sich alle Gesprächspartner ihrer eigenen Werte, den Werten mit dem größten Verletzungspotenzial und den erfreuenden Erlebnissen, die mit der früheren Verwirklichung eigener Werte verbunden waren, wirklich bewusst werden.

Der Goldstandard der Führung wäre wohl, sich im Rahmen von Mitarbeitergesprächen die Zeit für einen solchen persönlichen Werteabgleich zu nehmen. Dieser Schritt wiederum bedingt, sich auf eine Methode einer Werteanalyse gemeinsam zu verständigen. Viele Unternehmen setzen dafür onlinebasierte Wertetools ein – ich früher auch, als ich in meiner Verantwortung für die Führungskräfteentwicklung eines Unternehmens der Pharmaindustrie auf sie mangels Alternative zurückgreifen musste. Was mich damals immer störte, war der mit diesen Tools zwangsläufig verbundene Reduktionismus. Später, und als eine der ersten ‚Amtshandlungen‘ in meiner Selbständigkeit, entwickelte ich als Gegenpol dann mit den LebensWerte-Karten ein Angebot, das die Vielfalt menschlicher Werte umfassender adressiert und damit auch feinere Nuancen für die Erklärung individuellen Verhaltens ermöglicht.

So umfassend die Bandbreite der Werkzeuge auch ist: Bei einer Gruppe von Führungskräften jedoch ist auch heute kaum zu erwarten, dass sie zu einem Gespräch über ihre, ihrem Verhalten zugrundeliegenden Grundwerte einladen werden. Diese Gruppe ist gekennzeichnet von Merkmalen, die wir die ‚dunkle Triade‘ nennen. Sie besteht aus den drei ‚Zutaten‘

  • Psychopathie mit ihrer Empathie- und Rücksichtslosigkeit sowie eines Mangel an Schuldbewusstsein
  • Narzissmus mit seinem Streben nach Bewunderung und arroganter, fehlender Kritikfähigkeit
  • Machiavellismus mit seiner Menschenmanipulation und reinem Zweckdenken.

Jede dieser Verhaltensweisen kann für sich allein bereits das konstruktive Miteinander in einem Unternehmen deutlich belasten. Wenn aber alle drei zusammenkommen, braucht es im Umfeld solcher Personen ein wahrlich dickes Fell. Wird dann nachgefragt, warum an diesen Führungskräften festgehalten wird, erhält man in aller Regel die Antwort, dass sie sehr intelligent, strategisch denkend, sachorientiert und kenntnisreich seien und das Unternehmen auf sie deshalb nicht verzichten könne.

Nach Viktor Frankl ist der Mensch im Kern durch drei Prinzipien charakterisiert: Freiheit des Willens, Wille zum Sinn und Suche nach Sinn im Leben. Der „Wille zum Sinn“ bedeutet, dass jeder Mensch selbst Verantwortung für sein Leben trägt und aus dieser Freiheit heraus eine sinnvolle Lebensgestaltung wählen kann. Was also Führungskräfte mit einer ‚dunklen Triade‘ immer beachten sollten: Dass es keinen objektiven Sinn gibt, der ein solches subjektives Verhalten bedingt oder rechtfertigt. Daraus folgt, es muss für die Person subjektiv sinnvoll sein, sich so zu verhalten. Wenn jedoch im Dysfunktionalen subjektiv Sinn gesehen wird, muss darauf geschlossen werden, dass die Person einen objektiven Sinn in ihrem Leben noch nicht entdeckt hat. Diese existentielle Leere und innere Spannung auszuhalten kostet viel Kraft, manchmal so viel, dass ihre Folge Verzweiflung, Selbstzerstörung oder eben auch destruktives Verhalten ist.

Umgekehrt: Würden die derart destruktiv erscheinenden Menschen ihre Chance ergreifen, auf die Suche nach einem Sinnimpuls ihrer Welt zu gehen, der größer ist als ihr eigenes egoistisches Streben, dann könnten sie eine Menge an Lebensenergie besser nutzen als sie dies im Rahmen ihres ‚dunklen Verhaltens‘ leisten können.

Auch wer narzisstisch, manipulativ oder empathielos wirkt, bleibt ein freies, verantwortliches und sinnorientiertes Wesen. Er kann sich entscheiden, sein Leben anders zu gestalten, und andere Menschen können ihn dabei gegebenfalls unterstützen. Anstatt die Person zu verurteilen oder zu ‚therapeutischen‘ Reformversuchen zu greifen, kann man versuchen, sie auf ungelöste Probleme hinzuweisen, die ihrer Kompetenzfelder, ihrer Zielorientierung und ihrer Entschlusskraft bedürfen.
Gelingt das nicht und die Person handelt weiterhin manipulativ, schädigend oder empathielos, dann gilt es, sie mit klaren Grenzen zu konfrontieren – dies kann auch ein Mitarbeiter tun, der sich vermeintlich in einer schwächeren Position wähnt. Aus einem schlichten Grund: Wenn die Leitung des Unternehmens das Verhalten der Führungskräft als wertiger ansieht als den Sinn, den Mitarbeiter durch ihre Arbeit in dem Unternehmen verwirklichen, dann kann das Unternehmen nicht das richtige für den Mitarbeiter sein.

Menschen mit dunklen Tendenzen provozieren oft starke Gefühle bei anderen. Der betroffene Mitarbeiter sollte daher Sorge dafür tragen, zuerst die eigene Haltung der Situation gegenüber zu klären. Welche eigenen Werte werden verletzt, ich welchen Kontexten genau geschieht das, wie wurde die Führungskraft auf ihr Verhalten aufmerksam gemacht?

Natürlich gibt es keine Garantie, dass sich jemand mit starker Ausprägung der Dunklen Triade durch Einsicht und Ausrichtung auf objektive Sinnimpulse spürbar ändert. Manche Persönlichkeitszüge sind biografisch tief verwurzelt und kein Mitarbeiter hat den Auftrag, diese Wurzeln aufzudecken noch ihre Folgen zu ertragen.

Aber: Indem Sinn und Verantwortung ins Gespräch gebracht werden — statt nur Compliance, Druck oder Kontrolle — eröffnet man der Führungskraft die Chance, dass destruktives Verhalten reflektiert wird und sinnvoll umgelenkt werden kann.

Wenn Sie in der Situation sind, mit einem betroffenen Mitarbeiter oder Kollegen ins Gespräch gehen zu wollen, dann kann dieser Ablauf dazu einen Strukturbeitrag leisten:

  • Klären
    Ziel: Verstehen, was tatsächlich geschieht, ohne zu pathologisieren.

Fragen  
„Was genau tut die Person, was Sie verletzt oder verunsichert?“
„Welche konkreten Verhaltensweisen empfinden Sie als manipulativ, dominant oder rücksichtslos?“
„In welchen Situationen treten diese Muster besonders auf?“

  • Distanzieren
    Ziel: Die Freiheit der eigenen Reaktion wiedergewinnen.

Fragen  
„Was liegt innerhalb Ihrer Einflusszone — und was eindeutig nicht?“
„Welche Ihrer Reaktionen, die Sie bisher gezeigt haben, sind Ausdruck Ihrer eigenen Werte — und welche waren eher ausgelöst durch die Führungskraft?“

  • Orientieren
    Ziel: Herausfinden, worin der persönliche Sinn im Umgang mit dieser Person liegen kann.

Fragen  
„Welche Bedeutung könnte diese schwierige Situation für Ihr persönliches Wachstum haben?“
„Worauf möchten Sie am Ende zurückblicken können: Dass Sie gekämpft haben? Dass Sie klar geblieben sind? Dass Sie Grenzen gesetzt haben?
„Welche unterstützenden Bedingungen müssen dafür für Sie geschaffen werden?“

  • Grenzen setzen
    Ziel: Die moralische Qualität des eigenen Handelns sichern.

Fragen:
„Welche Grenzen wollen Sie setzen, die sowohl Ihnen selbst entsprechen als auch die Würde der Führungskraft nicht verletzen?“
„Wie können Sie klare Grenzen kommunizieren, ohne in die destruktiven Muster der Führungskraft hineingezogen zu werden oder sie gar zu kopieren?“
„Was wäre die verantwortungsvollste Entscheidung im Sinne Ihres Wertesystems?“

  • Entscheiden
        Ziel: Klären, ob Verbleib oder Rückzug sinnvoll ist.

Fragen
„Gibt es eine realistische Hoffnung, dass die Führungskraft ihr Verhalten ändert — oder dient die geplante Intervention eher Ihrem Selbstschutz?“
„Wenn Sie sich von dieser Führungskraft distanzieren, worum würde es dann für Sie gehen?
„Und wenn Sie bleiben, worum ginge es Ihnen dann?“
„In welcher dieser Möglichkeiten fühlen Sie sich freier?

Eine Entwicklungsanregung für 2026

Wie wäre es, wenn Sie in der ersten Woche dieses Jahres einmal in sich gehen und sich die Frage beantworten, welches das Gefühl ist, dem Sie bereits lebensewig versuchten, aus dem Wege zu gehen und sich deshalb ihm nicht stellten? Und dann: Wie wäre es, wenn Sie dieses Jahr dafür nutzen würden, die Macht dieses einen Gefühls so einzuhegen, dass es sich damit für Sie einreiht in die Gefühle, von denen Sie sagen, dass sie für Sie völlig stimmig sind, sie zu fühlen (auch wenn das Menschen an Ihrer Seite womöglich ganz anders sehen)?

Haben Sie eigentlich Ihren Sinn im Leben gefunden? – Teil 1

… wurde ich in den vergangenen Jahren immer wieder gefragt. Ich erzählte dann immer wieder kurz von einem Ereignis, das mich 2004 zu Frankl führte, verbunden mit einer völlig neuen beruflichen Ausrichtung. In meiner eigenen biografischen Arbeit entdeckte ich dann weitere Momente, ungeplant, unerhofft, unerwartet, die zu Veränderungen in meinem Leben führten, die ich seit meiner Ausbildung in der originären Logotherapie und Existenzanalyse in den Kontext ‚objektiver Sinn‘ rücke. Andererseits gab es eine Fülle hausgemachter, selbst- und fremdbestimmter Ziele, von denen gar nicht einmal wenige durchaus erfolgreiche Ergebnisse zeitigten. Sie zu erreichen machte für mich Sinn, sie waren ’subjektiver Sinn‘.

Zum philosophiegeschichtlichen Gelehrtenstreit, ob Sinn nun objektiv oder subjektiv sei, habe ich mich so positioniert: Der objektive Sinn ist wesentlich, der subjektive Sinn ist wichtig. Damit will ich sagen, beide Perspektiven sind für mich gültig, aber es gibt gravierende Unterschiede. Objektiver Sinn braucht die Fähigkeit des Menschen, ihn in seiner Lebenswelt wahrzunehmen, wenn er sich zeigt (siehe hierzu auch den Teil 2 zu diesem Beitrag, der Anfang 2026 erscheint). Rückblickend habe ich diese Fähigkeit einige Male einsetzen können, und ich weiß nicht, wie oft ich Sinnanrufe dieser Qualität aus welchen Gründen auch immer nicht wahrgenommen habe und womöglich Sinnloseres tat als mir der verstrichene Moment angeboten hätte.

Subjektiver Sinn dagegen braucht die Fähigkeit des Menschen, sich mit seiner Lebenswelt auseinanderzusetzen und absichtsvoll Prozesse in Gang zu setzen, die etwas aus seiner Sicht Erstrebenswertes zuwege bringen sollen. Sich für Ziele dieser Art einzusetzen, gelang mir in meinen vierzig Berufsjahren durchaus eher mehr als weniger, aber es gab durchaus Empfindungen des Ziel-Zweifels bis hin zur Tilgung von Zielen, deren Erreichen mir irgendwann keinen Sinn mehr machten.

Während die Wahrnehmung eines objektiven Sinns unmittelbar nicht messbar ist, lässt sich zum Beispiel die individuelle Motivationsstärke, die eine subjektiv sinnvolle Zielerreichung bedingt, durchaus messen. Ebenso mit psychometrischen Verfahren messbar ist das Empfinden einer Demotivation, in der eine Person das von ihr angestrebte subjektive Ziel als unsinnig erlebt.

Ganz praktisch gesprochen biete ich meinen Gesprächspartnern folgende Hypothesen zur Reflexion an:

Im Leben kommt es auf die stimmige Relation von objektivem und subjektivem Sinn an.
Dazu vier, quasi in vivo unvorstellbare Perspektiven:

– Angenommen, eine Person nimmt nie einen objektiven Sinn wahr und zugleich setzt sie sich überhaupt keine eigenen Ziele, dann wird sie sich zum Ende ihres Lebens die Frage stellen: War es richtig, gut oder schön, dieses Leben gelebt zu haben, überhaupt gelebt zu haben?

– Angenommen, sie nimmt objektiven Sinn wahr, setzt sich jedoch überhaupt keine eigenen Ziele, dann wird sie fragen: Fühlt es sich für mich richtig, gut oder schön an, gelebt zu haben, ohne dass es ein spezifisch individuelles Leben wahr, das ich lebte?

– Angenommen, eine Person nimmt nie einen objektiven Sinn wahr, setzt sich hingegen aber eine Anzahl ihr wichtiger Ziele. Dann wird sie sich zum Ende ihres Lebens die Frage stellen: War es richtig, gut oder schön, diese Ziele für mich lohnend verfolgt zu haben?

– Und angenommen, eine Person nimmt objektiven Sinn wahr und setzt sich zudem darüber hinaus subjektiv sinnvolle Ziele. Dann wird sie fragen: Hat das Verhältnis gestimmt, habe ich alles aus meinem Leben gemacht, was ich aus ihm hätte machen können?

Objektiver Sinn trägt das Leben nachhaltiger als subjektiver. Das, was einem Menschen subjektiv Sinn macht, kann situativ schnell von einem anderen wichtigeren, subjektiv gemachten Sinn abgelöst werden. Ein als wesentlich gefühlter objektiver Sinn kann zu einer Lebensaufgabe transformiert werden, subjektiver Sinn stellt dagegen eher eine Lebenserwartung dar. Beim ersten stellt das Leben die Person vor eine Aufgabe, beim zweiten hat die Person an ihr Leben Erwartungen, dass sich Bedingungen ergeben werden, damit sich gemachter subjektiver Sinn in Form einer Zielerreichung verwirklichen lässt.

Kann subjektiv gemachter Sinn nicht verwirklicht werden, die Person hat jedoch einen objektiven Sinn im Leben, den sie verwirklichen kann
=> Glück und keine Krise

Kann subjektiv gemachter Sinn verwirklicht werden, die Person hat jedoch keinen objektiven Sinn im Leben, den sie verwirklichen kann
=> Zufriedenheit und Krisenlatenz

Weder objektiver noch subjektiv gemachter Sinn
=> Empfinden von Unglück durch existenzielle Sinnkrise

Objektiver und subjektiver Sinn
=> Riesenglück

Wird objektiver Sinn geistig wahrgenommen (das Leben erwartet von der Person eine Stellungnahme auf Basis der ihm per se verfügbaren Freiheit und Verantwortung), dann wird dieser Sinn in einem Folgeschritt mental – ich nenne dies auch gehirngeistig – transformiert (die Person fragt sich dann zum Beispiel, ob (Kompetenz) und wie (Methodik) sie nun umsetzen kann, wozu sie Stellung bezogen hat …). Subjektiver Sinn hingegen kann nicht in objektiven Sinn transformiert werden.

Zum Jahresende eine Anregung zur Reflexion:
Stellen Sie sich Ihre persönliche Lebenswaage vor. Legen Sie in die linke Schale eine oder mehrere Kugeln für den objektiven Sinn in Ihrem aktuellen Leben und in die rechte analog die Kugeln für jeden von Ihnen subjektiv gemachten Sinn. Spüren Sie eine Offenheit, an dieser Relation im neuen Jahr möglicherweise etwas zu verändern? Bei Fragen dazu können Sie mir gerne eine Mail schreiben.

Tradition und Realität

Crisis meint „entscheidende Wendung“. Als eine Wendung, für deren Richtung sich der Mensch zu entscheiden hat. Dies fällt umso schwerer, wenn die Richtung, die ein Mensch vor einer Krise einschlug, von ihm als sinnerfüllend gefühlt wurde. Wird dieses Gefühl von einer Krise überschattet (zerstört kann ein Gefühl nie werden), so stellt sich die Frage, welche Schlüsse der Mensch nun daraus zieht? Als Beispiel sei hier der von einem Klienten traurig beklagte Tod seiner Ehefrau genannt. Seine viele Jahre währende Partnerschaft stand stets unter einem guten Stern, das Paar stand innig und vertraut zueinander und in ihren verschiedenen Bekannten- und Freundeskreisen wurde dieses Glück wahrgenommen und zuweilen auch bewundert. Dieser Mann kam nun in die Situation, sich nach wenigen Monaten nach dem Tod seiner Ehefrau in eine neue Frau zu verlieben und litt unter den Vorhaltungen von Familienmitgliedern, die ihn mit tradierten Glaubenssätzen (Stichwort: Trauerjahr) konfrontierten als die neue Frau gemeinsam mit ihm wahrgenommen wurde. Durch die subtilen Rückmeldungen empfand er Schuldgefühle seiner Familie gegenüber als auch gegenüber der neuen Frau, verbunden mit einer Angst, diese würde sich vielleicht früher oder später von ihm abwenden, würde er dieses Dilemma nicht auflösen.

„Es gibt nichts, was uns die Abwesenheit eines uns lieben Menschen ersetzen kann und man soll das auch gar nicht versuchen; man muss es aushalten und durchhalten; das klingt zunächst sehr hart, aber es ist doch zugleich ein großer Trost. Denn indem die Lücke wirklich unausgefüllt bleibt, bleibt man durch sie miteinander verbunden.“
Dietrich Bonhoeffer

Im Beratungsgespräch mit dem Klienten ergab sich dieser Dialog: „Wenn Sie nun über die sich entwickelnde Konstellation zwischen Ihnen, Ihrer Familie und der neuen Frau nachdenken, was bewegt Sie da am meisten?“ Klient: „Ich fürchte, dass meine Familie denkt, ich wolle meine verstorbene Frau ersetzen, dass ich versuchen würde, sie einfach zu ‚vergessen‘. Dabei ist klar, meine verstorbene Frau war einmalig. Niemand kann sie ersetzen.“ „Und doch fürchten Sie, dass Ihre Familie es so sehen könnte.“ Klient: „Ja, aber die neue Frau nimmt nicht den Platz meiner verstorbenen Frau ein, sie erhält ihren eigenen Platz in meinem Leben. Aber wie erkläre ich das meiner Familie?“ „Stellen Sie sich einmal vor, Sie nähmen Ihrer Familie gegenüber die Rolle eines Lehrers ein, der nicht sofort alles erklären muss, sondern zuerst Verständnis dafür zeigt, dass der  Lernprozess der Schüler anders ausschaut als der eigene. Was wäre dann Ihr erster kleiner Schritt?“ Klient: „Dass ich sage, dass man diese Sichtweise einnehmen kann. Aber dass es auch anders sein kann, nämlich dass ich wieder Liebe empfinde, ohne dass dies die Erinnerung an meine verstorbene Frau schmälert. Dass beides möglich ist.“ „Und wie könnten Sie dies so formulieren, dass es Ihre eigene Verantwortung und Ihre Freiheit betont, ohne als Rechtfertigung zu klingen?“ „Vielleicht so:  Ich liebe meine verstorbene Frau immer noch. Diese Liebe bleibt und ist unverrückbar. Gleichzeitig habe ich einen neuen Menschen in mein Leben gelassen, weil es für mich einen Sinn ergibt, mich auf einen Menschen zu beziehen, den ich liebe.“ „Und wenn Ihre Familie Sie fragt, warum Sie nicht länger warten, was könnten Sie dazu sagen?“„Dass die Liebe nicht begrenzt ist, und dass es mir mein Leben ermöglicht, dass ich mich jetzt und nicht irgendwann auf dieses Leben einlasse.“ „Haben Sie das Gefühl, dass diese Worte Ihrer Familie den nötigen Raum geben werden, ihre eigenen Emotionen zu ordnen, ohne dass Sie dadurch Ihre Integrität verlieren?“ „Ja, das kann helfen, denn für die Gefühle meiner Familie trage ich keine Verantwortung, sondern für meine Gefühle, wenn ich entscheide, wie ich meinen neuen Lebensabschnitt gestalte.“ „Dann verstehen Sie die aktuelle Situation als ‚entscheidende Wendung‘. Und eine Möglichkeit bleibt Ihnen immer, wenn es Familienmitgliedern schwerfallen sollte, die Verantwortung für ihren Teil zu übernehmen. In diesem Fall können Sie sich fragen: „Wem gehört das Problem?““

„Habe Mut, dich deiner eigenen Vernunft zu bedienen.“
Immanuel Kant

Lebensthemen und Krisenprävention

Wie stellt sich der Mensch seinen Lebensthemen und kritischen Situationen? Biegt er ‚nur‘ oder bricht er unter seiner Situation? Seit einigen Jahren wird mit dem Begriff der Resilienz die Fähigkeit beschrieben, sich von Schwierigkeiten zwar beeinträchtigen, aber nicht zerstören zu lassen.

Wurde in den 50er-Jahren noch von einem Persönlichkeitsmerkmal ausgegangen, das durch ein Zusammenspiel von genetischen, biologischen und sozialen Einflüssen entsteht, wurde später die Resilienz als Kompetenz verstanden, erfolgreich mit belastenden Lebensumständen und negativen Folgen von Stress umzugehen. Bildhaft wird in diesem Zusammenhang seither die Resilienz als Brücke angesehen, die Stress hat, wenn sie unter einem gewissen Druck steht. Sie gerät in Spannung, schwankt, aber hält. Eine Krise würde bedeuten, dass sie einstürzt. Ist sie jedoch resilient, dann biegt sie sich zwar unter dem auf sie ausgeübten Druck, kann diesen jedoch schadenfrei ausgleichen.

Alle diese Definitionen nehmen eine rückwärtsgerichtete Perspektive ein. Gerät ein Mensch in eine ihn überlastende Krise, so mag zwar trefflich analysiert werden, dass die Resilienz den Erfordernissen der Situation wohl nicht entsprach. Entweder war dann die Bewältigungsstrategie der Person unzureichend oder ihre Ressourcen genügten nicht den Anforderungen. Oder es waren die Bedingungen bei gleichzeitig fehlenden Schutzfaktoren, die sich in ihrer Kombination ungünstig zur Krise auswuchsen.

Einen wissenschaftlich fundierten und überprüften Test zur Resilienzmessung gibt es bis heute nicht. Wie auch, ändern sich doch letztlich bei jedem Menschen zuweilen sehr kurzfristig relevante Schutzfaktoren wie zum Beispiel:

▪ Vorbilder und vorgelebte positive Lebensmodelle im persönlichen Umfeld
▪ Gute Beziehungen zu Vertrauenspersonen und Freunden
▪ Ausgeprägte Selbst- und Fremdwahrnehmung
▪ Eigenverantwortlichkeit in Entscheidungen und Handlungen
▪ Fähigkeit zur Akzeptanz dessen, was ist
▪ Wohlbalancierte Beziehungen
▪ Optimistischer Glaube an die eigene Kraft
▪ Realistische Ziele mit Langzeitperspektive
▪ Plan B mit zweitbesten Zielen
▪ Kenntnis der eigenen Stresskommunikation
▪ Problemlösefähigkeit
▪ Impulskontrolle
▪ Verlassen der Opferrolle
▪ Verantwortungsübernahme
▪ Hoffnung und Zuversicht
▪ Selbstliebe
▪ Körperliche und geistige Vitalität…

Betrachten wir diese Faktoren, die Resilienz entwickeln helfen sollen, so könnten wir schnell annehmen, dass sich ein Mensch in einer Krise wähnt, wenn er ohne diese Faktoren in eine ihn erschütternde Lebenssituation geraten ist. Nur: Wenn diese Faktoren zu Beginn einer Krise nicht zur Verfügung stehen, dann waren sie bereits auch zuvor nicht gegeben. Von einem positiven Lebensmodell ist dann auch ohne Krise wenig zu spüren gewesen oder gute Beziehungen zu vertrauten Menschen waren ohnehin rar oder der Glaube an die eigene Kraft war bereits zuvor einer lethargischen Grundhaltung gewichen und so weiter.

Natürlich ist es einem Menschen zu wünschen, sich gut beschützt zu fühlen. Ist er es nicht und kommt eine Krise hinzu, dann wird aus einer kritischen Lebenslage schnell eine absolute Not. Ist er es, dann ist dies jedoch noch lange kein Garant dafür, eine Situation nicht als Krise zu empfinden.

Aus unserer Sicht bleibt das Resilienzkonzept in seinen bisherigen Entwürfen deshalb noch unzureichend, weil es davon ausgeht, dass etwas einen Menschen resilient macht. Aus dieser Perspektive passt das Bild der Brücke gut, denn je nachdem, mit welcher Qualität, Aufmerksamkeit, Kompetenz, Materialgüte usw. die Brücke gebaut wurde, wird man auf ihre Standhaftigkeit und Lebensdauer schließen können. Ohne, dass also etwas gemacht wird, kann ein Mensch nicht robust genug sein, um sich schweren Lebenssituationen stellen zu können. Ein solches Menschenbild sieht den Menschen im Grundsatz als ‚defizitär‘ an.

Das unser Konzept tragende Verständnis, das den Menschen als frei, verantwortlich und nach Sinn im Leben strebend ansieht, passt so gar nicht zu einem solchen Bild. Und so fragen wir, was sich wohl ändert, wenn wir die individuelle Resilienz nicht an der Summe solcher Einzelfaktoren festmachen, sondern sie im Gegenteil als jedem Menschen per se gegebene Eigenschaft ansehen? Der Mensch ist in diesem Verständnis grundsätzlich ausgestattet, um den Widrigkeiten seines Lebens zu trotzen. Diese Arbeitshaltung einzunehmen, führt zu einer interessanten Herausforderung. Oftmals hören wir, dass eine massive Belastungssituation doch eine Reaktion wie Depressivität, Resignation, Antriebsverlust, Gefühllosigkeit oder anderes erzeugen müsse, eine psychische Störung wie zum Beispiel eine posttraumatischen Belastungsstörung doch ‚normal‘ sei.

Hierauf erwidern wir, dass es in unserem Verständnis vom konkreten Menschen abhängt, ob dieser sich von den Geschehnissen um ihn herum überhaupt belasten lässt – letzten Endes sein individuelles Verhalten eben nicht durch die Bedingungen diktiert wird, die er antrifft, sondern von den Entscheidungen, die er trifft. Trotz widriger äußerer Umstände die Bedingtheiten in die eigene Hand zu nehmen und über sich hinauszuwachsen, sehen wir als Urgrund menschlicher Resilienz an. Wir stützen uns dabei auf die von Viktor Frankl begründete Sinntheorie. In ihr spielt nicht das verletz- und erkrankbare Psychische die Hauptrolle, sondern das Geistige, das es dem Menschen stets ermöglicht, sich auf den Sinn im Hier und Jetzt auszurichten. Dies gelingt ihm, indem er sich seiner eigenen Werte bewusst wird und mit ihnen im Einklang stehende Entscheidungen und Handlungen trifft. Nicht das eine Person in einer Krise aktuell Verstörende,Traumatisierende, stark Belastende steht im Mittelpunkt, sondern die Klärung des Wertesystems mit ihrem Bezug zu dem, was die Situation sinnvollerweise zu tun anzeigt.

Mit anderen Worten: Der Mensch ist resilient, wenn er seine Werte kennt. Sind sie ihm nicht präsent, dann können sie in einer Krise nicht zur Bewältigung aktiv eingesetzt werden. Die Psyche übernimmt damit das Ruder und versucht mit der Belastung quasi alleine fertig zu werden. Dies führt in brisanten und erschütternden Lebenssituationen zu massiver Überforderung und den bekannten Symptomen wie Angst, Depression, Aggression usw.

Dazu das folgende Schaubild. Es zeigt den Zusammenhang zwischen Belastung und Bewältigungsfähigkeit. Ist die Belastung hoch und hat die Person eine gering entwickelte Fähigkeit, die Situation angemessen zu bewältigen, dann entsteht zum Beispiel Angst. Krisen, die einen Menschen wie ein Blitz aus heiterem Himmel treffen, führen zur maximaler Anspannung und negativen psychischen Symptomen. Ist sich die Person dann zudem ihrer Werte nicht bewusst,
entsteht ein Empfinden der völligen Sinnleere, der Resignation und tiefen Hoffnungslosigkeit.

Stellt sich der Krise jedoch eine Werteklarheit in Form deutlicher Selbstbewusstheit gegenüber, dann vermag die Person einen Willen zum Sinn zu formulieren, der sich letztlich in dem zeigt, was Viktor Frankl die ‚Trotzmacht des Geistes‘ nennt. Diese Macht, sich trotz allem von den eigenen Werten gestützt zu fühlen, ist stets stärker als der ‚normale‘ Versuch der Psyche, sich in einer nicht normalen Lebenslage auf- oder abzugeben. Das ist auch gut so, denn …

… jeder Mensch muss sich selbst ‚be-sinn-en‘. Andere Menschen können diesen Prozess zwar positiv beeinflussen, die Antworten auf die zentralen Fragen des Lebens muss jedoch jeder Mensch selbst finden und geben. Wäre das anders, dann könnten moralische Appelle ‚wie jemand zu sein habe‘ als Sinnangebote verpackt werden und letztlich einen Menschen komplett fremdbestimmen.

Dass wir solche Angebote kennen, sei es durch Botschaften aus der Werbung, der Mode, von Sekten oder sektiererischen Gruppierungen, aber auch in Unternehmen, in denen mit materiellen Verlockungen Pseudo-Sinn ‚gestiftet‘ wird, ändert nichts am Faktum: So wie Durst der ‚Beweis‘ für die Existenz von so etwas wie Wasser ist, so ist das Sinnlosigkeitsgefühl ein Beweis für den stets gegebenen Sinn.

Die Ortung des Sinns übernimmt der menschliche Sinnkompass, das Gewissen. Es ist nicht gleichzusetzen mit einem anerzogenen oder kulturell beeinflussten ethischen Bewusstsein. Vielmehr steht das Gewissen noch vor reflektierter Moral. Als Geistiges ist das Gewissen bereits da, bevor der Mensch seinen Verstand einschaltet. Jedoch – und dies erleben wir in unserer Arbeit immer wieder – versperrt der Verstand zuweilen vehement den Zugang zum geistig Sinnvollen. Dann blockieren bestimmte eingebrannte Denksätze, vermeintliches Erfahrungswissen oder eben die schon genannten Pseudo-Sinnangebote die Tür zum Sinn.

Krisen – so zeigt die Erfahrung – sind oftmals durch diese Blockaden gekennzeichnet. Der Denksatz: ‚Es wird schon irgendwie gut gehen‘, kann ein solcher Satz sein, der Sicherheit vorgaukelt und dem Menschen ein nicht zu haltendes Versprechen gibt. Verliert ein Mensch in einer Krise dann ‚Sinn‘, dann bedeutet dies nicht, dass es keinen mehr gibt, sondern lediglich, dass die Möglichkeiten der Sinnverwirklichung unter dem Einfluss der Krise nicht mehr erkannt werden. Beginnt nun die Sinnsuche, dann startet das ‚Entdecken einer Möglichkeit vor dem Hintergrund der Wirklichkeit‘ [Frankl]. Dass Menschen sich in Krisen aufmachen, ihrem Leben wieder neuen Sinn zu verleihen, ist ein weiteres Indiz dafür, dass es ihn gibt, jederzeit und eben auch in Krisen. Neben dem Bewusstsein, das erkennt, was ist, erkundet das Gewissen das, was sein soll. Das, was jetzt trotz allem zu verwirklichen ist.

Das Gewissen zeigt also die wertvollen Möglichkeiten auf, die trotz einer Krise auf Verwirklichung warten. Es ist die ‚Resilienzstruktur‘, auf die nur ein Mensch ‚wieder hin zu springen‘ [resalio] befähigt ist. Doch für diesen Sprung bedarf es eines gewissen Trainings. Bleibt das Gewissen untrainiert, so kann der Mensch den Sinn verfehlen, er kann sich ‚verirren‘. Er hat dann keine Gewissheit, wie es weitergehen kann.

Wie wichtig es ist, sich den Blick auf den Sinn im eigenen Leben auch in Krisen nicht zu verstellen oder verstellen zu lassen, zeigen auch die Forschungsergebnisse zur sogenannten Kontrollüberzeugung. So ist heute bekannt, dass Menschen, die der Ansicht sind, äußere Faktoren würden den Verlauf der Lebensgeschichte stärker beeinflussen als die eigenen Einstellungen und Haltungen, in Krisen deutlich öfter Symptome wie Angst und Depression zeigen. Ist der
Mensch jedoch davon überzeugt, dass er – auch wenn er Hilfe anderer bedarf – grundsätzlich selbst das Heft des Handelns in seiner Hand hat, dann wirkt dies deutlich stressmindernd. Die Krise wird ernstgenommen, in ihrer Bedrohlichkeit jedoch herabgestuft – die Person empfindet die Brisanz und doch übernimmt sie Verantwortung.

So empfiehlt sich eine Individuelle Krisenprävention, um gerüstet zu sein für Bedingungen, die einem suggerieren, es gäbe keinen Sinn mehr – für einen solchen Prozess schauen wir in der Logotherapie oder im Sinncoachig auf zwei Faktoren: Die Klärung der individuellen Werte und die Stärkung der individuellen Weltoffenheit. Sind Klärung und Stärkung vollzogen, ist der Prozess der Individuellen Krisenprävention beendet.

Stressverhalten „Durchbeißen und eifrig predigen“

Augen zu und durch – schließlich hat dieser Krisentyp keine eigenen Anteile an der Krise. Das glaubt er felsenfest und kommuniziert es auch. Und wenn das so ist, dann muss er natürlich weitermachen, sich bis zur Erschöpfung einbringen, mit dem Kopf durch die dickste Wand gehen. Das ist er sich wert, das findeter gut, dafür gebührt ihm aus seiner Sicht Respekt. Für seine Anstrengungen will er Erfolg und den Besitz an der finalen Lösung. Wer mit ihm in belastender Situation spricht, sollte daher gewappnet sein – denn sein Widerstand und Widerspruch gegen andere Ansichten kann mächtig sein und jeder, der gegen ihn verliert, wirkt wie neuer Treibstoff auf dem Weg zu dem aus seiner Sicht einzig Wahren. Dieser ‚Krisenapostel’ sieht in der ihn belastenden Situation nicht vorrangig sich selbst als Person unter Druck stehend, sondern vielmehr das von ihm bis heute Geschaffene, Entwickelte, Geleistete. Wie ein Mensch, der nicht wahrhaben kann, dass eine neue Generation die Welt anders interpretiert, kämpft er, ‚weil die Traditionen zu erhalten sind’. Oft wirkt er stur, wo atmosphärische Intelligenz gefragt wäre.

Empfehlen ihm vertraute Personen eine neuen Sicht auf Zeitgeist und Gegebenheiten, dann hören sie ihn nicht selten Aspekte ansprechen wie ‚persönliches Lebenswerk in Gefahr’, ‚erlittene Demütigung’, ‚weiter harte Arbeit leisten müssen’ oder ‚Gewissenlosigkeit anderer’.

In der Begleitung dieser Person gilt es, ihre Zukunftsresistenz, ihre Neigung zur Abwertung der Ansichten ihren Umfeldes und ihrer dogmatischen Selbstüberschätzung anzusprechen. Dabei ist hilfreich, sie biografisch auf frühere Lernprozesse zu befragen, ohne dabei die für sie wichtige Diskretion in Frage zu stellen.

Günstig ist ihre grundsätzliche Haltung des ‚Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren‘ [Brecht]. Sie bewahrt sie davor, aufzustecken oder ihre Grundüberzeugungen dem Opportunismus zu opfern.

Wie spricht diese Person:
„Ich meine…; ich finde, wir sollten …; bist Du davon überzeugt, dass ….; es ist unsere Pflicht, …; ich bin der Ansicht, dass …; ich vertraue darauf, dass …; mit allem Respekt, aber …; das kann ich mit mir nicht vereinbaren, …; ist das auch wirklich echt?; es wäre mir von großem Wert, wenn…; das braucht eine gewissenhafte Vorbereitung…; mir ist wichtig, die Zusammenarbeit auf eine solide Basis zu stellen …; die Qualität muss stimmen …; …“

Was diese Person braucht: Anerkennung ihrer wertebasierten Leistung
Das Thema, das sie immer wieder latent in Stress führt: Angst
Wie diese Person sich zeigt, wenn ihr das Thema keinen Stress mehr bereitet: Sorge
Wie diese Person sich zeigt, wenn sie dem Thema ausweicht: Sie empfindet eine Berechtigung zur Selbstgerechtigkeit